30.10.2014 16:16 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm

Oldenburg bestätigt Schirmer-Rückkehr

Maike Schirmer Maike Schirmer
Quelle: Thorsten Helmerichs/VfL Oldenburg
Maike Schirmer ist zurück beim Handball-Bundesligisten VfL Oldenburg. Die 24-jährige Rechtsaußen unterschrieb einen Vertrag bis 2016. Bereits im Heimspiel am kommenden Sonntag (2.11.2014, 16.30 Uhr, EWE Arena) gegen die VL Koblenz kann und soll die fünfmalige Nationalspielerin für den derzeitigen Tabellenzweiten auflaufen.

Schirmer spielte von 2008 bis Ende der vergangenen Saison für den VfL, gewann in dieser Zeit zweimal den DHB-Pokal (2009, 2012) und erreichte zweimal das Halbfinale im Europapokal (2010 Pokal der Pokalsieger, 2011 EHF-Pokal). Nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin nahm sie ein Jobangebot in einem bilingualen Kindergarten in Bogota/Kolumbien an. Nach knapp zwei Monaten und noch vor Ende ihrer Probezeit kehrte Schirmer zurück nach Oldenburg.

„Wir haben immer damit gehofft, dass Maike irgendwann zurückkommt und ihre Karriere bei uns fortsetzt“, sagte Trainer Leszek Krowicki. „Darum haben wir nicht gezögert, sie wieder in die Mannschaft aufzunehmen. Wir freuen uns sehr, dass sie wieder bei uns ist. Maike wird das Team verstärken.“ Wie stark das Interesse des Vereins an Schirmer war, beweist die Vertragsdauer bis zum Sommer 2016. „Ich wollte unbedingt einen längerfristigen Vertrag“, sagte VfL-GmbH-Geschäftsführer Peter Görgen. Die Rückkehr Schirmers soll aber nicht bedeuten, dass das Vertrauen in die bisherige Besetzung auf der rechten Außenbahn schwindet, betonten die Verantwortlichen. Kira Schnack (20), die schon 2013/14 mit Schirmer ein Duo auf der rechten Bahn bildete, habe in den ersten sechs Bundesligaspielen (15 Tore; mindestens zwei pro Spiel) als Rechtsaußen Nummer 1 ihr hervorragendes Potenzial bewiesen, Nachwuchskraft Jenny Behrend (18) läuft parallel noch für die VfL-A-Juniorinnen und das VfL-Drittligateam auf.

„Ich freue mich, dass ich wieder zu Hause bin“, sagte Schirmer auf der Pressekonferenz am heutigen Donnerstag (30.10.). In ihrer Zeit in Kolumbien habe sie viele offene und herzliche Menschen kennengelernt, letztlich aber entschied sich sich zur Rückkehr. Ausschlaggebend waren die pädagogischen Ansätze im Job, ihre schlechte Wohnsituation und das Bedürfnis, wieder Handball zu spielen. Gesundheitlich sei es ihr auch nicht wirklich gut gegangen, sagte sie. Seit zwei Wochen nimmt Schirmer nun wieder am VfL-Training teil. Den Sieg im letzten Heimspiel gegen SG BBM Bietigheim (34:29) beobachtete sie bereits in der EWE Arena.

„Sie spielt schon fast, als wäre sie nie weg gewesen“, sagte Krowicki. Allerdings fehlte Schirmer in der Vorbereitung und hat bei sich selber noch konditionelle Defizite festgestellt: „Gerade als Außenspielerin brauche ich eine gewisse Spritzigkeit. Aber ich war nur zwei Monate weg – wie bei einer mittelschweren Verletzung. Ich werde aufholen.“ Ihre auf sechs Positionen veränderte Mannschaft habe sie aus der Ferne beobachtet: „Das Team ist jünger und ausgeglichener als letzte Saison. Aber die mangelnde Erfahrung bemerkt man nicht. Alle sind motiviert und hungrig.“ Das Zusammengehörigkeitsgefühl im Team war schon immer hoch, „und auch mit meinen neuen Mitspielerinnen verstehe ich mich super“.

Starten will Schirmer natürlich am liebsten mit einem Sieg gegen Koblenz: „Gegen die haben wir uns noch nie mit Ruhm bekleckert“, weiß sie. Nach drei Pflichtspiel-Sieg in Folgen würden die Vulkan-Ladies sicher mit einer gewissen Euphorie in Oldenburg auflaufen, daher müssen „wir extrem aufpassen“. Zu ihrer Gefühlslage vor dem Comeback im VfL-Trikot meinte sie: „Ich bin vor jedem Spiel angespannt, aber diesmal kribbelt es besonders.“

Sollte der VfL seine Bilanz zum Saisonstart mit einem Sieg auf 13:1 Punkte schrauben, würde am 19. November der Meister und verlustpunktfreie Tabellenführer Thüringer HC ein absolutes Spitzenspiel in der EWE Arena bestreiten müssen. „Das ist unser Ziel“, sagte Krowicki. „Vor der Saison hätten nicht damit rechnen dürfen, in so eine Situation zu kommen. Jetzt wollen wir gegen Koblenz überzeugend gewinnen, uns eine Woche später im Pokal in Bad Wildungen durchsetzen und auch gegen den THC ein überzeugendes Spitzenspiel liefern.“

Gegen Koblenz wird der VfL mit 13 Spielerinnen antreten. Kim Birke hat sich nach ihrer leichten Verletzung im Kopf- und Nackenbereich vom Auswärtssieg in Trier (36:23) erholt. Jenny Behrend und Lena Thomas spielen mit der A-Jugend am Sonntag am zweiten Spieltag in der Jugend-Bundesliga JBLH in Bonn. Alina Otto fehlt bekanntlich wegen eines Kreuzbandrisses.