22.11.2006 22:49 Uhr - 1. Bundesliga - Christian Ciemalla - hbvf.de

Blomberg mit ungefährdetem Sieg gegen Dortmund

Silvia Hofman zeigte eine starke LeistungSilvia Hofman zeigte eine starke Leistung
Quelle: Medienagentur Brink, Blomberg
Einen im Kampf um den Klassenverbleib immens wichtigen Sieg hat heute Aufsteiger HSG Blomberg-Lippe gegen den direkten Konkurrenten Borussia Dortmund verbucht. Nach einer schnellen 7:1-Führung steuerten die engagierten Blombergerinnen einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen und verbesserten sich durch den fünften Saisonsieg auf den siebten Tabellenplatz. Dortmund muss durch die zehnte Niederlage im dreizehnten Spiel auf dem letzten Tabellenlatz überwintern.

Die Gäste aus Dortmund hatten sich viel vorgenommen, doch zunächst konnten die Borussinne nichts davon umsetzen. Von der ersten Minute an dominierten die Blombergerinnen vor 600 Zuschauern die Begegnung, nach achtzig Sekunden hieß es dabei nach Treffern von Silvia Hofman und Mirja Mißling 2:0. Auch der Gegentreffer von Manuela Fiedel irritierte die Gastgeberinnen nicht, während die Dortmunderinnen noch versuchten ins Spiel zu kommen, zogen die Hausherrinnen auf 7:1 davon und hatten so bereits in der zwölften Minute die Weichen auf Sieg gestellt.

Dortmund kam in der Anfangsphase überhaupt nicht mit der konzentrierten und beweglichen Deckung der Gastgeberinnen zurecht, die anscheinend die Fehler aus dem Hinspiel genau studiert hatte und sich stark verbessert im Vergleich zur Niederlage in Dortmund zeigte. Manuela Fiedel und Zuzana Hrabovska, die im Hinspiel noch nicht zu stoppen waren, wurden heute von der HSG-Deckung ausgebremst und dies war am Ende auch der Schlüssel zum Sieg, zusammen mit der starken Natalie Hagel, die trotz Problemen mit der Achillessehne sich in guter Form präsentierte.

Obwohl die Dortmunder Offensive in der Folge etwas besser ins Spiel kam, wuchs die Führung der Blombergerinnen weiter an, die Gastgeberinnen trafen dabei sowohl aus dem Konterspiel wie auch aus dem Positionsangriff. Beim Stand von 12:6 nahm Thomas Happe seine Auszeit, an der Dominanz der Blombergerinnen änderte aber auch sie nichts, bis zur Halbzeit konnten die furios auftrumpfenden Hausherrinnen die Führung sogar auf neun Tore ausbauen. Sylvia Dorna hatte in der Schlussminute des ersten Abschnitts zum 18:9 getroffen.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts boten beide Teams den Zuschauern zunächst eine torarme Begegnung. Silvia Hofman, die trotz ihrer Auftritten beim World Cup in Dänemark eine starke Leistung zeigte und insbesondere bei angemahntem Zeitspiel immer wieder Verantwortung übernahm, erhöhte in der 39. Spielminute beim 20:10 die Differenz sogar auf zehn Tore. Bis zum 24:16 verteidigten die Gastgeberinnen ihre deutliche Führung, schalteten dann aber in den Schlussminuten im Gefühl des sicheren Sieges einen Gang herunter. Dortmund konnte so das Ergebnis am Ende mit dem 26:20 noch etwas freundlicher gestalten, der Blomberger Sieg geriet aber nicht mehr in Gefahr.

Stimmen zum Spiel:

Thomas Happe:
Der Sieg für Blomberg geht in Ordnung. Wir haben eine katastrophale erste Hälfte gespielt. In der Deckung fehlte die notwendige Aggressivität. Vorne ließen wir jegliche taktische Disziplin vermissen und haben dabei eine unglaublich hohe Fehlerquote fabriziert. So kann man gegen eine kampfstarke Blomberger Mannschaft auswärts nicht bestehen. Nach dem Wechsel ist es uns mit der Deckungsumstellung gelungen, die HSG vor mehr Probleme zu stellen. Doch wenn man so ein Spiel noch drehen will, was im Frauenhandball immer möglich ist, darf man nicht so viele Bälle verschenken, wie wir es auch in der zweiten Spielhälfte getan haben. Ich denke nicht, dass wir in der EM-Pause personell noch einmal nachlegen können. Ich erwarte jetzt, dass die beiden Abstiegsplätze zwischen Ketsch, Göppingen und meiner Mannschaft ausgespielt werden.

André Fuhr:
Wir atmen erst einmal tief durch. Die erste Halbzeit war kämpferisch in Ordnung. In der Abwehr haben wir sehr flexibel gearbeitet, uns mit der nötigen Aggressivität gut bewegt und um jeden Ball gefightet. Auch wenn wir in der zweiten Halbzeit den einen oder anderen Ball verbummelt haben, können wir nun beruhigt in die Weihnachtspause gehen. Acht Wochen Pause sind eine lange Zeit. Deshalb war es psychologisch besonders wichtig, die heutige Partie zu gewinnen. Das macht die Trainingsarbeit einfacher. Wir werden die Zeit nutzen, um uns auf die Fortsetzung der Rückrunde mit den schweren Januaraufgaben in Leipzig, gegen Nürnberg und in Trier vorzubereiten. Dabei liegt das Hauptaugenmerk nicht auf dem Erlernen neuer spielerischer Elemente. In erster Linie wollen wir die Dinge weiter einschleifen, die wir schon gut beherrschen.

Inwieweit uns dabei Natalie Hagel, die heute trotz massiver Verletzungsprobleme eine tolle Leistung gezeigt hat, zur Verfügung steht, müssen wir abwarten. Vielleicht kann sie nach der Verletzung von Sabine Englert im letzten Augenblick doch noch auf den EM-Zug aufspringen, auch wenn sie die Nachnominierung für den Lehrgang in Norwegen aufgrund ihrer Schmerzen in der Achillessehne absagen musste. So oder so, ich wünsche Natalie und bin mir dessen auch sicher, dass sie in dieser Form früher oder später zu weiteren Länderspieleinsätzen kommen wird.

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