27.09.2014 21:52 Uhr - 1. Bundesliga - Nils Krummacker, Ole Rosenbohm, VfL

Punkteteilung der Ungeschlagenen: Oldenburg und Blomberg trennen sich 31:31

Die siebenfach erfolgreiche Caroline Müller und der VfL bleiben ebenso wie die HSG ungeschlagenDie siebenfach erfolgreiche Caroline Müller und der VfL bleiben ebenso wie die HSG ungeschlagen
Quelle: Hermann Jack
Der VfL Oldenburg und die HSG Blomberg-Lippe bleiben auch nach dem vierten Spieltag in der Handball-Bundesliga ohne Niederlage. In Blomberg trennten sich die beiden Teams in einem spannenden und gutklassigen Spiel am heutigen Samstagabend (27.9.2014) mit 31:31. Zur Pause hatte der VfL noch mit 16:14 geführt. Oldenburg verlor durch den ersten Punktverlust seine Tabellenführung, Blomberg besitzt mit 6:2 Zählern einen Pluspunkt weniger.

In der ersten Halbzeit lag der von den mitgereisten Anhängern lautstark unterstützte VfL meist knapp vorne. Blomberg führte nur beim 8:7 (13.), die Hausherren hatten zuvor vier Treffer in Folge erzielte. Zuvor hatte Oldenburg beim 7:4 noch mit drei Toren geführt - beim 12:9 sollte der VfL dann aber wieder mit drei Treffern in Front liegen. Diese Führung hielt danach bis zum 16:13, dann verkürzte Blomberg noch zum 16:14-Pausenstand.

Nach der Pause änderte sich das Bild. Blomberg führte 23:21 (40.), 24:22 (41.) und 25:23 (42.). Doch der VfL kam zurück, steuerte bei 27:25 (48.) und 29:27 (51.) einem möglichen Sieg entgegen. In der Folge blieb Oldenburg aber fast sechs Minuten ohne Tor und geriet wieder ins Hintertreffen.

Dann sorgten Caroline Müller (57.) und Kim Birke innerhalb von 17 Sekunden für das 31:30 aus VfL-Sicht. Bis zum Ausgleich per Siebenmeter durch Laura Magelinskas ließ sich die HSG bis 19 Sekunden vor Schluss Zeit. Im Gegenzug kam der VfL noch zu einem direkten Freiwurf, den Angie Geschke am Block vorbei knapp neben das Tor setzte.

Blomberg agierte mit extrem hohem Tempo, spielte so in der ersten Hälfte zum 1:1, 3:3 und 14:16 dreimal eine Schnelle Mitte gegen die noch nicht sortierte VfL-Deckung. In der Abwehr stellte die HSG oft den Weg zu VfL-Kreisläuferin Annika Meyer dicht, eroberte auch insgesamt viele Bälle, konnte aber nur zwei von sieben Gegenstoß-Chancen im Oldenburger Tor unterbringen. Der VfL agierte bei eigenem Ballbesitz etwas abwartender, dafür aber erfolgreicher.

Nach der Pause verwertete Blomberg seine Konterchancen besser (7 Tore). Zudem verschafften sich die Gastgeberinnen in den letzten 15 Minuten mit einer kurzen Deckung gegen Angie Geschke Vorteile. Ganz zum Schluss nahm Blomberg in Julia Wenzl auch noch die zweitbester Oldenburger Werferin aus dem Spiel. Folge: Das junge VfL-Team kam in diesen Drucksituationen zu selten in aussichtsreiche Position und musste mehrmals bei angezeigtem Zeitspiel mit Notwürfen abschließen.

Zudem gehörten Passfehler auf beiden Seiten zu dieser aber sehr intensiven und insgesamt guten Partie mit vielen schönen Aktionen. „Ich habe bei beiden Mannschaften viel Talent gesehen, aber beide haben auch viele Fehler gemacht“, sagte HSG-Trainer André Fuhr.

Leszek Krowicki meinte, er habe selten so viel Stress auf der Bank erlebt: „Ich bin froh, dass ich diese Saison nicht mehr nach Blomberg muss.“ Krowicki bewertete das Resultat als gerecht. Auch Fuhr meinte: „Wir können beide über diesen Punkt froh sein. Jede Mannschaft hätten auch verlieren können.“ Sein Team und die Heim-Zuschauer feierten den spät errungenen Punkt wie einen Sieg.

Mit etwas mehr Cleverness und vielleicht auch etwas mehr Glück und Nervenstärke (der VfL traf in der zweiten Hälfte viermal Pfosten) hätte Oldenburg seinen vierten Saisonsieg durchaus landen können. Auf der anderen Seite bewahrten die sehr starke Torfrau Tess Wester ihr Team aber auch vor der ersten Niederlage. Zwei gehaltene Siebenmeter steuerte auch Julia Renner – kalt von der Bank kommend – zum Punktgewinn bei. „Ich bin nicht enttäuscht über den Punktverlust und weiterhin sehr stolz auf meine junge Mannschaft“, sagt Krowicki. „Mit so einem guten Saisonstart hätten wir nicht rechnen dürfen.“

Kommende Woche geht es für beide Mannschaften im DHB-Pokal weiter. Der VfL spielt am 3. Oktober beim viertklassigen Oberligisten SC Alstertal-Langenhorn (18 Uhr), Blomberg parallel bei der HSG Menden-Lendringsen, ebenfalls ein Oberligist. Nach einer zweiwöchigen Pause erwarten die Oldenburgerinnen dann am 19. Oktober (16.30 Uhr, EWE Arena) die SG BBM Bietigheim, Blomberg spielt um 16 Uhr bei den VL Koblenz.