03.06.2015 18:54 Uhr - Weltmeisterschaft - PM ÖHB, red

WM-Play-Off: Österreicherinnen werden "Kämpfen bis zum Umfallen"

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: credit: ÖHB/Pucher
Schwerer hätte es das Frauen-Nationalteam im WM-Play-Off kaum erwischen können: in den beiden Entscheidungsspielen am 5. Juni 2015 um 20:25 Uhr in Stockerau und am 13. Juni 2015 um 13:30 Uhr in Györ wartet auf die Österreicherinnen mit Ungarn nicht nur der EM-Bronze-Medaillengewinner von 2012, sondern auch der EM-Gastgeber des letzten Jahres, wo man im eigenen Land am Ende Platz 6 eroberte. Trainiert wird die ungarische Mannschaft von Andras Nemeth, dem ehemaligen Hypo-Niederösterreich-Coach. Die Ungarinnen kommen ohne Topstar Anita Görbicz (Babypause), dennoch ist Ungarn im Duell mit Österreich klarer Favorit.

Österreich kann bei der ohnehin schon nicht einfachen Aufgabe im WM-Play-Off nicht in Bestbesetzung antreten: Beate Scheffknecht, Sonja Frey und Altina Berisha fallen verletzungsbedingt aus, ebenso muss man auf Viktoria Mauler, Isabel Plach und Verena Flöck verzichten. Dazu kommt noch Martina Goricanec mit einer Fussverletzung.

Teamchef Herbert Müller muss die Ausfälle für die beiden schweren Spiele in Stockerau und Györ kurzfristig kompensieren: „Ungarn ist eine Weltklassemannschaft, gegen die wir es in jeder Besetzung schwer hätten, aber natürlich schwächen uns die Ausfälle zusätzlich. Aber sowohl Sonja als auch Beate werden dabei sein und sich behandeln lassen und der Mannschaft sicher auch außerhalb des Feldes Inputs geben können.“

Die Ungarinnen sind auf allen Posistion überragend besetzt und das gleich doppelt: selbst den Ausfall von Anita Görbicz kann Ungarn gut kompensieren, da man weitere Top-Mitte-Spielerinnen in den eigenen Reihen hat. „Die Rückraum-Reihe ist unglaublich stark, die Spielerinnen können gut und gerne auch zweistellig scoren. Da sind sie brandgefährlich, dazu spielen sie sehr schnell, haben schnelle Flügelspielerinnen, die technische Fehler sofort ausnützen“, so Teamchef Müller

Für das ersatzgeschwächte österreichische Frauen-Nationalteam geht es in diesen David-Goliath-Spielen gegen Ungarn vor allem darum, selbst wenig Fehler zu begehen. Müller: „Wir dürfen uns nur wenige technische Fehler leisten, das wird sonst bestraft. Und wir müssen Mittel und Wege finden, unsere kleinen Chancen maximal auszuschöpfen. Wir stecken uns kleine Zwischenziele im Spiel, werden taktische Mittel einsetzen und ganz sicher kämpfen bis zum Umfallen. Aber man muss auch realistisch sein, es wird gegen eine Weltklassenation wie Ungarn mit unseren Ausfällen mehr als schwierig.“

Kapitänin Katrin Engel schätzt die Situation folgendermaßen ein: "Wir haben unglaublich viele Verletzte, das ist für die Mannschaft kaum zu kompensieren. Es wäre gegen eine Nation wie Ungarn ohnehin schwierig, weil sie auf allen Positionen doppelt super besetzt sind, aber wir werden in dieses Spiel gehen und kämpfen, dann sehen wir, was dabei rauskommt." Übertagen werden beide Spiele auf ORF sport+.