19.05.2015 20:30 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

THC wirbelt in Göppingen zurück an die Spitze

Lydia JakubisovaLydia Jakubisova
Quelle: groundshots.de
550 Zuschauer sahen in der Göppinger EWS Arena ein über weite Strecken ungleiches Duell, das die Gäste vom Thüringer HC vom Start weg dominiert wurde . Nach dem 3:10 konnten Grün-Weißen zweitweise auf drei Tore verkürzen. Der THC raufte sich aber rechtzeitig zusammen und diktierte auch nach dem 15:21-Halbzeistand weiter das Spiel. Die Partie endete 28:40, ein wichtiger Schritt des Thüringer HC zum nächsten Titel. Gegen den HC Leipzig brächte ein Unentschieden die fünfte Deutsche Meisterschaft. Die Schwaben verabschiedeten nach Abpfiff folgende Spielerinnen: Michaela Hrbkova, Melanie Herrmann, Nicole Dinkel, Beate Scheffknecht, Maike Daniels, Marlene Windisch, Anouk van der Wiel, Ania und Milena Rösler sowie Seline Ineichen.

Der Thüringer HC setzte vom ersten Moment der Partie alles daran, sich in der Göppinger EWS Arena Respekt zu verschaffen. Nach einfachen Ballgewinnen ging der mehrmalige Deutsche Meister rasant nach vorne und lag nach vier Minuten, zwei Strafwürfen und zwei Feldtreffern bereits mit 4:0 vorne. Göppingen konnte sich zwar Torchancen erarbeiten, scheiterte aber zweimal an Jana Krause, und Iris Guberinic übertrat bei einem Versuch. Nach dem 0:5 von Kerstin Wohlbold, die Nicole Dinkel mit einer Positionsabwehr aus dem Spiel nahm, hatte FAG-Trainer Aleksandar Knezevic genug gesehen. In einer Auszeit versuchte er seine Spielerinnen aufzurichten.

Danach konnte die auch bei ihrem letzten Auftritt für Göppingen stark aufspielende Nicole Dinkel mit einem Siebenmeter den ersten Treffer für die Grün-Weißen markieren, aber der THC zeigte sich weiterhin übermächtig und markierte mit Wohlbold, Snelder, Schmelzer und Nadgornaja die nächsten Treffer zum 10:3. Göppingen spielte mittlerweile eine 5:1- bzw. 4:2-Abwehrformation, bewegte sich aber viel zu langsam, um den quicklebendigen Thüringerinnen Paroli bieten zu können. Im Angriff lief es bei den Hausherrinnen indes etwas besser, vor allem wegen Göppingens „Spielerin des Jahres“ Nicole Dinkel, die nach zwölf Minuten auf 6:12 verkürzte und dabei zum vierten Mal traf.

Göppingen kam weiterhin zu Strafwürfen und wirkte immer sicherer, weil sich die Deckung wieder an die Grundlinie zurückgezogen hatte, Rösler und Krhlikar harmonierten, Dinkel weiter brillierte und Jochims auftrumpfte. So war der THC allmählich unter Druck zu setzen. Beim 9:15 von Michaela Hrbkova gelang dem Underdog sogar ein Gegenstoßtor, und Ana Petrinja verkürzte kurz darauf auf 11:15. Nach 20 Minuten nutzte Seline Ineichen die Chance zum 12:15. Der THC schien zu wanken. Einige Minuten lang hatte die Müller-Sieben bei Tor erzielt.

Der routinierte Meisterschafts-Aspirant befreite sich aber rechtzeitig aus der Schwächephase und gab vor der Pause weiterhin den Ton an. Göppingen haderte zunehmend mit der Chancenauswertung gegen Krause. Neun Paraden gingen auf das Konto der THC-Torhüterin, die damit die Vorlage zum 14:20 nach 27 Minuten lieferte. In der Schlussphase fällten die Unparteiischen einige Entscheidungen, die im Göppinger Lager für Unverständnis sorgten. Zuvor hatte Herbert Müller einige Male heftig gestikuliert. Beim 15:21 ging es in die Kabinen.

Die Kritik der Fans an den Schiedsrichtern setzte sich nach der Pause fort, da Ineichen beim Kampf um den Ball eindeutig gehalten wurde und der Ballbesitz dennoch wechselte. Die Göppingerinnen wirkten stark verunsichert. Jana Krause überragte weiter und ließ sich nach 35 Minuten beim Stand von 15:23 bereits ihre 13. Parade notieren, davon ein Strafwurf. Nach 40 Minuten fiel zudem Nicole Dinkel aus. Die nach Metzingen wechselnde Spielmacherin verletzte sich in der Situation, die zum 17:24 führte, am rechten Fuß. Dann blieb Snelder bei einer THC-Offensivaktion liegen und Schmelzer erwischte es etwas später am Ellenbogen. Der Ton auf dem Feld schien rauer zu werden.

Der THC ließ sich nicht beeindrucken. Göppingen warf bis zur 45. Minute nur vier Tore, davon zwei Gewaltwürfe von Ania Rösler. Die 10-Tore-Führung der Gäste war daher beim 19:28 in Reichweite. Katrin Engel sorgte anschließend im Gegenstoß für den zweistelligen Vorsprung. Die Knezevic konnte dann zwischenzeitlich leicht verkürzen, musste nach einem Rückpass der THC-Abwehr zur mittlerweile eingewechselten Dinah Eckerle aber den Gegenstoß zum 21:31 hinnehmen. Die rasante Lydia Jakubisova stellte nach 55 Minuten mit ihrem achten Treffer auf 24:35. Spät drehte zudem Franziska Mietzner auf. Beim 28:40 war das „Run&Gun“ zu Ende. Ana Petrinja und Lydia Jakubisova waren die besten Schützinnen, sie erzielten jeweils acht Treffer.