14.11.2015 20:25 Uhr - EHF-Pokal - fcb

TusSies gegen Nis mit souveräner Premiere auf internationalem Parkett

Julia Behnke klatscht mit Marlene Zapf abJulia Behnke klatscht mit Marlene Zapf ab
Quelle: Marco Schultz
Die TuS Metzingen hat das Hinspiel in der dritten Runde des EHF-Cup gegen HC Naisa Nis mit 29:38 (10:20) für sich entschieden. Vor 900 Zuschauern gestaltete das Team von Csaba Konkoly die internationale Premiere des Klubs siegreich. Aufbauend auf einen temporeichen Start gelang den Schwäbinnen vor dem morgigen Rückspiel ein großer Schritt in Richtung Achtelfinale. Nis musste über weite Strecken auf Linkshänderin Katarina Tanaskovic verzichten, zeigte jedoch in Abschnitt zwei eine kämpferisch überzeugende Leistung. Der serbische Tabellendritte hat das Heimrecht abgetreten. Deswegen wird das „Heimspiel“ ebenfalls in der Metzinger Öschhalle ausgetragen.

Mit dem HC Nis gastierte am Wochenende eine junge Mannschaft bei der TuS Metzingen. Das von Svestislav Jovanovic trainierte Team hat ein Durchschnittsalter von 21 Jahren. Nach den Worten von Csaba Konkoly im Vorfeld der beiden Duelle, waren die TusSies derweil vor dem schnell und beweglich spielenden serbischen Tabellendritten gewarnt. Das Team aus der Spitzengruppe der Bundesliga beherzigte die Worte des Trainers offenbar und startete souverän in die Partie. Nach fünf Minuten nutzte Julia Behnke eine Parade von Jasmina Jankovic zum 1:4 im Gegenstoß. Aus einer soliden Abwehr erlaubten sich die TusSies kaum Fehler. Ina Großmann stellte kurz darauf auf 2:7.

Binnen acht Minuten hatte Metzingen siebenmal getroffen. Nis, im Hinspiel als „Heimteam“ geführt, lief sich immer wieder fest und hatte mit dem Spielniveau der deutschen Mannschaft sichtlich zu kämpfen. Die Serbinnen hatten zahlreiche Ballverluste, sie konnten aber zunehmend in Situationen überzeugen. Die 20 Jahre alte Spielmacherin Hristina Nedeljkovic setzte beim 4:9 nach 13 Minuten einen Glanzpunkt, als sie aus zehn Metern in den Winkel traf. Metzingen musste in dieser Phase öfters im Positionsangriff bestehen, hielt sich aber auch hier schadlos. Maren Weigel löste zwei Situationen gut und sorgte mit ihrem Doppelschlag für das 5:13. Marlene Zapf legte das 6:15 nach.

Nis konnte immer dann überzeugen, wenn Metzingen das Tempo herausnahm. So gelang den Serbinnen zwischenzeitlich der 3:1-Lauf zum 9:16, wobei sich die Abwehr mehrere Male formieren konnte und Torhüterin Milena Petkovic mehrere Male parierte. Vor der Pause machte Metzingen, nach einer Auszeit von Nis, aber wieder ernst. Kelly Vollebregt sorgte nach 28 Minuten für den 9:20-Treffer. Kurz zuvor hatte Bernadett Temes die erste zweistellige Führung herbeigeführt. Beim Gang in die Kabinen trennten sich die Teams mit 10:20. Nis musste dabei den Ausfall von Katarina Tanaskovic verdauen. Die Linkshänderin, zweifache Torschützin gegen Patras, fiel mit einer Beinverletzung aus.

Nis musste also auf seine größte Spielerin verzichten, eine schwere Hypothek für die zweite Hälfte des Spiels, da die Serbinnen nun mit drei Rechtshänderinnen im Rückraum agieren mussten. Das Heimteam machte unter der Regie von Katarina Radovic das Beste daraus. Nach 38 Minuten war beinahe das 17:24 fällig. Metzingens eingewechselte Torhüterin Sabine Stockhorst parierte den Gegenstoß jedoch und vorne blieb Anna Loerper beim Strafwurf die sichere Schützin. Die Metzingerinnen waren in der Deckung häufig zu passiv, sodass Nis leichte Wurfchancen erhielt. Zudem häuften sich nach 45 Minuten technische Fehler. Teodora Zdravkovic netzte zum 21:28.

Metzingen schien keinen Kraftakt mehr zu brauchen, um den Sieg im „Auswärtsspiel“ zu verwalten. Auch Csaba Konkoly war aber nicht entgangen, dass der Gegner aus Serbien nun mutiger nach vorne spielte und in der Deckung mit einer Positionsabwehr gegen Bernadett Temes agierte. Die Ungarin beschwerte sich dann etwas zu laut über einen abgepfiffenen Strafwurf und wurde hinausgestellt. In der anschließenden Unterzahl verpasste Maren Weigel dann zwar das 22:31, den neuerlichen Neun-Tore-Vorsprung stellte aber Temes mit einem Strafwurf beim 23:32 wieder her. In der Schlussphase gaben die Kraftreserven den Ausschlag zum deutlichen 29:38-„Auswärtssieg“ der TusSies.