17.12.2014 19:28 Uhr - Europameisterschaft - Felix Buß - handball-world.com

DHB-Team beendet EM mit Kantersieg über Slowakei

Sicherer Rückhalt: Katja SchülkeSicherer Rückhalt: Katja Schülke
Quelle: sportseye.de
Gegen die Slowakei gelang dem deutschen Team der erste Hauptrundensieg. Tat sich die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen zu Beginn etwas schwer, konnte sie sich in der Viertelstunde vor der Pause vorentscheidend auf 17:10 absetzen. Am Ende steht ein 36:22-Erfolg des in diesem Duell klar favorisierten deutschen Teams. Die DHB-Auswahl konnte den Slowakinnen dabei über die sichere Abwehr, Katja Schülke mit 22 Paraden abermals überragend, die Grenzen aufzeigen und beendet die Europameisterschaft 2014 nach diesem zweiten doppelten Punktgewinn als Gruppenfünfter und Gesamtzehnter. Beste deutsche Werferin ist Svenja Huber mit 23/9 Treffern. Deutschland gewinnt erstmals ein EM-Spiel mit 14 Toren, der alte Rekord war das 34:22 über Österreich am 13. Dezember 2006.

Marlene Zapf setzte in ihrem 51. Länderspiel gleich zu Beginn der Partie ihren dreizehnten Treffer bei dieser Europameisterschaft. Die Slowakinnen erwiesen sich aber als zäher Gegner. Sie strebten ebenso wie die DHB-Auswahl bei ihrem letzten EM-Auftritt nach dem ersten doppelten Punktgewinn in der Hauptrunde. Die erst für das gestrige Spiel nachnominierte Simona Szarkova stellte nach fünf Minuten auf 3:3. Das deutsche Team spielte wieder mit Anne Müller am Kreis und verzichtete auf Anja Althaus. Kim Naidzinavicius und Nadja Nadgornaja organisierten die Abwehr, dies gelang ihnen aber in der frühen Phase kaum. Naizinavicius wurde nach acht Minuten erstmals hinausgestellt.

Der slowakische Angriff schienen sich neben Szarkova auf Dubajova als etablierte Werferin zu beschränken. Dennoch lag die Slowakei nach zehn Minuten mit 5:3 vorne. Jakubisova, Starspielerin auf Rechtsaußen, wurde beim 6:4 erstmals einbezogen und traf vom Kreis. Eine Würfe konnte die DHB-Auswahl zwar blocken, aber dann wirkte das Umschaltspiel unkoordiniert. So war es einigermaßen erstaunlich, dass es in der bis dahin niveauarmen Partie nach zwölf Minuten 6:6 stand. Die nächsten sechs Angriffe wurden vergeben, ehe Anne Müller nach 16 Minuten für die 7:6-Führung sorgte. Mit Anna Loerper im Angriff schien der Ball besser zu laufen. Team Deutschland war vorne.

In dem zerfahrenen Spiel standen oftmals die Torhüterinnen im Vordergrund. Katja Schülke und Lucia Gubikova hatten nach 20 Minuten beim Stand von 9:7 für Deutschland je fünfmal pariert. Als Svenja Huber in der von den Weltklasse-Schiedsrichterinnen Arntsen / Roen geleiteten Partie auf 10:7 stellte, nahm der slowakische Trainer Dusan Poloz mit einer Auszeit. Die gut 100 Fans der Slowakei bejubelte dann die achte Parade von Gubikova und den Treffer von Sukennikova. Schwarz-Rot-Gold zitterte derweil um Luisa Schulze, die in der Abwehr leicht verletzt hatte. Anna Loeper pflückte dann den Ball beim Zurücklaufen aus der Luft und hielt sie ihr Team mit dem Treffer zum 13:8 in der Spur.

Svenja Huber erzielte mit ihren Konter zum 17:10-Halbzeitstand einen herrlichen Treffer. Sie gewann den Sprint gegen Lucia Sukennikova, bekam den Ball kurz vor dem gegnerischen Kreis unter Kontrolle und zauberte das Spielgerät im Springen aus dem Handgelenk per Heber ins slowakische Tor, vorbei an Gubikova. Die DHB-Auswahl schien den offensiv stark limitierten Underdog Slowakei in den Griff bekommen zu haben, eine Einschätzung, die Anna Loerper und Saskia Lang mit ihren Treffern zum 20:10 in der einhundert Sekunden nach Wiederanpfiff unbedingt unterstreichen wollten. Frühzeitig schien die Jensen-Sieben die Weichen Richtung Sieg gestellt zu haben.

Die Slowakinnen sollten sich nicht so einfach abspeisen lassen und rückten sichtlich zusammen. Nach 39 Minuten stand es 22:13. Die slowakische Sieben nahm nun deutlich beherzter am Spiel teil, es fehlten aber weiter die Mittel, um den Rückstand entschieden zu begrenzen. Vielmehr wuchs dieser durch einen deutschen 3:0-Lauf wieder. Inzwischen sammelte auch Xenia Smits, bislang zweieinhalb Minuten auf dem Feld, weitere EM-Spielzeit. Nach 47 Minuten war der Sieg dann beim Stand von 27:16 sicher. Die Jensen-Sieben blieb weiter konzentriert. Dass sich Saskia Lang, mit sechs Feldtoren beste Werferin des Spiels, kurz vor Schluss am Knie verletzte, wirft einen Schatten auf den 36:22-Erfolg.