10.05.2015 19:17 Uhr - Champions League - Christian Ciemalla

Woltering führt Podgorica zum Sieg in der Champions League

Clara Woltering zeigte auch im Finale eine starke Leistung und erhielt den CL-Pokal aus den Händen von EHF-Präsident Jean BrihaultClara Woltering zeigte auch im Finale eine starke Leistung und erhielt den CL-Pokal aus den Händen von EHF-Präsident Jean Brihault
Quelle: sportseye.de
Bereits im Halbfinale war Clara Woltering der Rückhalt bei Buducnost Podgorica und die deutsche Torhüterin sollte auch im Finale zu einer der Matchwinnerinnen werden. Hinter einer überragenden Deckung war Woltering immer wieder zur Stelle und einer der Gründe für die deutliche 14:8-Führung zur Pause. Zum Ende der Partie kam Larvik HK zwar noch einmal auf, die Wende gelang den Norwegerinnen aber nicht mehr - obschon Nora Mork zehn Treffer erzielte. Podgorica hatte im gestrigen Halbfinale Vardar Skopje ausgeschaltet und holte sich ungeschlagen den Titel in der Königinnenklasse, beste Schützinnen des Siegers waren im Finale Katarina Bulatovic mit sieben und Majda Mehmedovic mit sechs Toren.

Buducnost Podgorica erwischte einen Start nach Maß in die Partie, dabei gab es bereits in der ersten Minute eine Schrecksekunde, als mit Cristina Neagu eine der Schlüsselspielerinnen bereits in der ersten Minute umknickte und behandelt werden musste. Die Mannschaft aus Montenegro ließ sich dadurch aber nicht verunsichern, eine erste Parade von Clara Woltering und Treffer von Majda Mehmedovic und Katarina Bulatovic sorgten für ein schnelles 2:0. Als Mehmedovic vom Kreis nachlegte und Radmila Petrovic trotz Unterzahl auf 4:0 erhöhte, schienen die Weichen früh gestellt.

Nora Mork konnte aus dem Rückraum dann zwar nach fast Minuten den ersten Treffer für Larvik erzielen, doch die Norwegerinnen taten sich auch in der Folge schwer gegen die glänzend verschiebende Defensive des Gegners. Doch auch in der Offensive des Teams aus Montenegro hakte es in den folgenden Minuten, über fünf Minuten gelang kein Treffer. Larvik konnte so verkürzen, zwei Einzelaktionen von Nora Mork brachten den Anschlusstreffer - der Ausgleich aber sollte nicht gelingen.

Katarina Bulatovic beendete die Durststrecke von Buducnost, der Schlüssel aber blieb vor allem die weiterhin sehr konzentriert agierende 6:0-Deckung, die immer wieder im richtigen Moment heraustrat, um den Angriff Larviks erfolgreich zu unterbinden. Wenn sich die Norwegerinnen doch einmal eine Wurfchance erspielten, dann war zudem Clara Woltering zur Stelle - lediglich acht Gegentreffer musste die deutsche Nationaltorhüterin im ersten Durchgang hinnehmen. Als Neagu einen Strafwurf zum 6:3 verwandelte, war der Abstand wieder auf drei Tore angewachsen und Larvik nahm die Auszeit.

Buducnost ließ sich in der Folge aber nicht mehr aus dem Tritt bringen, bis zum 9:7 wurde die Führung verteidigt und in den letzten fünf Minuten des ersten Abschnitts brannte das Team aus Montenegro dann noch einmal ein Feuerwerk ab: Die gute Deckungsarbeit wurde nun in Ballgewinne und einige einfache Treffer im Gegenstoß umgemünzt und nach vier Treffern in Folge war der Abstand beim 13:7 auf sechs Tore angewachsen. Mit einem fulminanten Wurf aus dem Rückraum setzte Kristine Breistol noch einmal ein Zeichen für Larvik, doch Buducnost antwortete umgehend: Mit der Sirene setzte Katarina Bulatovic das Spielgerät zum 14:8-Pausenstand in den Winkel.

Nach dem Seitenwechsel hatte Buducnost das Spiel weiterhin fest im Griff. Als Majda Mehmedovic den Abstand eine Viertelstunde vor Spielende auf 21:13 schraubte, schien eine Vorentscheidung bereits gefallen. Doch Larvik stemmte sich gegen die drohende Niederlage, neben Nora Mork kam nun auch Anja Hammerseng-Edin in der Offensive besser ins Spiel. Nach einem von Linn Sulland verwandelten Strafwurf brachte die Rückraumspielerin ihr Team mit einem Doppelschlag auf 21:16 heran. Buducnost antwortete zwar durch Milena Knezevic, doch das Team aus Montenegro verlor nun etwas den Faden. Die Deckung offenbarte einige Lücken, in der Offensive wurde der Ball verloren und obendrauf gab es noch eine Strafzeit.

Die Norwegerinnen schöpften noch einmal Hoffnung, Anja Hammerseng-Edin und Nora Mork brachten Larvik beim 22:18 wieder auf vier Tore heran und zwangen damit Buducnost zur Auszeit. Sieben Minuten vor dem Ende war das Team aus Montenegro noch einmal unter Druck geraten - doch es hielt stand. Radmila Petrovic setzte das 23:18 und nach der Antwort von Marit Malm Frafjord war auch wieder auf die Deckung Verlass. Larvik gelang es in den nächsten drei Angriffen nicht, weiter zu verkürzen und mit dem 24:19 durch Dragana Cvijic war die Partie zwei Minuten vor dem Ende dann entschieden. In den letzten Sekunden wurde die Handbremse gelöst, sehenswerte Treffer auf beiden Seiten sorgten für einen begeisternden Abschluss - änderten aber nichts mehr am verdienten 26:22-Erfolg für Buducnost Podgorica.