26.09.2014 10:16 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm und HSG

Ungeschlagene Teams duellieren sich in Blomberg

Julia Renner will auch in Blomberg jubelnJulia Renner will auch in Blomberg jubeln
Quelle: Hermann Jack
Einen hervorragenden Saisonstart und einen Tabellenplatz weit über den vor der Saison geäußerten Erwartungen können sowohl der VfL Oldenburg als auch die HSG Blomberg-Lippe vorweisen. Am Samstag (27.9.2014) um 18 Uhr treffen diese beiden Mannschaften in der Blomberger Halle am Schulzentrum Ulmenallee aufeinander. Vor allem der Sieger diese Partie zwischen dem aktuell Dritten HSG und Tabellenführer VfL kann den Platz in der oberen Spitzengruppe der Handball-Bundesliga weiterhin genießen.

Blomberg zeigte schon im August beim Oldenburger Robert-Schumann-Turnier, dass das Team sich keineswegs in der Liga verstecken muss. Der VfL selbst wurde im Halbfinale ein Opfer der Kombinationsstärke der HSG, holte damals zwar gegen Ende der Partie auf, verlor aber im Siebenmeterwerfen. Blomberg, sahen die Beobachter dieser Partie, würde wohl kaum zu den Kandidaten gehören, die um die Ligazugehörigkeit bangen müssen. Gleichwohl, sagte Trainer André Fuhr, „wissen wir, dass wir uns in der unteren Hälfte einreihen müssen“. Bei dieser Einschätzung spielt mit, dass die HSG in Isabelle Jongenelen, Kim Berndt und Angela Malestein drei Schlüsselspielerinnen der vergangenen Saison abgeben musste.

Auf der anderen Seite hat sich der Pokalfinalist der letzten Saison aber gut entwickelt und weiterhin starke Spielerinnen in seinen Reihen. Dazu gehört fraglos die 20-jährige Xenia Smits, eine der ligaweit begehrtesten Rückraumspielerinnen. Insgesamt 17 Treffer hat Smits in den drei Partien gegen Leverkusen (33:24), in Bietigheim (25:25) und im Nachholspiel am vergangenen Mittwoch gegen Trier (32:25) erzielt. Hinzu kommt, dass die österreichische Nationalspielerin Laura Magelinskas auf der Mittelposition sowie Laura Rüffieux am Kreis überzeugen und dass in Lisa Bormann-Rajes (rechts; 19 Tore bisher) und Franziska Müller (links; 16 Tore) zwei schnelle Außenspielerinnen für Kontergefahr stehen. „In Blomberg“, sagt VfL-Trainer Leszek Krowicki anerkennend, „macht man einen sehr guten Job mit jungen Spielerinnen“.

Krowicki erwartet eine „hochinteressante Begegnung“. Zum einen, weil Oldenburgs Mannschaft ähnlich jung ist und beide Teams mit schnellem Spiel nach vorne einen ähnlichen Stil pflegen. „Wir haben ganz ähnliche Waffen“, sagt Krowicki, der weiterhin auf Kjersti Salberg verzichten muss. „Vielleicht kann sie beim Pokalspiel dabei sein“, sagt Krowicki. Das Spiel am 3. Oktober um 18 Uhr bei Oberligist SC Alstertal-Langenhorn wäre der erste Pflichtspiel-Einsatz für die am Schlüsselbein verletzte Linksaußen. Zurzeit kann Salberg noch nicht mit dem Ball trainieren.

Ansonsten sind wohl alle Oldenburgerinnen dabei beim Kampf um den vierten Saisonsieg. Es wird schwierig genug, aber selbst wenn der VfL seine Siegesserie fortsetzen kann, ist der Verbleib auf Platz 1 eher unwahrscheinlich. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Thüringer HC beträgt nämlich nur zwei Tore. Und Meister THC hat eine Stunde nach dem Spielbeginn in Blomberg bei der HSG Bad Wildungen eine eher deutlich leichtere Aufgabe.

„Die Tabellenführung ist auch nicht das Thema bei uns, dafür ist die Aufgabe zu schwer“, sagt Krowicki. Dass der VfL in Blomberg aber bestehen kann, zeigte er am vergangenen Sonntag beim Sieg gegen Bayer Leverkusen (34:26). Vor allem von der Abwehrleistung der ersten Halbzeit war Krowicki angetan: „Das war unsere Messlatte. Für uns muss es darum gehen, diese Leistung zu wiederholen.“

„Das ist zwar nur eine Momentaufnahme, wir wollen diesen Moment aber genießen und die Mannschaft hat sich die gute Platzierung redlich verdient, weil sie in der Vorbereitung gut gearbeitet hat und in den ersten Spielen durch Willen, Einsatz und Kampf voll überzeugen konnte“, so Blombergs Trainer Andre Fuhr: „Ich hoffe, dass die Blomberger unsere gezeigten Leistungen und die starke Platzierung honorieren und uns gegen Oldenburg zahlreich und lautstark unterstützen – schließlich kommt es doch nämlich selten genug vor, dass wir in Blomberg von einem Spitzenspiel sprechen können.“

Zwei Ex-Oldenburgerinnen gehören zum aktuellen HSG-Kader: Barbara Hetmanek und Leonie Limberg. Hetmanek (26) wird wegen eines Kreuzbandrisses noch aussetzen müssen. Als Jugendtrainerin und Leiterin des Internats, das der Klub in Zusammenarbeit mit einem Gymnasium betreibt, hat die Kreisläuferin aber auch ohne den Sport viel zu tun und zu sagen im Verein. Rechtsaußen Limberg (22) wechselte vor der Saison aus Buxtehude zur HSG. Bis 2012 spielte die Studentin in der VfL-Jugend und gehörte zu den Leistungsträgerinnen in der Drittligamannschaft.