09.02.2015 09:29 Uhr - 1. Bundesliga - ewo

Bietigheim gelingt wichtiger Auswärtserfolg

Nach Steigerung im zweiten Durchgang war es ein verdienter 28:22 Sieg für die SG BBM Bietigheim in Bad Wildungen. Die Enztälerinnen verschaffen sich Luft im Abstiegskampf und klettern auch aufgrund der Celler Niederlage gegen Oldenburg um zwei weitere Plätze und sind nun schon Neunter, punktgleich mit den jetzt auf zehn liegenden Vipers.

Im Duell zwischen der HSG Bad Wildungen Vipers und der SG BBM Bietigheim hatte das Heimteam angekündigt, den Negativtrend der vergangenen Wochen stoppen und vor den heimischen Fans wieder einen Sieg einfahren zu wollen. Die Gäste aus dem Enztal hatten in der Vorwoche in Celle gepunktet und traten dank dieses Sieges selbstbewusster auf. Während die Vipers auf den vollen Kader zurückgreifen konnten, fehlen bei der SG BBM auch heute die beiden Langzeitverletzten Zivile Jurgutyte und Tanja Jörgensen, beide Kreuzbandriss, außerdem laboriert Angela Malestein noch an den Folgen einer Handverletzung und fällt vermutlich noch bis zur nächsten Woche aus.

Die HSG startete mit einer 6:0 Deckung, die jedoch nach kurzer Zeit auf 5:1 mit Bolze auf der vorgezogenen Position umgestellt wurde. Beide Teams begannen nervös, nach langer erster Angriffphase für die Vipers traf Annika Busch, der Wurf zählte jedoch nicht, da die Spielerin auf der Linie stand. Der Gegenangriff wurde nach Schrittfehler von Simone Larsen Poulsen abgepfiffen. Bietigheims Deckung stand hingegen von Beginn an sicher, Laura Vasilescu wurde fast durchgehend mit Sonderbewachung versehen, was auch nach der Anfangsphase gut funktionierte, im Mittelblock zeigte besonders Hanna Yttereng eine hervorragende Leistung.

Die SG BBM hatte zunächst die gewohnten Probleme Lücken in der gegnerischen Abwehr zu erarbeiten und ein schnelles Spiel nach vorne aufzubauen. Hier fehlt nach wie vor eine Mittespielerin, die die nötigen Akzente setzen kann. Im Bad Wildunger Angriff konnte zunächst Laura Vasilescu Akzente punkten, sie erzielte fünf der ersten sechs Tore, wurde dann aber von der gegnerischen Deckung besser kontrolliert.

Bietigheim hatte in Anna Wysokinska einen starken Rückhalt, sie wehrte in den ersten Minuten einen Strafwurf von Laura Vasilescu ab und parierte in der Folge auch mehrere freie Würfe der Vipers. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit konnte sich aber keines der Teams entscheidend absetzen, Bietigheim hatte die bessere Deckung, war im Angriff aber noch nicht durchschlagskräftig genug.

Mit dem 11:12 per Siebenmeter durch Sarah van Gulik ging es n die Kabinen. In Halbzeit zwei startete die SG BBM druckvoll und erspielte sich binnen drei Minuten einen vier Tore Vorsprung. In der 38. Minute erzielte Klaudia Pielesz mit ihrem ersten Treffer zum 12:16 die erste vier Tore Führung für die Gäste, die nun das Spiel kontrollierten.Nach einem weiteren Fehlwurf der Vipers erzielte Hanna Yttereng das 13:18. Die Fehlerquote blieb weiterhin auf beiden Seiten hoch, Bietigheim konnte aber trotz vergebener Chancen die Führung weiter ausbauen, da das Angriffsspiel der Vipers ins Stocken geraten war.

Während Zeitspiel für Bietigheim in der 41. Spielminute warf Klaudia Pielesz aus 9 Metern das 13:19. Nach schneller erster Welle traf Sarah van Gulik für die Vipers zum 14:19, Bietigheim konterte jedoch umgehend mit dem 14:20 durch Linda Mack. Einen Ballverlust der Vipers im nächsten Angriff konterte Bietigheim mit dem 14:21 durch Isabelle Jongenelen. Den nächsten Wurfversuch der Vipers konnte Wysokinska erneut abwehren. Die Vipers hatten zunehmend Probleme, sich gegen die gut stehende Bietigheimer deckung durchzusetzen, nach 47.min 16:22. Die nächsten beiden Treffer für Bietigheim erzielte Simone Larsen Poulsen, jeweils nach Wacklern.

Aufgrund der deutlichen Führung brachte Martin Albertsen nach 50 Minuten die 17jährige Louisa de Bellis und auf Rechtsaußen Milana Vlahovic. Beide jungen Spielerinnen nutzen die Chance und erzielten Treffer für Bietigheim, so warf Vlahovic nach schönem Anspiel von Pielesz das 19:27, im Gegenzug konterte Annika Busch zum 20:27.

Drei Minuten vor Schluss nahm Martin Albertsen noch ein Timeout, Wildungens Coach Tessa Bremmer beorderte ihr Team nun in eine offensive Deckung, was Martin Albertsen mit dem Einsatz der beweglichen Tea Grubisic konterte. Bad Wildungen konnte mit seinen letzten beiden Treffern aber kaum noch Ergebniskosmetik betreiben, da auch Bietigheims Linksaußen Gina Lorentsen noch einen weiteren Treffer erzielte.

Die individuell stärkere Besetzung der Bietigheimerinnen musste nach dem Spiel auch Vipers Trainerin Tessa Bremmer anerkennen: "Das Spiel war in der ersten Halbzeit sehr offen, wir hatten aber unsere Probleme mit der sehr engen Regelauslegung der Schiedsrichter, das störte die kämpferische Einstellung der Mädchen", klagt Bremmer. In der zweiten Halbzeit seien ihre Spielerinnen dann schlecht gestartet. "Unser Gegner durfte sehr lange spielen und im eigenen Angriff fehlte uns das Glück und wir haben auch zu viele Fehler gemacht." Von einer Krise möchte man in Bad Wildungen aber noch nicht reden, das das Team schon 9 Punkte habe und noch viele Chancen bestünden, weitere zu holen.

Bietigheims Coach Martin Fruelund Albertsen war mit der Deckungsleistung seiner Mannschaft zufrieden: "Wir haben im vergangenen Monat viel daran gearbeitet uns als Team zu entwickeln. Mit der kämpferischen Einstellung unserer Deckung bin ich heute zufrieden," konstatierte der Däne, "aber an unserem Angriff müssen wir weiter arbeiten, gerade auch daran, dort besser zusammen zu spielen um uns Chancen zu erarbeiten, dort waren wir heute nicht effektiv genug. Zwölf Tore sind einfach zu wenig und wir haben auch noch eine zu hohe Fehlerquote."