01.02.2015 17:31 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Oldenburg überragt: Göppingen unterliegt Buxtehude nach großem Kampf

13 Treffer: Jessica Oldenburg13 Treffer: Jessica Oldenburg
Quelle: groundshots.de
700 Zuschauer in der EWS Arena sahen ein über weite Strecken leidenschaftliches Spiel beider Teams. Der seit fünf Spielen ungeschlagene Buxtehuder SV führte dabei schnell mit 10:5. Die Hausherrinnen zeigten jedoch eine Reaktion auf die hohe Niederlage beim Thüringer HC am vergangenen Wochenende. Bis zum 13:15-Halbzeitstand holten sie den Rückstand nahezu auf, und danach starteten die Grün-Weißen überragend in die zweite Spielhälfte. Buxtehude bewahrte jedoch im Rückstand unter großem Druck die Nerven. Im Eins-gegen-Eins riss das Leun-Team die Führung zehn Minuten vor Schluss wieder an sich und distanzierte den Underdog noch deutlich mit 35:27.

„David“ Göppingen startete kämpferisch ins Spiel gegen „Goliath“ Buxtehude, der nach fünf Siegen in Serie zum Fuß des Hohenstaufen gereist war. Auch die BSV-Spielerinnen wollten sich offenbar nicht großartig mit „Abtasten“ aufhalten. Und so stürzten sich beide Mannschaften in die Partie. Etwas überhastet wurden die ersten Chancen des auf dem Papier ungleichen Duells vergeben. Doch dann platzte auf beiden Seiten fast gleichzeitig der Knoten. Buxtehudes Marcella Deen traf als erste. Danach konnten die Gäste immer einen Treffer vorlegen, ehe Friederike Gubernatis nach sieben Minuten auf 2:4 stellte. Göppingen scheiterte in dieser Phase dreimal an Antje Lenz im BSV-Tor.

Buxtehude überarbeitete sich mit einer offensiven Abwehr Vorteile. Göppingen machte Fehler, auch in der Abwehr stimmte teils die Zuordnung nicht. Die Sieben von Aleksandar Knezevic konnte sich aber zurück ins Spiel kämpfen und erzielte nach einer Doppelparade von Melanie Herrmann, die zwei freie Chancen parierte, in der zwölften Spielminute das 4:6. Nicole Dinkel traf in der temporeichen Partie von der Markierung, Seline Ineichen hatte den Strafwurf erwirkte. Erstmals war dann auch die unter der Woche von Koblenz verpflichtete Lina Krhlikar im Göppinger Trikot am Ball. Sie kam aber nach einem riskanten Pass von Maike Daniels nicht an den Ball und Lone Fischer konterte zum 4:8.

Die zweite Aktion der Slowenin war dann erfolgreich, und sie schien den Grün-Weißen einen wichtigen Impuls zu geben. Die Göppinger Abwehr wirkte fokussierter. Doch der nächste Fehler im Angriff folgte, weswegen die Schwäbinnen nach einer Viertelstunde weiterhin ein Vier-Tore-Paket schultern mussten, ehe Jessica Oldenburg mit ihrem vierten Treffer zum 5:10 auf fünf erhöhte. Aleksandar Knezevic verlangte eine Auszeit. Er musste von seinen Spielerinnen fordern, den Abschluss besser vorzubereiten und sich in der Abwehr mehr zu bewegen. In der Offensive sorgte Ania Rösler danach für nötigen Impulse. Zwei Treffer und zwei Assists bedeuteten das 9:11.

Göppingen hatte in Unterzahl eine glänzende Reaktion gezeigt, konnte aber nicht nachsetzen. Buxtehude agierte geschickt und ließ sich nicht unter Druck setzen. Marcella Deen suchte sich für ihre nächste Sperre Michaela Hrbkova aus. Die Slowakin konnte die Situation nur auf Kosten eines Strafwurfs klären. Die 16-jährige Emily Bölk übernahm die Verantwortung, auf Gegenseite scheiterte hingegen Anouk van de Wiel, die Knezevic auf Außen einsetzte. Gegen die Rückraum-Spielerinnen der Gäste wirkte Göppingen dann abermals machtlos. Die Gäste nutzten neben einfachen Treffern von neun Metern auch die Strafwurf-Linie der Schiedsrichter geschickt zu ihren Gunsten.

Bis zum Pausenpfiff konnte sich Göppingen jedoch abermals herankämpfen. Dirk Leun hatte 128 Sekunden vor der Sirene eine Auszeit genommen, aber sein Team traf nicht mehr. Zur Begeisterung der Göppinger Fans, die ihr Team mit Applaus in die Kabine verabschiedeten, gelang vielmehr den Hausherrinnen einen 3:0-Lauf zum 13:15-Halbzeitstand. Nach einem BSV-Stürmerfoul konnte Iris Guberinic kurz nach Wiederanpfiff sogar auf ein Tor verkürzen. Göppingen deckte nun defensiv und zwang den Favoriten dadurch zu weiteren Fehlern. Gleichermaßen war der Ofen in der EWS Arena angefacht und die Unterstützung von den Rängen pushte die Grün-Weißen weiter.

4 Minuten und 10 Sekunden nach Wiederbeginn stellte Nicole Dinkel das Spiel mit ihrem 16:16-Strafwurf auf null. Göppingen schien über sich hinaus zu wachsen. Anouk van de Wiel sorgte für den 17:16-Vorsprung. Jessica Oldenburg hielt mit ihrem siebten Treffer dagegen, doch das Momentum schien jetzt bei den Hausherrinnen zu liegen, die durch Seline Ineichen auf 19:17 erhöhten. Die Wende hatte sich angedeutet, aber noch wartete Dirk Leun mit der Auszeit. Unter anderem in Lena Zelmel wusste er nervenstarke Spielerinnen in seiner Sieben, die 21-Jährige konterte nach 44 Minuten für den 22:22-Ausgleich. Die Dramatik und Spannung waren zum Greifen.

Buxtehude wechselte im Tor. Julia Gronemann unterstützte ihr Team hervorragend. Die letzte Viertelstunde würde die Entscheidung bringen. Göppingen nahm Jessica Oldenburg aus dem Spiel, kassierte aber das 22:23 von Isabell Klein und das 23:24 per Strafwurf von Lone Fischer. Zudem wurde ein Wurf von Nicole Dinkel geblockt. Buxtehude schien zusammenzurücken und besann sich auf seine Stärken und die Routine, die bei den in der EM-Pause deutlich verstärkten Göppingerinnen noch fehlt. So gelang dem BSV binnen fünf Minuten die Wende zum 23:27. Göppingen überdrehte im Angriff und erhielt die Quittung, da Buxtehude das Tempospiel bis zum 35:27-Sieg routiniert durchzog.