11.11.2006 04:12 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buss

Kann Göppingen in Leipzig an Leistungssteigerung anknüpfen?

Kann FAG-Coach Hagen Gunzenhauser mit seinem Team für eine Überraschung sorgen?Kann FAG-Coach Hagen Gunzenhauser mit seinem Team für eine Überraschung sorgen?
Quelle: Heiner Lehmann - sportseye.de
Die englische Woche Ende Oktober lief für den Aufsteiger aus Göppingen nach Maß. Gegen Oldenburg und Dortmund durfte man ebenso einen Sieg feiern wie im Pokal in Allensbach. Jetzt kommen zwei Auswärtsspiele. Am Sonntag muss man nach Leipzig zum amtierenden Doublegewinner reisen, danach fängt mit dem Spiel in Nürnberg die Rückrunde an. Der letzte Misserfolg der Gegner im Süd-Ost-Vergleich datiert vom 7. Oktober. Göppingen verlor gegen Mitaufsteiger Blomberg deutlich, und Leipzig sah ohne die seither verletzte Katja Langkeit in Trier schlecht aus. Mithin die einzige Niederlage für den HC. Und das wird für den Tabellenzweiten aufgrund der deutlichen Kräfteverhältnisse wohl so bleiben. Anpfiff der ungleichen Begegnung ist am Sonntag um 16 Uhr.

Natürlich wollen die Schützlinge von Neu-Cheftrainer Hagen Gunzenhauser auch Leipzig die Zähne zeigen und weiter optimistisch durch ihre erste Spielzeit im Oberhaus gehen. Auch wenn Blomberg Ende Oktober den Frankfurterinnen eine Niederlage beibringen konnte und die Grün-Weißen in der Tabelle überholt hat, kann man in Schwaben dank dem aktuell neunten Tabellenplatz und drei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz doch etwas befreiter aufspielen als bisher. Und die Wiedergenesung von Jessica Schulz rückt näher. Sie hatte sich Anfang Oktober in Leverkusen einen Mittelhandbruch zugezogen. Allerdings hat Mittespielerin Nina Hess das Handtuch geworfen, die im Süden nie so recht heimisch geworden war und zum Studium nach Hessen gegangen ist. Die zwei spielfreien Wochen wird die Mannschaft trotz dieses Ereignisses genutzt haben, um noch näher an die Leistungsstärke der Bundesliga heranzukommen.

Mit dem HC Leipzig treffen die Nonprofis der Frisch Auf Frauen nun auf ein Team, das personell stark besetzt ist und ganz vorne mitspielt. Keeperin Chana Masson hat zuletzt bei einem internationalen Turnier in Holland brilliert, außer ihr waren einige weitere Akteurinnen in der vergangenen Woche auf internationalem Parkett unterwegs. Wieder im Leipziger Kader  stehen nach einer Verletzungspause Nora Reiche, die am Wochenende mit der deutschen Nationalmannschaft unterwegs war, und die Norwegerin Gerd Elin Albert. Verletzt hat sich hingegen die Polin Karolina Kudlacz, die vor der Saison zum HCL kam. Weiterhin ausfallen werden Ingrida Radzeviciute, Katja Langkeit und Torhüterin Henrike Milde. „Spielerinnen wie Anne Ulbricht und Frances Günthel sind nun umso mehr gefordert und werden viele Anteile bekommen“, nimmt Trainer Morten Arvidsson den Ausfall seiner Rückraumwaffen sportlich.
 
Derweil macht Idalina Borges Mesquita, die zweite Brasilianerin in den Reihen der Ostdeutschen, auf sich aufmerksam. Die Linksaußen erzielte im Pokalfight gegen den Thüringer HC Ende Oktober neun Tore. Die größte Torgefahr bei den Gastgebern geht von Susann Müller, der Linkshänderin im Rückraum, aus. Knapp dahinter rangieren Rikke Nielsen und die groß gewachsene Kreisläuferin und Kapitänin Sørlie-Lybekk, die effektiv zu decken eine schwere Aufgabe für Göppingen werden dürfte. So wie diese internationale Truppe insgesamt nur wenig Angriffsflächen bietet, die die zähen Gäste bei Gelegenheit nutzen sollten, um weiter positive Erfahrungen im Oberhaus zu sammeln. Die herben Niederlagen vom Saisonbeginn haften sicher noch in den Gedächtnissen der Spielerinnen, und ein nicht ganz so drastisches Ergebnis ausgerechnet in Leipzig wäre ein weiteres gutes Zeichen für die Grün-Weißen.