11.12.2015 20:00 Uhr - Weltmeisterschaft - chs, wgp

Wester hält und trifft: Niederlande mit Kantersieg über Polen

Tess WesterTess Wester
Quelle: sportseye.de
Mit einer Weltklasseleistung zwischen den Pfosten (21 Paraden, 51 % gehaltene Bälle) und dazu einem eigenen Treffer war die Bietigheimer Torfrau Tess Wester die Spielerin der Partie im Duell zwischen den Niederlanden und Polen. Ein deutlichen 31:20 (14:9) stand am Ende für das Team von Henk Groener zu Buche, das nun berechtigte Hoffnungen auf den Gruppensieg hat. Allerdings gilt es nun noch das Spiel von Schweden gegen Kuba abzuwarten, ehe man weiß, auf welcher Position man ins Achtelfinale eingezogen ist. Die meisten Tore erzielten die ehemaligen Oldenburgerinnen Lois Abbingh (7) und Laura van der Heijden (6). Bei den Polinnen konnten Iwona Niedzwieds und Kinga Achruk je fünf Tore erzielen.

Für die Niederländerinnen ging es im Fernduell mit Schweden noch um den Gruppensieg, aber vor allem darum den zweiten Platz abzusichern. Den könnte hingegen Schweden mit einem Sieg über das Team Oranje erobern. In einer temporeichen Anfangsphase setzten die Polinnen zwar den ersten Treffer, doch dann nahmen die Niederländerinnen Fahrt auf. Nach einer Parade der Bietigheimerin Tess Wester war es ihre Vereinskollegin Angela Malestein, die im Konter zum 3:1 erhöhte.

Die Linkshänderin sollte dann wenig später mit einem schönen Heber vom rechten Flügel gar auf vier Tore stellen und so für einen optimalen Beginn sorgen und weil Polen auch mit viel läuferischem Aufwand kaum zum Erfolg kam, konnte Estavana Polman gar auf sechs Tore erhöhen.

Polens Trainer Kim Rasmussen wechselte zunächst im Tor und nahm dann eine Auszeit, nachdem Anna Wysokinska bei einem Konter von Michelle Goos den ersten Fünf-Tore-Rückstand verhindert hatte. Doch die Chancenverwertung blieb weiterhin ein Manko bei den Polinnen und so war es Malestein, die zum 9:4 (16.) stellte.

Noch einmal legte Rasmussen die Grüne Karte am Kampfgericht ab, als die mittlerweile in Esbjerg spielende van der Heijden dann zum 10:4 (18.) einnetzte. Wysokinska war es mit ihren Paraden, unter anderem ein gehaltener Siebenmeter gegen Lois Abbingh, die Polens Rückstand noch in Grenzen halten konnte. Mit einem 14:9 wurden dann nach 30 Minuten die Seiten gewechselt.

Nach dem Wiederanpfiff sollte die Oldenburgerin Kelly Dulfer für einen perfekten Start der Niederländerinnen sorgen, auf der Gegenseite hingegen setzte Topstar Kinga Achruk bezeichnenderweise einen Strafwurf an den Pfosten. Die Niederländerinnen drückten weiter aufs Gas, Groot tankte sich durch erfolgreich durch die polnische Deckung, Malestein hingegen elegant von rechtsaußen zum 19:11 (37.) erzwang die letzte polnische Auszeit.

Als Lois Abbingh zum 20:11 gestellt hatte, nahmen die Polinnen nun auch noch Wysokinska vom Parkett und versuchten mit sieben Feldspielerinnen und zwei Kreisläuferinnen Durchschlagskraft zu gewinnen. Doch auch diese Maßnahme schlug fehl und nachdem Tess Wester zum 22:12 (40.) höchstpersönlich eingeworfen hatte, wurde auch dieses Mittel verworfen.

Die Partie war entschieden, Polens dritter Platz zementiert. Nun galt es für das östliche deutsche Nachbarland zumindest Charakter zu zeigen und für Schweden noch den einen oder anderen Treffer in der Tordifferenz herunterzuspielen. Die zwischen die Pfosten zurückgekehrte Weronika Gawlik vereitelte, dass Malestein zwischenzeitlich auf vierzehn Tore stellen konnte und die Polinnen schienen nun noch einmal ein wneig Aufwind zu bekommen - Zalewska verkürzte sechs Minuten vor dem Ende nach einem Abpraller zum 28:17.

Dabei blieb es dann allerdings, Iwona Niedzwiedz sollte in der Schlussminute noch den 20. Treffer für Polen erzielen und mit Blick auf den Gruppensieg ergriff Bondscoach Henk Groener achtzehn Sekunden vor dem Ende noch einmal die Chance auf eine Auszeit für den letzten Spielzug und van der Heijden setzte den Schlusspunkt zum 31:20-Sieg, der den Schweden nun für den Gruppensieg einen Sieg gegen Kuba mit mehr als 33 Toren Differenz abnötigt.