29.10.2006 20:59 Uhr - 1. Bundesliga - Timo Hölscher - www.hbvf.de

Leverkusen siegt problemlos in Buxtehude

Eine komplette Spielerin: <br>Nadine KrauseEine komplette Spielerin:
Nadine Krause
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer

Aufgrund einer überragenden ersten Hälfte hat Bayer Leverkusen auch in dieser Höhe verdient am Ende klar mit 37:29 (18:8) beim Ligaschlusslicht Buxtehuder SV gewonnen. Vor 1.300 Zuschauern zeigten die Gäste modernen und temporeichen Handball, dem der Gastgeber bis zur Pause nichts entgegensetzen konnte. Beste Torschützinnen beim alten und neuen Tabellenführer waren Nadine Krause (elf Tore) und Michaela Seiffert (sieben), außerdem spielte Nationaltorfrau Sabine Englert mit 18 Paraden gewohnt stark. Beim BSV gefielen Katharina Schulz (sieben Tore) sowie Natascha Kotenko (11/5 Tore) jeweils in der zweiten Hälfte.

Ohne die Verletzten Joana Kern, Anna Szymanska, Susanne Henze und Julia Harms geriet der BSV von Anfang an in Rückstand und verkrampfte im ersten Durchgang mehr und mehr. Chancen im Angriff blieben ungenutzt und man leistete sich etliche Abspielfehler, so dass die souverän aufspielenden Gäste keine Probleme hatten, bereits in der ersten Viertelstunde alles klarzumachen. Beim 4:13 in der 16. Minute hatte Leverkusen sechs Tore nach Gegenstößen erzielt. Da nützte auch die Rückkehr von Aleksandra Pawelska von Beginn an beim Tabellenletzten nichts, die nach ihrer Meniskus-OP noch nicht wieder die gewohnte Sicherheit hatte.

Leverkusens Abwehr stand sicher und Torwart Englert hatte bereits nach 18 Minuten zehn Bälle abgewehrt. Zudem agierte man im Angriff schnörkellos mit präzisem Passspiel, bis sich jeweils die sich bietende Lücke auftat. BSV-Torfrau Debbie Klijn hatte keine Chance gegen eine hundertprozentige Gästechance nach der anderen, parierte aber immerhin noch zwei freie Gelegenheiten nach Gegenstößen im ersten Durchgang. Doch auch diese Paraden nützten nicht viel, da ihre Vorderleute mental und körperlich platt erschienen nach dem Kräfte raubenden Spiel am Mittwoch gegen Trier. Krause, Seiffert und Yvonne Fillgert hatten bis zur Pause beim Stand von 8:18 zusammen 14 Treffer für die Gäste erzielt.

Aus der Pause kam der BSV wie verwandelt und kämpfte sich zurück ins Spiel. Nationalspielerin Schulz und Kotenko trafen zusammen zwölfmal im zweiten Durchgang, doch bis auf näher als sechs Tore kurz vor Schluss kam der Gastgeber nicht mehr heran. Zu souverän präsentierte sich der Tabellenführer heute in Niedersachsen, der ebenso wie Buxtehude im zweiten Durchgang fleißig durchwechselte. Sechs Minuten durfte auch Geburtstagskind Lena Knipprath im Gästetor ran, eine Parade blieb ihr aber verwehrt. Beim BSV spielten die Youngsters Franziska Hipler sowie Julia Lupke lange mit, wobei Letztgenannter sogar zwei Treffer gelangen.

Melbeck erneut verletzt

Die Zuschauer freuten sich am Ende noch über zwei Kempatore des Gastgebers, der die Partie nach der Pause ausgeglichen gestalten konnte. Schrecksekunde für Buxtehude jedoch in der 40. Minute, als sich Nationalspielerin Stefanie Melbeck nach einem Foul ihrer Gegenspielerin Lyn Byl am rechten Ellenbogen erneut verletzte und lange liegenblieb. Laut einer ersten Diagnose recht man beim BSV lediglich mit einer Bänderdehnung, Genaueres soll eine morgige Untersuchung ergeben. Beste Spielerin in der Mannschaft von Renate Wolf war heute wieder einmal Nadine Krause, die neben ihrer elf Treffer auch als Anspielerin mit klugem Auge sowie in der Abwehr glänzte.

Trainerinnenstimmen nach der Partie:

Heike Axmann
, Buxtehuder SV:
In der ersten Halbzeit waren wir wie das Kaninchen vor der Schlange und haben grottenschlecht gegen eine super gute Mannschaft gespielt. Nach der Pause hat meine Mannschaft die Chance genutzt, Selbstvertrauen zu tanken und sich bis zum Ende gegen die Niederlage gewehrt. Grundsätzlich klafft aber derzeit zwischen Buxtehude und Leverkusen eine Kluft. In Blomberg erwartet uns jetzt ein Vier-Punkte-Spiel.

Renate Wolf, Bayer Leverkusen:
Die erste Halbzeit war traumhaft, da haben wir fast perfekten Handball gespielt und richtig gut gedeckt. In der zweiten Hälfte haben sich bei uns einige Fehler eingeschlichen und die Leistung war nur noch mäßig. Buxtehude hat dann echt gekämpft und uns mit der Riesen-Stimmung das Leben schwer gemacht. Ich denke, am Ende haben wir hier verdient gewonnen. Buxtehude gehört nicht dahin, wo es sich derzeit befindet.