12.12.2014 22:36 Uhr - Europameisterschaft - Dominik Schreier

Slowakei jubelt: Serbien gibt nach 11:6-Pausenführung Hauptrundenticket aus der Hand

Lydia JakubisovaLydia Jakubisova
Quelle: sportseye.de
Zur Pause schienen die Fronten geklärt im Endspiel der Gruppe D um das letzte Hauptrundenticket der EM geklärt: Favorit Serbien konnte sich auf eine starke Deckung verlassen und führte gegen die Slowakei mit 11:6. Doch im zweiten Abschnitt kam der Außenseiter, angeführt von der achtfach erfolgreichen Lydia Jakubisova vom Deutschen Meister Thüringer HC, auf und drehte die Partie am Ende mit drei Treffer in Folge von 20:21 auf 23:21. Während die Slowakei das überraschende Weiterkommen bejubelte, verabschiedete sich Serbien aus dem Turnier.

Serbien erwischte den besseren Start in die Partie, Andrea Lekic sorgte für den ersten Treffer der Begegnung und nach einem Gegenstoß von Dragana Cvijic stand in der dritten Minute bereits ein 3:1 auf der Anzeigetafel. Die Slowakei tat sich von der ersten Minute an schwer in der Offensive, die serbische Deckung stand gut und trat immer wieder rechtzeitig heraus. Allerdings fing sich Serbien früh die ersten Zeitstrafen ein und in Überzahl konnte die Sowakei zum 3:3 ausgleichen.

Aufgrund von drei Zeitstrafen in den ersten zehn Minuten musste Serbien eine gut neunminütige Durststrecke durchleben. Bei numerischer Gleichzahl lief es beim Favoriten dann aber auch in der Offensive wieder: Mit einem Gegenstoß brachte Andrea Lekic ihre Farben wieder in Vorlage und sechs Minuten später stand nach dem fünften Treffer in Serie ein 8:3 auf der Anzeigetafel. Die Slowakei tat sich insbesondere aus der Distanz schwer, immer wieder blieben die Versuche im Block der serbischen Auswahl hängen.

Beim 11:4 hatte sich Serbien auf sieben Treffer abgesetzt, ein Doppelschlag von Martina Skolkova brachte die Slowakei in den letzten beiden Minuten des ersten Abschnitts dann aber zumindest noch auf sechs Tore. Serbien verpasste den EM-Rekord somit am Ende doch deutlich, am Spieltag zuvor hatte die serbische Auswahl im ersten Abschnitt gegen Frankreich nur drei Treffer erzielen können und hatte mit 3:11 im Rückstand gelegen.

Doch während Frankreich diese Führung am Mittwoch im zweiten Abschnitt problemlos verwaltete, kam Serbien unter Druck. Bis zum 13:7 behauptete die serbische Auswahl die deutliche Führung, doch die Slowakei meldete sich mit vier Toren in Folge beim 13:11 wieder zurück. Mit technischen Fehlern und Ballverlusten stand sich Serbien im Angriff oftmals selbst im Weg, der Vorsprung schmolz und beim 15:15 hatte Petra Benuskova vierzehn Minuten vor dem Ende wieder für den Ausgleich gesorgt und Andrea Kerteszova warf den Außenseiter wenig später sogar erstmals in Führung.

Treffer von Andrea Lekic und ein Biljana Bandelier hielten Serbien allerdings im Spiel und nach einem von Jovana Stoiljkovic abgewehrten Strafwurf konnte Dragana Cvijic das serbische Team wieder in Vorlage bringen. Cvijic sorgte auch für das 20:19 udn mit dem 21:20 von Bandelier war Serbien drei Minuten vor dem Ende noch auf Kurs.

Doch die letzten Minuten sollten dann dem slowakischen Team gehören, auch weil Torhüter Lucia Gubikova nun erneut bei einem Siebenmeter zur Stelle war. In der Offensive glich zunächst Andrea Keteszova aus, dann sorgte Petra Benuskova von der Strafwurflinie für die Führung und als Gubikova den nächsten Versuch von Lekic vereitelte und Lucia Sukennikova im Gegenstoß für das 23:21 sorgte, da war die Überraschung perfekt: Die Slowakei hatte sich das Ticket in die nächste Runde gesichert, Serbien hingegen muss bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten.