08.12.2015 20:12 Uhr - Weltmeisterschaft - Christian Ciemalla

32:15 gegen Ungarn! Montenegro setzt ein deutliches Ausrufezeichen

Überragend: Sonja BarjaktarovicÜberragend: Sonja Barjaktarovic
Quelle: sportseye.de
Deutliche Ergebnisse sind bei einer Weltmeisterschaft zumindest in der Vorrunde an der Tagesordnung, beim Duell zwischen Montenegro und Ungarn war davon allerdings nicht auszugehen - und vor allem nicht für Montenegro, das mit einem Unentschieden gegen Serbien und einem 29:23 gegen Japan eher verhalten in das Turnier gestartet war. Doch gegen die Ungarinnen, die nach dem Auftakterfolg gegen Tunesien das serbische Team mit 32:26 distanziert hatten, legte Montenegro den Schalter um: Mit einem grandiosen Deckungsleistung und einer überragenden Sonja Barjaktarovic im Tor stürmte der Europameister von 2012 zu einem in der Höhe unerwarteten 32:15-Erfolg.

Dabei gehörten die ersten Minuten der Begegnung den Ungarinnen. Diese antworteten auf den ersten Treffer von Majda Mehmedovic mit einer Dreier-Serie. Nach dem 1:3 in der siebten Minute sollte dann aber nur noch Montenegro spielen. Mit einem lupenreinen Hattrick holte Milena Raicevic beim 4:3 die Führung zurück und die Rückraumspielerin sorgte mit einem sehenswerten Hüftwurf auch für das 6:4. Ungarn lief sich unterdessen immer wieder in der Deckung des Gegners fest, die mit Einsatz und viel Bewegung vor allem Durchbrüche und Anspiele an den Kreis immer wieder erfolgreich unterband. Ungarn blieben nur Würfe aus der Distanz, doch aus der Entfernung sollte am Ende eine Quote von 4 Toren aus 25 Versuchen zu Buche stehen.

Schnell wuchs so die Führung Montenegros an, nach gut zwanzig Minuten stand ein 10:5 auf der Anzeigetafel. Zwei Treffer in Überzahl sorgten bei den ungarischen Fans wieder für etwas Hoffnung, doch diese wurde umgehend wieder gedämpft. Montenegro spielte weiterhin sehr diszipliniert, traf auch in Unterzahl und setzte bei numerischer Gleichzahl dann vier Treffer in Serie zum 15:7. Auch die zweite Auszeit von Andras Nemeth hatte den Lauf nicht stoppen können und beinahe bezeichnend war die letzte Minute des ersten Abschnitt: Ungarn war eine erfolgreiche Kombination gelungen, Bernadett Bognar-Bodi nutzte den Platz auf Außen zu einem sehenswerten Heber. Doch in die Freude über den Treffer gab es auf der anderen Seite durch Marija Jovanovic sofort die Antwort zum 17:9-Pausenstand.

Hoffnung auf eine Besserung im zweiten Abschnitt ließ Montenegro bei den Ungarinnen dann erst gar nicht aufkommen. Die bereits im ersten Abschnitt überragende Sonja Barjaktarovic entschärfte die ersten beiden Versuche der Ungarinnen und so konnten Jovanovic und Mehmedovic den Abstand beim 19:9 bereits in den zweistelligen Bereich verschieben. Ungarn wirkte merklich beeindruckt, Montenegro hingegen ließ in der Deckung nicht nach. Nur sechs Gegentore sollte das Team im zweiten Abschnitt zu lassen, selbst Anita Görbicz fand keine Lücken in der gegnerischen Deckung. Auch wenn sie mit drei Treffern am Ende noch eine der besten Schützinnen der Ungarinnen sein sollte.

Montenegros Fans feierten unterdessen auf der Tribüne. Das Team auf dem Parkett hielt das Heft weiterhin fest in den Händen und setzte nach dem 24:14 durch Görbicz noch einmal zu einer Serie an: Während Ungarn zehn Minuten ohne Torerfolg blieb, setzte Montenegro sieben Treffer in Serie zum 31:14. Der nächste ungarische Treffer durch Szabina Mayer konnte das Ergebnis nicht mehr freundlicher gestalten - zumal Montenegro auch auf diesen noch eine Antwort wusste: Durdina Jaukovic setzte den 32:15-Endstand, der von der kurz zuvor mit einer Quote von über fünfzig Prozent ausgewechselten und später als Akteurin des Spiels ausgezeichneten Barjaktarovic und ihren Mitspielerinnen ausgelassen gefeiert wurde.