12.12.2014 19:30 Uhr - Europameisterschaft - Felix Buß - handball-world.com

Ohne Zähler in Hauptrunde: DHB-Team gegen Schweden abwehrschwach

9 Treffer: Nadja Nadgornaja 9 Treffer: Nadja Nadgornaja
Quelle: sportseye.de


Schwedens Trainerin Helle Thomsen war"s zufriedenSchwedens Trainerin Helle Thomsen war"s zufrieden
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Im dritten und letzten Gruppenspiel ging es für Deutschland, wie auch für Schweden, darum, Punkte für die Hauptrunde zu erringen. Nach ihrem guten Spiel vorgestern gegen Kroatien musste die DHB-Auswahl dabei heute wieder ohne Susann Müller auskommen, die abermals verletzt ausfällt. Wegen ihrer ausgereifteren Spielanlage gingen die Schwedinnen als Favorit in die Partie und untermauerten diese Einschätzung von der ersten Minute an. Deutschland kam in der Offensive zwar alsbald in Tritt, konnte aber in der Abwehr nicht überzeugen und ging mit einem 17:23-Rückstand in die Kabine. Danach lief es etwas besser, das 32:39-Ergebnis zeugt aber von einer schwachen Abwehr. 30 Ballverluste, davon 17 beim DHB, waren zu sehen.

Heine Jensen ließ, wie schon im Auftaktspiel gegen die Niederlande, mit drei Rechtshänderinnen im Rückraum agieren. Statt Xenia Smits wurde Shenija Minesvskaja im rechten Rückraum eingesetzt. Clara Woltering begann im Tor und konnte bei den ersten vier Gegentreffern von Schweden, drei von Nathalie Hagman und eines von Isabelle Gulldén, wenig ausrichten. Team Deutschland startete unkonzentriert im Angriff, büßte mehrmals das Spielgerät ein und geriet mit 1:4 in Rücklage. Schweden trat nach dem schwachen Spiel vorgestern wieder taktisch extrem diszipliniert auf, hatte Deutschland genau studiert und drehte nach Geschkes Kontertreffer zum 3:4 weiter auf.

Mit dem 4:0-Lauf zum 8:3 verdeutlichte das Tre-Kronor-Team seine Übermacht. Heine Jensen entschied sich, eine Auszeit zu nehmen. Sein Team sollte die Flügelspieler besser einsetzen. Kerstin Wohlbold gelang dies mit einem erfolgreichen Zuspiel auf Geschke. Allerdings war dann der deutsche Mittelblock nicht parat und Schwedens Kreisläuferin Linn Blohm konnte nahezu unbedrängt zum 9:4 einnetzen. Clara Woltering tauschte den Platz im Tor mit Katja Schülke und Anna Loerper ersetzte Minevskaja. Während Jenny Alm auf 12:5 stellte, besprach Heine Jensen mit Shenija Minevskaja das Kreisläuferspiel mit Luisa Schulze, die mit Althaus tauschte. Die Wechsel schienen sich auszuzahlen.

Der deutsche 3:0-Lauf zum 13:8 führte in der 17. Spielminute zu einer Spielunterbrechung durch die schwedische Mannschaft. Kurz darauf, Jenny Alm traf für Tre Kronor, zeigte sich wieder, wie schwach die DHB-Defensive weiterhin agierte. Zudem war die erste Welle desolat. So hatte auch Katja Schülke bisher keinen Ball berührt, und die Diskussion über eine Aufholjagd bot sich nach dem 16:12 (20.) nicht an. Schweden spulte sein Spiel wieder souverän herunter, wie schon beim Auftakt gegen Kroatien einem Uhrwerk gleich. Hanna Fogelström besorgte beim 21:14 vier Minuten vor der Sirene die neuerliche Sieben-Tore-Führung. Beim Stand von 23:17 wurden die Seiten gewechselt.

Die wieder eingewechselte Clara Wolterung versuchte ihre Vorderleute in der Abwehr zu mehr Bewegung anzustacheln. Schweden hatte derweil umgestellt und neue Akteure aufs Feld geschickt. Linnea Torstenson übernahm in Unterzahl die Spielgestaltung. Hagman brachte, wie schon zu Beginn der Partie, beim 24:17 einen Gegenstoß unter. Kurzzeitig war indes Laura Steinbach auf dem Feld, nach dem ersten Fehlwurf aber gleich wieder verschwunden. Nadja Nadgornaja machte es etwas besser und verschaffte ihrem Team den 25:20-Zwischenstand. Wegen weiterer technischer Fehler und Ballverluste befand sich die DHB-Auswahl aber bald wieder deutlich im Rückwärtsgang.

Nach 42 Minuten hieß es aus deutscher Sicht bereits 21:29. Die Partie war somit eigentlich bereits entschieden. Die Schwedinnen machten noch einmal Tempo. Binnen sechs Minuten erhöhten sie auf 33:24. Dann agierte die deutsche Mannschaft kurzzeitig etwas kompakter und verkürzte auf 27:33. Schweden wurde zu Versuchen über Außen gedrängt und Woltering drehte auf. Eine weitergehende Beautifizierung des Ergebnisses schienen ungenaue Abschlüsse zu verhindern. Die gut werfende Lang sorgte zwar vier Minuten vor Schluss für das 30:35, Schweden hatte die Acht-Tore-Führung jedoch schnell wieder inne und geht nach dem 39:32-Sieg mit drei Punkten und +7 Toren in die Hauptrunde.