12.01.2015 09:57 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm, VfL

Nach Anlaufschwierigkeiten weist Oldenburg den Gast aus Göppingen in die Schranken

Starke Leistung: Angie GeschkeStarke Leistung: Angie Geschke
Quelle: Mario Gentzel
Mit einem 32:27 (18:16)-Erfolg gegen Frisch Auf Göppingen hat der VfL Oldenburg am Sonntag seinen siebten Sieg im zehnten Spiel in der Handball-Bundesliga eingefahren. Um gegen die abstiegsbedrohten Gäste zum Erfolg zu kommen, musste sich der vergangene Woche ins Pokal-Halbfinale eingezogene VfL allerdings strecken. Bis zur 23. Minute hatten noch die Gäste durchgängig geführt – mit bis zu fünf Treffern Vorsprung.

Vier Würfe und vier Treffer ließen nach nicht mal vier Minuten einen 0:4-Rückstand auf der Anzeigetafel erscheinen. Auch danach hatten die Oldenburgerinnen zunächst wenig Mittel gegen die oft schnell abschließenden Göppingerinnen. Im Angriff fehlte dem VfL der Druck, in der offensiven Abwehr die Entschlossenheit. So blieb Frisch Auf auch nach drei VfL-Toren in Folge vorne, führte 7:3 (9.), 10:5 (12.), 12:7 (17.).

Das war durchaus überraschend. Denn Trainer Aleksandar Knezevic musste unter anderem ja auch auf seine verletzte Top-Torschützin Beate Scheffknecht verzichten und brachte in Kreisläuferin Seline Ineichen und der erst diese Woche verpflichteten Rechtsaußen Michaela Hrbková gleich zwei Neue von Anfang an. Die Tore warfen vor allem Ania Rösler und Nicole Dinkel, die mit je drei Treffern die ersten sechs Göppinger Tore warfen.

Seine Probleme gegen den Göppinger Rückraum bekam der VfL (ohne die verletzten Maike Schirmer und Silje Svendsen) etwas in den Griff, als Trainer Leszek Krowicki in seiner Auszeit (9.) beim Stand von 3:7 seiner Deckung mit der Hereinnahme von Thalke Deters und Cara Hartstock und der Abkehr von der offensiven Variante mehr Stabilität verlieh.

Vorne richtete sich das Oldenburger Team an der enorm starken, treff- und passsicheren Angie Geschke auf. Bei 14:14 (24.) glichen die Gastgeberinnen erstmals aus (Hartstock vom Kreis nach Kombination über Müller und Wenzl), zwei Minuten vor der Pause sorgte Julia Wenzl nach einer langen Geschke-Vorlage für die erste Führung (17:16). Zuvor hatte Ineichen ihr neues Team in 36 Sekunden mit ihren ersten beiden Bundesligatoren zum 16:14 (25.) geworfen.

Nach der Pause setzte sich der VfL schnell ab. Die Göppinger Würfe wurden ungenauer, zudem zeigte Torhüterin Tess Wester eine gute Partie. Vor ihr war die Abwehr mit der auch im Angriff guten Hartstock und Deters im Mittelblock ohnehin besser geworden, verhinderte jetzt Durchbrüche und packte entschlossener zu. Bis zur 36. Minute zog der nun häufiger konternde VfL auf 21:16 davon, Kira Schnack schraubte das Resultat auf 25:19 (45.). Zwischendurch erzielte auch Hrbková ihr erstes Bundesligator (17:21/38.).

Am Ende kamen die Gäste noch einmal etwas näher dran. Die eingewechselte Jessica Jochims hielt einige Male gut, ein Doppelschlag Ineichens vom Kreis in der 48. und 50. Minute sorgte für das 22:26. Sieben Minuten vor dem Ende traf Iris Guberinic zum 24:27 (54.), kurz danach kassierte Deters ihre dritte Zeitstrafe.

Doch der VfL ließ auch in Unterzahl keine Spannung mehr zu. Geschke verwandelte, obwohl sie sich bereits im Sturz Richtung Boden befand, Schnack legte auf Wenzl-Vorlage per Konter nach (30:25/57.). Das Spiel war entschieden. „Ein guter Start gegen Oldenburg bringt nichts, wenn man das Tempo nicht durchhält“, sagte Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic. Einen schlechten Auftritt lieferte sein Team aber nicht ab. Die schon in der 18. Minute mit der zweiten Zeitstrafe belastete Maike Daniels sagte dem übertragenden Sender oeins: „Nach sechs Wochen ohne Spiel war das ganz ordentlich.“

„Wir haben uns rechtzeitig gesteigert und uns auch am Schluss nicht nervös machen lassen“, sagte Hartstock. Trainer Krowicki meinte: „Das war jetzt das dritte Mal in Folge, dass wir schlecht in eine Partie kommen. Darüber müssen wir nachdenken. Aber wir wurden rechtzeitig besser und effektiver.“

Insgesamt habe sich sein gesamtes Team gesteigert, drei Spielerinnen wollte er dennoch herausheben: Hartstock, die sich sehr gut entwickelt habe und die ihm neue taktische Möglichkeiten eröffne, Wester wegen ihren Paraden und die überragende Geschke, die bei ihren sieben Toren aus dem Rückraum wieder ein ums anderen Mal die gegnerische Torfrau und den gesamten Abwehrblock ausguckte. Krowicki: „Angie hat die Akzente gesetzt und die ganze Mannschaft mitgerissen.“

Für den VfL geht es am kommenden Samstag um 15 Uhr mit dem Liga-Gastspiel beim HC Leipzig weiter – eine Neuauflage des von den Oldenburgerinnen mit 29:28 gewonnenen Pokal-Viertelfinalspiels vergangene Woche Samstag. Auf Göppingen wartet mit der Partie am Samstag um 19.30 Uhr gegen VL Koblenz/Weibern ein wichtiges Spiel gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf.