02.03.2015 09:26 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Metzingens Alexander Job: Weckruf nach zähem Derbysieg über Göppingen

Antreiberin in Abwehr und Angriff: Julia BehnkeAntreiberin in Abwehr und Angriff: Julia Behnke
Quelle: Marco Schultz
Die zwei Punkte und die Steigerung in der zweiten Halbzeit waren die zwei Dinge, die Metzingens Trainer Alexander Job am Samstagabend beim Derby gegen den Vorletzten Frisch Auf Göppingen gefallen hatten. „Ich freue mich, dass meine Derbyserie gegen Göppingen hält“, übte sich der 38-jährige Kommandogeber der „TusSies“ in Sarkasmus und machte keinen Hehl daraus, wie wenig ihm der Auftritt der Gastgeberinnen insgesamt gefallen hatte. Zugleich warnte Job vor den nächsten „Pflichtaufgaben“ und riet seinen Spielerinnen zu mehr Trainingsfleiß. Denn in den kommenden Wochen trifft die TuS Metzingen auf weitere Gegner aus der unteren Tabellenhälfte.

„Das Gute war, dass wir die Kurve gekriegt haben“, holte Metzingens Trainer Alexander Job nach den 60 Minuten gegen Frisch Auf Göppingen aus. Die abstiegsbedrohten Gäste hatten in der Öschhalle von Beginn an frech und energisch aufgespielt und das Spiel an sich gerissen. Metzingen gelang über weite Strecken wenig. Nach acht Minuten lag der Favorit mit 3:5 zurück. Zwar gelang der Job-Sieben in der ersten Halbzeit mehrmals der Ausgleich, Göppingen hatte aber in Lina Krhlikar und Nicole Dinkel die besseren Ideengeberinnen und setzte sich immer wieder ab. „Da war ein Mangel an Bewegung“, musste hingegen Alexander Job feststellen. Das 11:13 zur Pause war die Quittung.

Erst nach der Pause konnte Metzingen besser aufspielen. „Göppingen musste dann den Verletzungen und Krankheit Tribut zollen“, kommentierte er den Spielverlauf, als sein Team nach dem 16:16-Ausgleich nach vierzig Minuten das Spiel an sich riss und sich absetzte. „Wir haben gekämpft, das war gut“, sah Göppingens Aleksandar Knezevic in dieser Phase den Coup dahinschwinden. Er reiste aber mit der Hoffnung ab, spielerisch einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. „Wir haben dann deutlich besser verteidigt und hatten im Angriff mehr Bewegung ohne Ball“, beschrieb Job derweil die Schlüssel für den 27:21-Erfolg, der in Julia Behnke und Jasmina Jankovic seine Garantinnen hatte.

Während Knezevic seine Spielerinnen „für die ersten 40 Minuten“ lobte, war Job davon jedoch weit entfernt. Vielmehr appellierte er an sein Team. „Wir müssen unsere eigenen Leistungen weiterentwickeln, unabhängig vom Gegner“, forderte der Metzinger Trainer. Mit Trier, den Füchsen Berlin, Celle und Bad Wildungen erwarten die Ermstälerinnen in den kommenden Wochen weitere vermeintlich leichte Gegner. „Ich hatte ja schon vor Göppingen gewarnt“, mahnte Job vor allem Konzentration in der Spielvorbereitung an. „Wir müssen über die komplette Saison auch im Training konstante Leistungen zeigen. Dann werden wir auch in den nächsten Wochen weiter punkten.“

Der Appell von Job kommt nicht von ungefähr. Die mit mehreren Nationalspielerinnen gespickten „TusSies“ sollen möglichst in dieser Saison den internationalen Wettbewerb erreichen. Da die Handball-Bundesliga der Frauen fünf Startplätze hat, müssen die Schwäbinnen ihren aktuellen fünften Platz zwingend verteidigen. Ärgster Verfolger ist aktuell der TSV Bayer 04 Leverkusen, der mit einem Heimsieg gegen den Tabellenvierten VfL Oldenburg aufhorchen ließ. Den Sechsten Leverkusen (21), Metzingen (23), Oldenburg (24) und den Tabellendritten Leipzig (25) trennen nur vier Zähler. Wie in Göppingen dürften auch in Metzingen nun die „Wochen der Wahrheit“ anbrechen.