14.10.2006 19:15 Uhr - 1. Bundesliga - Christian Ciemalla

HC Leipzig vor Einzug in Champions League - 42:20 gegen Artas

Der deutsche Handball-Meister HC Leipzig hat das Ticket für den Einzug in die Gruppenphase der Champions League so gut wie in der Tasche. Die Mannschaft von Trainer Morten Arvidsson deklassierte im Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde den zwölfmaligen griechischen Meister GAS Anagennisi Artas mit 42:20 (20:10) und fährt mit einem beruhigenden Torepolster zum Rückspiel am kommenden Samstag nach Griechenland.

Susann MüllerSusann Müller
Quelle: Heiner Lehmann - sportseye.de


Ulrike StangeUlrike Stange
Quelle:
Vor 2.147 Zuschauern, unter ihnen auch der ehemalige Trainer Martin Albertsen und Nina Wörz, begannen die Leipzigerinnen mit Respekt gegen die unbekannten Griechinnen. Aufgrund der eigenen, durch zahlreiche Verletzungen angespannten, Personalsituation und der zahlreichen osteuropäischen Namen im Team des griechischen Meisters gab es in den ersten Minuten ein leichtes Abtasten. Rikke Nielsen schloss den ersten Angriff der Leipzigerinnen zum 1:0 ab, doch zunächst hielten die Griechinnen mit. Vasilki Skara glich mit einem sehenswerten Tor aus der eigenen Hälfte ebenso aus, wie kurz darauf Stankute zum 2:2. In der Defensive hatte Torhüterin Chana Masson zu diesem Zeitpunkt bereits drei Paraden verzeichnet und so einen Rückstand ihrer Mannschaft verhindert.

Ab der vierten Minute übernahm dann aber der HCL das Kommando. Die bewegliche Abwehr stand nun sicher und hatte gegen das durchschaubare Angriffsspiel des griechischen Meisters keine Probleme. Vier Tore in Folge brachten den Leipzigerinnen so eine 6:2-Führung, doch der Torhunger der Leipzigerinnen war damit noch lange nicht gestillt. Sehenswerte Spielzüge und Gegenstösse lösten sich ab und so wuchs die Führung der Gastgeberinnen kontinuierlich weiter an. Kurz vor der Halbzeit sorgte Rikke Nielsen mit ihrem Treffer zum 20:10 sogar dafür, dass der Vorsprung des Favoriten zum Seitenwechsel im zweistelligen Bereich lag.

Zur Freude der Zuschauer nahm Leipzig auch im zweiten Abschnitt kein Tempo aus dem Spiel. Mit Blick auf das Rückspiel in Griechenland wollte der deutsche Meister kein Risiko gehen und den Vorsprung so deutlich wie möglich werden lassen. Vier Treffer in Folge nahmen unterdessen den Gästen gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts die Hoffnung auf einen im Rückspiel aufholbaren Rückstand. Vor allem Susann Müller und Ulrike Stange stellten immer wieder eindrucksvoll ihre Torgefahr unter Beweis und trieben das Ergebnis am Ende auch über die von den Fans geforderte 40er-Grenze. Das 42:20 feierten die heimischen Fans mit Standing-Ovations, ihre Mannschaft hatte eine beeindruckende Vorstellung abgeliefert und dürfte bereits so gut wie sicher in der anvisierten Hauptrunde der Champions League stehen.

Stimmen zum Spiel:

Morten Arvidsson (HCL-Trainer):
"Wir wurden von den Fans getragen. Wir haben versucht das ganze Spiel sensationell zu spielen. Besonders in der Abwehr und bei Kontern haben wir überzeugt – ich wusste jedes Tor in Europa ist wichtig und diese Einstellung haben wir gut umgesetzt. Wenn wir so spielen wie heute, ist es schwer vorzustellen, dass wir mit 23 Toren in Griechenland verlieren. Heute haben die Spielerin die vollen 60 Minuten durchgezogen. In der Bundesliga hätten wir sicherlich mit 10 Toren weniger gewonnen. Das wir noch ausscheiden, ist eigentlich unvorstellbar. Aber im Handball ist alles möglich. Im Rückspiel werden sicherlich auch die jungen Spielerinnen viel Spielzeit bekommen!

Kay-Sven Hähner (HCL-Manager):
"Wir haben viele Tore gesehen. Ein toller Erfolg!"

Ulrike Stange (HCL-Spielerin):
"Das war mein erstes Europacup-Spiel überhaupt. Da war das natürlich eine traumhafte Premiere!"

HC Leipzig - GAS Anagennisi Artas 42 : 20 (20:10)

HC Leipzig:
Chana Masson (17 P.), Sarah Harnisch (3 P.)
Ulrike Stange 9, Gerd-Elin Albert, Anne Ulbricht, Rikke Nielsen 6/3, Karolina Kudlacz 2, Ingrida Radzeviciute 6, Idalina Borges Mesquita 6, Else-Marthe Soerlie-Lybekk 4, Susann Müller 9/2

GAS Anagennisi Artas:
Yonka Dimou (5 P.), Elena Kalashnikova (7 P.)
Alexandra Skoutela 1, Desislava Lebedeva 3, Panagoula Vemi, Biljana Crvenkoska 2, Vasiliki Skara 2, Ausra Stankute 6, Simona Zapryanova 5/1, Marina Vracheva, Mytro Noula, Natasa Kocevska 1

Zuschauer: 2.147
Schiedsrichter: Mona Förström / Päivi Mitrunen (FIN)
Strafminuten: 2 / 6