11.10.2015 16:57 Uhr - Europameisterschaft - fcb, alh

Frankreich schrammt in der Schweiz an Zehn-Tore-Marke vorbei

Manon Houette traf siebenmalManon Houette traf siebenmal
Quelle: S. Pillaud/FFHB
Vor 950 Zuschauern sahen in der Sporthalle Birsfelden ein Duell zweier ungleicher Mannschaften. Die Eidgenössinnen hatten mit Frankreich einen übermächtigen Gegner zu Gast. Nationaltrainer Jesper Holmris zeigte sich angesichts des Ausfalls von Karin Weigelt zufrieden mit der 19:28 (10:15)-Niederlage, da die jungen Spielerinnen ihre Chance nutzten. Dennoch siegte Frankreich am Ende unbeeindruckt. Die Schweiz hatte in Sibylle Scherer (7/5) ihre beste Werferin, für die Equipe Tricolore traf Manon Houette ebenfalls siebenmal. Am Rande der Partie wurden Azra Mustafoska und Ariane Geissmann aus der Nationalmannschaft verabschiedet. Beide haben etwa 50 Länderspiele absolviert.

Mit Lisa Frey, Kerstin Kündig und Karin Weigelt bot die Schweiz gegen die übermächtig wirkenden Französinnen alle drei zuletzt angeschlagenen Spielerinnen auf. Keine der drei Spielerinnen war jedoch in der Start-Sieben von Jesper Holmris, Weigelt blieb ganz auf der Bank. Die Eidgenössinnen brauchten einen Moment, um ins Spiel zu kommen. Nach fünf Minuten gelang Noelle Frey der erste Treffer für die Gastgeber, die danach ihre Nervosität auch in der Abwehr kurzzeitig zügeln konnten. Unter der Spielregie von Metzingens Nicole Dinkel gelang der gut spielenden 16-jährigen Xenia Hodel kurz darauf der 2:2-Ausgleich.

Die Französinnen schienen zunächst unangreifbar ihr Spiel aufzuziehen. Sie profitierten dabei von mehreren Paraden von Amandine Leynaud. Dann stimmte aber mehrere Male das Timing im Angriff nicht. Die Schweizerinnen lösten das besser, scheiterten aber im Abschluss meist an Leynaud, die von den ersten sechs Versuchen vier abwehrte. So konnten die Französinnen, die vor allem mit ihrem schnellen Umschaltspiel glänzten, nach dem Ausgleichstreffer eine 5:2-Führung etablieren. Im Positionsangriff setzte sich Siraba Dembele mehrmals an den Kreis ab und traf nach Belieben.

Fünf von acht Treffern der Equipe Tricolore gingen nach 14 Minuten, als Jesper Holmris die Grüne Karte zückte, auf das Konto von Dembele. Der Däne schickte Kerstin Kündig aufs Feld, im linken Rückraum wirbelte nun Lisa Frey während Dinkel auf rechts auswich. Mit dieser Sieben konnten die Eidgenössinnen den Rückstand bei drei Toren halten. Am Ende der ersten Halbzeit häuften sich aber Zuordnungsfehler in der Defensive. Laurisa Landre und Alexandra Lacrambere erhöhten nach 27 Minuten auf 9:14. Bis zum 10:15-Halbzeitstand ließ sich Amandine Leynaud sieben Paraden notieren.

Die Schweizerinnen eröffneten den zweiten Durchgang mit einer offensiven Abwehr. Torhüterin Manuela Brütsch verzeichnete gleich ihre vierte Parade und Sybille Scherer ihren vierten Strafwurf, den ihre Teamkolleginnen im Angriff erkämpft hatten. Die Französinnen konnten sich jedoch ebenfalls steigern. Alain Portes testete in der Partie mehrere unterschiedliche Aufstellungen. So waren mit Camille Ayglon und Chloe Bulleux zwei Spielerinnen am 12:20-Stand beteiligt, die in der ersten Halbzeit nicht oder wenig im Angriff gespielt hatten. Frankreich war nun deutlich überlegen.

Während im weiteren Verlauf Nicole Dinkel auf der Bank saß, schonten auch die Franzosen ihre großen Namen. Die Equipe hatte den Vorsprung unter der Regie von Grace Zaadi erspielt, konnte ihn aber nicht zweistellig gestalte, denn nach 50 Minuten kam die Schweiz wieder auf. Sibylle Scherer sorgte im Duell der jungen Talente für das 17:24. Nach einer Auszeit ging es dann mit Alexandra Lacrabere und Allison Pineau ging es aber in die Schlussphase. Mit einer offensiven Abwehr wollte Frankreich unbedingt den Zehn-Tore-Sieg. Am Ende stand das 19:28-Spielergebnis.