15.11.2015 17:21 Uhr - EHF European League - fcb

50-Tore-Show im Rückspiel: Metzingen im EHF-Pokal-Achtelfinale

Elf Treffer: Julia BehnkeElf Treffer: Julia Behnke
Quelle: Marco Schultz
Die TusSies Metzingen haben sich mit zwei Siegen gegen Nis durchgesetzt und erreichen unangefochten das Achtelfinale im EHF-Pokal. Nach dem gestrigen 38:29 (20:10)-Erfolg gelang dem Bundesliga-Topteam am Sonntag im Rückspiel beim 50:21 (19:8) eine beeindruckende Handball-Demonstration. Die Gäste brachen dabei in der zweiten Halbzeit ein, Metzingen konterte Nis kaltschnäuzig aus und begeisterte das Publikum mit Tempospiel. Beide Partien wurden in der ausverkauften Öschhalle in Metzingen ausgetragen, da die Serbinnen ihr Heimrecht abgetreten hatten. Die Achtelfinal-Paarungen werden am 24. November in Wien gezogen, die Spiele werden am zweiten und dritten Januar-Wochenende ausgetragen.

Mit dem Neun-Tore-Sieg im Rücken starteten die TusSies entspannt ins zweite Spiel gegen den HC Naisa Nis aus dem Süden Serbiens. Angetrieben von Spielmacherin Anna Loerper legten die Ermstälerinnen nach fünf Minuten 4:1 vor. Die jung besetzten Gäste aus Nis produzierte anfangs, wie schon gestern, technische Fehler. Dann schlichen sich jedoch unkonzentrierte Aktionen und Würfe ins Spiel der Favoritinnen, die die talentierten Gäste durch Hristina Nedeljkovic zum Anschlusstreffer nutzten. Binnen kurzem hatten die Pink Ladies drei Würfe vergeben. Metzingen fand dann aber den Schalter wieder, legte ihn um und setzte sich mit einem Hattrick von Behnke auf 7:3 ab.

In Sabine Stockhorst hatte Metzingen in dieser Phase nach zehn Minuten den nötigen Rückhalt. Fünfmal in Serie parierte sie. Ihre Vorderleute arbeiteten kompakt und Nis-Spielmacherin Katarina Radovic gelang es nicht, ihre Mitspielerinnen in Position zu bringen. Metzingen verpasste derweil einige Konterchancen. Tamara Popovic verzeichnete nach 20 Minuten beim 10:6 bereits ihre sechste Parade. Jovana Zdravkovic, die als Rechtshänderin die gestern verletzt ausgefallene Katarina Tanaskovic im rechten Rückraum vertrat, hatte zwar beim 8:4 die Torflaute der Gäste beendet, da sonst im Nis-Angriff alles über die linke Seite lief, hatte Metzingen aber weiterhin leichtes Spiel.

Nach 23 Minuten legte Svestislav Jovanovic beim Stand von 13:6 die Auszeit. Sabine Stockhorst ließ sich jedoch sofort danach ihre siebte Parade notieren und bediente dann Ina Großmann punktgenau zum nächsten Kontertreffer. Die TusSies hatten ihre Schwäche im Gegenstoß längst abgelegt und hatten ihren Vorsprung nach dem 8:6 unbarmherzig ausgebaut. Maren Weigel sorgte nach 27 Minuten für die Zehn-Tore-Führung: Auch das 17:7 fiel über die erste Welle. So wurde die heutige erste Halbzeit im Ergebnis ein Abbild der gestrigen. Nach dreißig Minuten war der Unterschied beim 19:8-Pausenstand auf elf Tore gewachsen. Sabine Stockhorst kam bisher auf 16 Ballkontakte.

Mit 20 Toren Vorsprung für die TuS Metzingen ging es die letzten 30 Minuten. Beide Teams hatten die Torhüterin gewechselt. Den Ton gaben weiterhin die Hausherrinnen an, die binnen fünf Minuten auf 24:9 stellten. Das souveräne und ruhige Auftreten der russischen Nachwuchs-Schiedsrichter tat sein Übriges dazu, dass Emotionen gar nicht erst aufkamen. Das traf jedoch nicht auf Gästetrainer Svestislav Jovanovic zu, der innerlich kochen musste, da sein Team zu Beginn des zweiten Durchgangs auseinanderfiel. Beim 27:10 ging es in der 37. Spielminute in die Auszeit. Die jungen Serbinnen sollten sich noch einmal wehren, forderte der Coach, der den Angriff nun von der eingewechselten 20-jährigen Oliveira Nikolic ordnen ließ.

Nach einer Denkpause kam Katarina Radovic zurück in die Spielsteuerung der Gäste. Es war die Phase nach 45 Minuten, als Nis im Angriff kurzzeitig weniger Fehler machte und frecher spielte. Nikolic rückte auf die linke Position im Rückraum. Das engagiertere Spiel der Serbinnen ermöglichte das 36:16. Die nächste Marke vor Augen, zeigte sich Metzingen aber erneut hungrig. Julia Behnke erzielte mit ihrem neunten Treffer das 40:17 und legte noch zweimal nach, ein weiterer Hattrick der Kreisläuferin. Das Run-and-Gun ging damit in die Schlussphase. Fans und Spielerinnen der TuS Metzingen fieberten dabei auf den Fall der 50-Tore-Marke hin. Celine Michielsen gelang der umjubelte Treffer schließlich wenige Sekunden vor Schluss zum 50:21.

Jaaaa die 5 steht. Celine Michielsen mit der Schlusssirene zum 50:21.. Gelungener EHF Pokal Auftakt würde ich sagen. Was sagt ihr dazu? Danke TusSies Fans fürs kommen. Unfassbar geil gewesen...

Posted by TusSies Metzingen on Sonntag, 15. November 2015