28.02.2015 20:25 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Metzingen bleibt oben dran: Grippewelle zieht Göppingen in Führung den Stecker

Shenia Minevskaja: 6/3 TrefferShenia Minevskaja: 6/3 Treffer
Quelle: groundshots.de
Nach sechs Spielen ohne Sieg trat Frisch Auf Göppingen am Samstagabend bei der TuS Metzingen an. Im schwäbischen Derby behielten die favorisierten Gastgeberinnen die Oberhand. Vor 860 Fans besiegten die Ermstälerinnen Göppingen mit 27:21 (11:13). Dabei waren die Gäste im festen Griff der Grippewelle und konnten lediglich neun etatmäßige Spielerinnen aufbieten. Mit Lisanne Petschel sprang eine A-Jugendliche als zweite Torfrau ein, die aber nicht eingesetzt wurde, da Melanie Herrmann stark agierte. Göppingen spielte zunächst prächtig auf, knickte aber nach 40 Minuten allmählich ein. Metzingen zog das Spiel in der Schlussphase an sich und ging als deutlicher Sieger vom Feld.

„Wille und Emotionen“ hatte Göppingen Trainer Aleksandar Knezevic von seinen Spielerinnen beim Derby in Metzingen gefordert. Alexander Job, Trainer der TusSies, hatte vor den Gästen gewarnt: „Es wird ein schweres Spiel. Wenn wir es nicht schaffen uns zu konzentrieren und zu fokussieren, wird es sehr schwer für uns.“ Göppingen trat jedoch stark ersatzgeschwächt in Metzingen an. Ania Rösler, Jessica Jochims, Iris Guberinic und Michaela Hrbkova hatten sich abgemeldet. Beate Scheffknecht, Anja Brugger, Maike Daniels und Anika Leppert fehlen ohnehin. Aleksandar Knezevic nominierte die A-Jugendliche Lisanne Petschel im Tor nach, um mit zehn Spielerinnen auflaufen zu können.

Metzingen konnte derweil nahezu aus dem Vollen schöpfen. Neben Anna Loerper, Bernadett Temes und Julia Behnke stand auch Patricia Stefani wieder im Kader von Alexander Job. Nur Barbara Leibssle-Balogh fehlte bei den Ermstälerinnen. Dennoch waren es die Göppingen, die durch Milena Rösler den ersten Treffer markierten. Göppingen spielte geduldig, während Metzingen wesentlich rasanter zuwerke ging. Die Gastgeberinnen leisteten sich dabei mehr Fehler und gerieten dadurch nach sieben Minuten mit 3:4 in Rückstand. Anouk van der Wiel hatte den Göppinger Führungstreffer markiert. Melanie Herrmann wehrte kurz darauf einen Strafwurf ab, ihre dritte Parade.

Vorne traf Nicole Dinkel bei Göppingen die richtigen Entscheidungen, nach Ballverlusten formierten sich die Gäste zudem blitzschnell. Das 4:5 von Ina Großmann war nach zehn Minuten der erste Gegenstoßtreffer des Derbys. Großmann sollte nun mit Einlaufen von außen Lücken in die Göppinger Abwehr reißen. Milena Rösler durchschaute den Plan aber. Allmählich avancierte das Duell derweil zum Duell der Torleute, da sich Jasmina Jankovic beträchtlich steigern konnte. Drei Würfe in Serie wehrte die Niederländerin mit bosnischen Wurzeln ab. Damit sandte sie ein Signal an ihre Vorderleute, die nach einer Viertelstunde vor allem gegen Lina Krhlikar entschlossener attackierten.

Alexander Job benötigte dennoch das Mittel der Auszeit, nachdem Ina Großmann den Konter zum 6:6-Ausgleich an Herrmann vergeben hatte. Es folgten weitere starke Reflexe von Jankovic, die einen Strafwurf von Nicole Dinkel und einen Versuch von van der Wiel parierte. Umso mehr musste es sie ärgern, dass Metzingen im Angriff immer wieder Ballverluste produzierte und dadurch beim 6:8 sogar mit zwei Toren in Rückstand geriet. Loerper glich zwar beim 9:9 von der Markierung aus und danach hatte Metzingen in Milica Jovic eine gute Werferin. Aber Herrmann wehrte noch mehrere Versuche ab und Milena Rösler zeichnete in Überzahl schließlich für das 11:13 verantwortlich.

Metzingen hatte in den ersten dreißig Minuten nicht zu seinem Spiel gefunden. Das lag vor allem an Melanie Herrmann, die zehn Treffer verhindert hatte. Shenia Minevskaja traf zwar beim 12:13 nach 32 Minuten erstmals aus dem Feld, Petrinja und Windisch, mit ihrem ersten Treffer für Göppingen seit sechs Wochen, sorgten aber für das 12:15. Die „Pink Ladies“ rannten weiter hinterher. Immerhin deckte Metzingen nun wesentlich engagierter und zwang Göppingen mit dem 15:16-Anschlusstreffer in eine Auszeit. Im Angriffsspiel der Gäste fehlte nach acht Minuten die zündende Idee. Die blieb jedoch aus. Als Großmann zum 17:16 konterte, führte Metzungen nach 41 Minuten erstmals.

Göppingen versuchte mit einer Positionsabwehr gegen Minevskaja gegenzusteuern, die den Strafwurf zur Zwei-Tore-Führung neben das Tor setzte. Doch vergeblich: Nun häuften sich bei Grün-Weißen die Abspielfehler in der Offensive, da Metzingen das Kreisläuferspiel nahezu immer unterband. Der knappe Kader und die hohe Intensität schienen die Konzentration zerstört zu haben. Metzingen nutzte diese schwächste Phase der Gäste. Metzingens beste Werferin Julia Behnke stellte nach 47 Minuten auf 20:16. Die TusSies hatten noch Körner und machten nun das Spiel. Minevskaja sorgte mit ihrem sechsten Treffer beim 24:17 für die vorzeitige Entscheidung.