30.12.2014 20:36 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Naidzinavicius-Show: Werkselfen siegen in Metzingen

Aktiv an der Seitenlinie: Renate WolfAktiv an der Seitenlinie: Renate Wolf
Quelle: Heinz Zaunbrecher
Mit erst fünf Minuspunkten hatte die TuS Metzingen die Saisonphase vor der Europameisterschaft als Tabellendritter abgeschlossen. Seit sieben Spielen hatte das Team von Alexander Job nicht verloren. Leverkusen konnte unter anderem mit dem 30:29 gegen den HC Leipzig für Ausrufezeichen sorgen und dies gelang auch heute in Metzingen. Die Sieben von Renate Wolf bleibt mit einem Sieg an der Spitzengruppe dran, während Metzingen die Chance auf Rang zwei vergibt. Ohne Ruta Latakaite-Willig (Achillessehne) nutzte Leverkusen eine starke Rückraum-Leistung und profitierte in entscheidenden Situationen von Metzinger Fehlern. Am Ende stand ein 31:28 (17:15)-Auswärtssieg zu Buche.

Die in quietschgrün spielenden Leverkusenerinnen hatten in der ausverkauften Öschhalle Anwurf. Durch Kim Naidzinavicius gingen sie in Führung. Ina Großmann konnte zwar aus spitzem Winkel ausgleichen, aber einen Ballgewinn nutzten die Gäste nach vier Minuten zur 3:1-Führung. Doch auch Leverkusen erlaubte sich nach der langen EM-Pause in der frühen Phase des Spiels einfache Fehler. Durch Großmann konnte Metzingen daher beim 4:4 wieder ausgleichen. Leverkusen gab jedoch sehr schnelle und richtige Antworten und hielt sich dadurch gleich zu Beginn des Duells vorne.

Die Werkselfen erarbeiteten sich dann durch die offensive Abwehr immer wieder Vorteile und hatten in Naidzinavicius ihren großen Trumpf. Die Nationalspielerinn sorgte nach in Unterzahl für die 6:4-Vorlage der Rheinländerinnen.Metzingen ließ sich in der temporeichen Partie nicht abschütteln, auch wenn die Fehlerzahl hoch blieb. Mit einem guten Rückzugsverhalten und weil Shenia Minevskaja aufdrehte, konnte Stefani nach 15 Minuten auf 8:8 stellen. Da Leverkusen aber durch Jochin sofort wieder traf, verlangte TuS-Trainer Alexander Job nach einer Auszeit.

Die Partie glich zwischenzeitlich einem Scheibenschießen. Binnen 17 Minuten fielen 21 Treffer. Metzingen hatte derweil im Tor gewechselt, Edit Lengyel ersetzte Jasmina Jankovic. Leverkusen setzte sich indessen immer mehr ab. Neben Naidzinavicius und Rode traf auch Jochin jetzt nach Belieben und erhöhte nach 19 Minuten auf 10:13. Metzingen konnte diese geballte Rückraum-Gefahr in dieser Phase nicht aufbieten. Die Einwechslung von Anna Loerper, die gleich zweimal traf und ein Fehlwurf von Leverkusens Pia Adams bedeuteten aber sechs Minuten vor der Pause das 13:14.

Die TusSies mussten einen Moment später die zweite Zeitstrafe gegen Kreisläuferin Julia Behnke verdauen. Die Abwehr war etwas zu ruppig. In Anna Loerper zeigten die Gastgeberinnen nun aber im Angriff die nötige Kampfkraft. Doch die Chance zum Ausgleich blieb liegen, Valentyna Salamakha parierte zur rechten Zeit. Ihre Vorderleute nahmen diesen Impuls an: Rode und zweimal Naidzinavicius sorgten für die 17:14-Führung der Gäste. Inzwischen konnte die Wolf-Sieben auch Anna Loerper kontrollieren. Bernadett Temes konnte dennoch für Metzingen auf 15:17 verkürzen.

Die Gastgeberinnen vermissten bislang vor allem die Torwartleistung und zeigte zu viele ungenaue Zuspiele. Leverkusen hatte sich in den ersten dreißig Minuten als das stärkere Kollektiv präsentiert. Die TusSies kämpften aber weiter zäh und bissig um den Ausgleich. Als Lengyel dann nach 36 Minuten zum zweiten Mal parierte, nutzte Stefanie die Chance mit einer geschickten Finte zum 19:19. Karolius konnte im Gegenzug ein geniales Anspiel verwerten und hielt Leverkusen vorne und hinten war wieder Salamakha mit dem passenden Reflex zur Stelle. Jochin korrigierte umgehend auf 19:21.

Leverkusen schien für Metzingen an diesem Dienstagabend nicht zu schlagen zu sein. In den entscheidenden Momenten leistete sich die Job-Sieben über weite Strecken Fehler, die die Gäste routiniert zu nutzen wussten. Nach dem 21:25-Konter von Naidzinavicius legte Alexander Job genervt die Grüne Karte und verlangte eine offensive Abwehr. Jenny Karolius nutzte beim 22:26 den zusätzlichen Raum. Ein weiterer Metzinger Abspielfehler folgte, und Naidzinavicius markierte nach 48 Minuten ihren zwölften Treffer. TusSies-Macher Ferenc Rott kochte an der Seitenlinie.

Mit dem schlechten Abschneiden im Duell der Torhüterinnen war der Metzinger Rückstand mittlerweile nicht mehr zu erklären. Edit Lengyel zeigte im zweiten Abschnitt eine ordentliche Leistung. Mangelnde Gegenwehr wollten sich auch ihre Vorderleute nicht nachsagen lassen und rückten acht Minuten vor Schluss auf 25:28 heran. Dann war es nach vier torlosen Minuten Milica Coric, die beim 26:28 für einen möglichen Befreiungsschlag sorgte, den Naidzinavicius aber sofort zunichte machte. Anna Seidel entschied das Spiel mit ihrem Treffer zum 26:30 endgültig.