18.12.2014 18:20 Uhr - Europameisterschaft - Felix Buß - handball-world.com

Im Doppelinterview nach dem Ende der EM: Svenja Huber und Anna Loerper

Svenja HuberSvenja Huber
Quelle: sportseye.de


Anna LoerperAnna Loerper
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Mit einem Unentschieden gegen Frankreich und einem Kantersieg gegen die Slowakei sorgte die deutsche Auswahl zum Ende der Hauptrunde noch für zwei versöhnliche Ergebnisse, das Aus stand allerdings bereits zuvor fest: Ein Sieg gegen Kroatien hatte zwar das Ticket in die zweite Phase beschert, die beiden mit in die nächste Runde genommenen Niederlagen gegen die Niederlande und Schweden erwiesen sich aber als zu hohe Hypothek, bereits die Pleite zum Auftakt der Hauptrunde gegen Montenegro beendete die Hoffnungen auf das Halbfinale. Enttäuscht und selbstkritisch zeigen sich so auch Svenja Huber und Anna Loerper im Interview mit handball-world.com.

Wie fällt Euer Fazit zur EM aus, wie ordnet ihr die Europameisterschaft ein?

Svenja Huber:
Das Fazit kann nur mehr oder weniger enttäuschend ausfallen. Wir haben uns viel mehr vorgenommen. Unsere Ziele haben wir nicht einmal annähernd erreicht.

Anna Loerper:
Das kann ich jetzt alles noch gar nicht so genau sagen. So kurzfristig nach dem Spiel sind natürlich noch Emotionen da. Ich denke, wir haben viel aufzuarbeiten. Wir haben uns viel mehr vorgenommen als wir hier gezeigt haben.

Da muss man sich wirklich hinsetzen, vielleicht nach Weihnachten, vielleicht zu Anfang des neuen Jahres, wenn sich alles auch so ein bisschen beruhigt hat. Dann muss man sehen, wie die Analyse ausfällt.

Das wird auch kommen, das haben wir im letzten Jahr auch gemacht. Man muss auch selbstkritisch fragen, warum der Fortschritt, den man in den letzten beiden Jahren bei den Großereignissen von uns gesehen hat, jetzt nicht eingetroffen ist. Da sind wir auch alle selbstkritisch genug, um daran anzusetzen.

Anna, gestern war der DHB-Präsident bei Euch, hat sich mit euch zusammengesetzt und war vor dem Spiel bei euch in der Kabine. Was hat dieses Zusammentreffen euch bedeutet?

Anna Loerper:
Ich muss sagen, Bernhard ist einfach super und auch nah an der Mannschaft. Es ist das erste Mal, dass ich es erlebe, dass ein DHB-Präsident so eng dabei ist und die Nähe zur Mannschaft sucht. Wir freuen uns immer, wenn er da ist. Das gilt übrigens auch für Georg Clarke. Die beiden leben den DHB, leben den Handball. Er will wissen, wie wir so drauf sind, was wir brauchen und was bei uns los ist. Wir schätzen das sehr, dass das Interesse am Frauenhandball an dieser Position so groß ist.

Stellt Herr Bauer dann Fragen zu den aktuellen Leistungen der Mannschaft oder wie geht er auf euch zu?

Anna Loerper:
Ja, natürlich. Er fragt uns auch, ob uns irgendetwas fehlt. Wie gesagt, die Analyse mit der Teamleitung wird erst nach dem Turnier folgen. Aber er hat sich auf jeden Fall danach erkundigt, was er für uns tun kann. Einen Torwart brauchen wir ja nicht, und auch sonst denke ich, dass wir die spielerische Qualität haben, um mehr zu erreichen als bei dieser Europameisterschaft. Seit er da war, haben wir dann auch gepunktet. Vielleicht kann man sagen, dass er hier in der Hauptrunde unser Glücksbringer ist (lacht). Wir freuen uns einfach, dass er uns dieses Interesse entgegenbringt.

Svenja, wenn man noch einmal auf Montag zurückstellt, die Spiele gegen Frankreich und abschließend gegen die Slowakei. Wie bewertest Du Eure letzten beiden Auftritte?

Svenja Huber:
Wir hatten uns vorgenommen, vier Punkte zu holen. Dass Frankreich eine andere Nummer wird als heute die Slowakinnen, wussten wir. Wir haben einen Punkt mitgenommen. Zwei wären sogar drin gewesen, hätten wir die Angriffe am Ende ein bisschen besser ausgespielt. Heute war ganz klar die Marschroute, dass wir uns noch einen Sieg zum Abschluss gönnen wollen.

Gegen die Slowakei habt ihr die erwünscht gute Abwehrleistung mit Konterspiel gezeigt. Warum war eure Abwehrleistung erst jetzt zum Schluss gut?

Svenja Huber:
Wir sind ja extrem schlecht mit einer Niederlage gegen die Niederlande ins Turnier gestartet. Da war ja die Abwehr eher ein Schweizerkäse. Das wurde dann noch schlimmer gegen Schweden. Das müssen wir irgendwie analysieren. Wie wir gesehen haben, kann man bei einer Europameisterschaft ohne eine gute Abwehr und ein schnelles Spiel nach vorne nicht bestehen.

Vielen Dank für das Gespräch.