03.01.2015 14:55 Uhr - 1. Bundesliga - dsc

"No Go" - Thüringer HC verärgert über Wechsel von Shenia Minevskaja

THC-Coach Herbert Müller hätte Shenia Minevskaja gern wieder im THC-Trikot gesehenTHC-Coach Herbert Müller hätte Shenia Minevskaja gern wieder im THC-Trikot gesehen
Quelle: Mario Gentzel
Mit einem Transferhammer wartete der HC Leipzig kurz vor dem Jahresende auf, der Pokalsieger nahm Nationalspielerin Shenia Minevskaja unter Vertrag. Während sich der abgebende Verein TuS Metzingen aufgrund eines eigenen Angebots zwar überrascht zeigte, sich bei der letztjährigen Torschützenkönigin aber bedankte, sorgte der Wechsel beim Thüringer HC für einige Verärgerung - THC-Coach Herbert Müller spricht von einem "No Go". Minevskaja war vor zwei Jahren vom Thüringer HC nach Metzingen gewechselt und beim Deutschen Meister war mit eine Rückkehr der Nationalspielerin gerechnet worden. Am morgigen Sonntag kommt es zum direkten Aufeinandertreffen, Minevskaja gastiert mit der TuS Metzingen im Viertelfinale des DHB-Pokals beim Thüringer HC.

"Scheni hat es verpasst, sich hier ein Denkmal zu setzen. Verstehen kann ich sie nicht", zeigte sich Herbert Müller gegenüber der Thüringer Allgemeinen verärgert. Der Trainer des Thüringer HC hatte auf eine Rückkehr der Rückraumspielerin gehofft, die die THC-Jugend durchlaufen hatte und 2013 zum Sammeln von Spielpraxis zur TuS Metzingen gewechselt war. "Menschlich ist das für uns alle eine Riesenenttäuschung", sagte THC-Teammanager Maik Schenk gegenüber der TA. Damals sei der Zweijahresvertrag mit ihr in der Absprache aufgelöst worden, "dass wir erster Ansprechpartner sind", fügte Schenk an.

"Das war für Shenias sportliche Entwicklung der richtige Weg", erklärte Herbert Müller mit Blick auf die damalige Entscheidung des Thüringer HC, die Rückraumspielerin ziehen zu lassen. Die Tochter von Swetlana Minevskaja und Andrei Minevsky, deren Eltern mit der UdSSR bzw. GUS WM-Titel und Olympiagold holten, reifte bei der TuS Metzingen zur Leistungsträgerin, in der letzten Saison holte sie sich mit 239 Treffern die Torschützenkrone, in diesem Jahr steht sie wieder an der Spitze der Torschützenliste. "Sie ist schon sehr weit für ihr Alter, kann nicht nur Tore werfen, sondern ist auch eine excelente Vorbereiterin und eine sehr gute Defensivspielerin. Aber sie ist noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen, sie wird in Leipzig den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen", erklärte ihr neuer Trainer Norman Rentsch bei der Vorstellung des Neuzugangs.

"Wir haben Sheni ein aus unserer Sicht gutes Angebot unterbreitet und sind über ihren Wechsel nach Leipzig etwas überrascht. Trotzdem möchten wir uns bei ihr bedanken. Mit ihrer Hilfe haben wir in den letzten zwei Jahren eine Mannschaft aufgebaut, die inzwischen zu den Top Teams in Deutschland gehört", hatte die TuS Metzingen zum Abgang der Leistungsträgerin erklärt. Beim Thüringer HC aber gibt es wenig Verständnis für die Entscheidung: "Ich habe Shenia schon vor einem halben Jahr kontaktiert, sie über unsere Pläne informiert und ihr ein gutes Angebot gemacht. Sie wäre bei uns gesetzt gewesen", erläutert Herbert Müller gegenüber der Südwestpresse. Minevskaja aber habe abgesagt und erklärt, sich in Metzingen wohl zu fühlen und dort ihr Studium beenden zu wollen. "Ich habe mit Shenia geredet. Wenn ich ehrlich bin, konnte ich ihre Gründe für den Wechsel nach Leipzig nicht nachvollziehen", so Müller weiter, der anfügt: "Was Shenia hier gemacht hat, ist ein No-Go. Ich bin sehr enttäuscht und kann es nicht verstehen."

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» Zum ausführlichen Bericht der Südwest Presse