23.11.2014 17:58 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Göppingen feiert 26:25-Derbysieg, Bietigheim rutscht ab und verliert Ilyes

Grün-Weiße JubeltraubeGrün-Weiße Jubeltraube
Quelle: groundshots.de
Sowohl Frisch Auf Göppingen als auch die SG BBM Bietigheim konnten beim Derby nicht alle Kräfte aufbieten. Mit Zivile Jurgutyte, Linda Mack, Kira Eickhoff und Zsuzsanna Hegyi, sowie Aline Offergeld, Aylin Bok und den Vlahovic-Schwestern fehlten Gästetrainer Bo Milton Andersen acht Spielerinnen. So war Ann-Cathrin Giegerich die einzige Deutsche auf BBM-Seite. Aleksandar Knezevic musste auf Milena Rösler und Anika Leppert verzichten und nominierte mit Julia Schraml, Laura Kayser und Julia Vollmer drei A-Jugendliche. Daraus entwickelte sich vor 950 Zuschauern ein Derby mit vielen Unzulänglichkeiten. Nach einer intensiven Partie erlöste Scheffknecht Göppingen.

Göppingen startete in ungewohnter Offensivformation. Auf Rechtsaußen muss Aleksandar Knezevic ohnehin improvisieren, weil Anja Brugger verletzt fehlt, am Kreis kam Nicole Dinkel zum Einsatz und mit Maike Daniels spielte eine Rechtshänderin im rechten Rückraum. Mit Ania Rösler als Regisseurin benötigten die Grün-Weißen einige Minuten um sich zu sortieren und das Timing in den Aktionen abzustimmen. Einige Würfe wurden vergeben. Doch auch Bietigheim wirkte angeschlagen und lag nach sechs Spielminuten erst mit 0:2 vorne. Beide Teams profitierten in dieser wilden Startphase von den Leistungen ihrer Schlussleute. Melanie Herrmann und Ann-Cathrin Giegerich überzeugten.

Nach genau 400 Sekunden war es dann Nicole Dinkel, die mit dem 1:2 den ersten Treffer für die Hausherrinnen setzte. Göppingen wirkte danach etwas gelöster und hielt auch dank frecher Aktionen, wie dem flachen Wurf von Maike Daniels zum 4:5, nach zwölf Minuten Anschluss. Bietigheim haderte indes mit Aluminium-Würfen und nach der dritten Herrmann-Parade war es Ania Rösler, die Göppingen in Sachen Spielstand auf Augenhöhe führte. Mit einer offensiven 1:5-Abwehr schienen die Gastgeberinnen die Partie in den Griff zu bekommen, die starken BBM-Werferinnen wurden früh attackiert. Iris Guberinic fuhr nach 15 Minuten mit dem 6:5-Konter die Ernte ein.

Die Partie wurde zusehends härter geführt. Nach dem Foul einer Angreiferin benötigte Anouk van de Wiel einen Eisbeutel, und im selben Angriff wurde Isabelle Jongenelen beim Wurf gefällt. Es war keine hochklassige Partie, sie wurde von der Derby-Atmosphäre getragen, in der jede gelungene Aktion von den 950 Zuschauern, darunter auch zahlreiche Bietigheimer, stürmisch gefeiert wurde. Göppingen ging dabei äußerst fahrlässig mit seinen Chancen um. Daher blieb die Partie eng, obschon die Gäste aus dem Enztal kaum noch gelungene Aktionen verbuchten. Nach 19 Minuten wollte Bo Milton Andersen nicht mehr hinsehen und legte die Grüne Karte zur Auszeit auf den Zeitnehmertisch.

BBM-Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich hatte angesichts der Halbchancen, die Göppingen zu nutzen versuchte, aufgedreht. Erst als Aleksandar Knezevic erneut umstellte, Marlene Windisch auf den rechten Flügel beorderte, van de Wiel an den Kreis und Nicole Dinkel in den linken Rückraum schickte, waren die Grün-Weißen wieder am Drücker. Nach einem harten Foul an Ania Rösler ließen sie in doppelter Überzahl zwar wieder einmal die nötige Konzentration missen, im Gegenzug zeigte Herrmann jedoch ihre achte Parade. Maike Daniels machte diesen Fehler beim 10:9 wett, erregte die Gemüter aber noch einige Male mit wilden Aktionen. Beim 11:10 wurden die Seiten gewechselt.

Göppingen hatte die langen Überzahl-Minuten in der Schlussphase der ersten Halbzeit unzureichend genutzt. Bietigheims Annamaria Ilyes vergaß, dies mit dem Ausgleichstreffer zu unterstreichen, sie vergab gegen Herrmann, doch das eine Tor Unterschied verhieß Dramatik für die zweite Halbzeit. Herrmann und Giegerich trugen ihren Teil dazu bei, da sie glänzend in den zweiten Durchgang starteten. Die Hausherrinnen vergaben dabei nach 40 Minuten die Möglichkeit, auf 16:13 zu stellen. Van de Wiel schien auf den Gegenstoßpass nicht vorbereitet. Stattdessen sorgte Isabelle Jongenelen mit ihrem fünften Treffer nach 44 Minuten für den 16:16-Ausgleich und Malestein für die Führung.

Bo Milton Andersen diskutierte an der Seitenlinie mit seiner Abwehrchefin Tanja Jørgensen, der Mittelblock hatte zum wiederholten Male, bei angezeigtem „passivem Spiel“ einen Torwurf von Beate Scheffknecht zugelassen, die beim 20:19 nach 49 Minuten zum siebenten Mal traf. Kurz darauf war das Spiel für Spielmacherin Annamaria Ilyes vorzeitig beendet.

Sie verletzte sich im Duell mit Scheffknecht am rechten Fuß. Simone Poulsen sprang in die Bresche. Göppingen setzte sich wieder ab und stand nach 55 Minuten beim 25:22 vor dem Sieg. Bietigheim eilte nach einer Auszeit noch auf 25:24 heran, aber Malestein vergab den Ausgleich. Schneffknecht erlöste Göppingen beim 26:24 mit ihrem achten Treffer. Ebenso viele Treffer von Malestein und Jogenelen genügten Bietigheim am Ende nicht, weil Göppingen in Melanie Herrmann, die 14 Paraden verzeichnete, die noch etwas stärkere von zwei guten Torhüterinnen hatte. Die Grün-Weißen schieben sich durch den zweiten Saisonsieg aus der Abstiegszone und lassen Bietigheim hinter sich.