03.08.2014 12:00 Uhr - Jugend/Juniorinnen - HP dhb.de

"Drucksituationen liegen mir!" - Jessica Jochims vor dem Finale im Interview

Jessica JochimsJessica Jochims
Quelle: Sven Drese/Bundespolizeisportschule Kienbaum
"Wir waren alle zunächst sprachlos und der Erfolg hat uns wie eine Welle überrollt!" Auch nach dem sensationellen Sieg im Halbfinale der Weltmeisterschaft gegen Dänemark kann Jessica Jochims kaum glauben, was sie und ihre Mannschaft da geleistet haben. Die Torfrau hatte erheblichen Anteil an der gelungenen Revanche für die Vorrunden-Niederlage gegen die Skandinavierinnen und wurde mit 15 Paraden zum Matchwinner. Der Pressedienst des DHB sprach mit ihr vor dem heutigen Finale.

"Jessica war heute Wahnsinn", lobte ihr Trainer Frank Hamann nach der Partie. Mit insgesamt 105 Paraden (41,7 Prozent) im bisherigen Turnierverlauf steht die deutsche Torhüterin an zweiter Stelle der Bestenliste. Nur Jessica Erreira aus Portugal hat drei Bälle mehr gehalten als „JJ“, allerdings hat Erreira deutlich mehr Bälle auf ihr Tor bekommen und mit 36 Prozent eine deutlich schlechtere Quote. Was Jessica Jochims derzeit so stark macht und wie sie die Chancen auf den Weltmeister-Titel einschätzt, verrät sie im Interview.

Jessica, herzlichen Glückwunsch zum grandiosen Finaleinzug. Wie war die Gefühlslage, nachdem die Schiedsrichter das Halbfinale abgepfiffen haben? Habt ihr überhaupt schon begriffen, was ihr das geleistet habt?

Jessica Jochims:
Wir waren alle zunächst sprachlos und der Erfolg hat uns wie eine Welle überrollt. Das alles ist noch nicht wirklich bei mir angekommen. Mit dem Sieg im Halbfinale der WM haben wir etwas bisher Unvorstellbares geschafft. Und jetzt wollen wir natürlich noch das I-Tüpfelchen darauf setzen.

Du und auch das gesamte Team habt euch im Turnierverlauf von Spiel zu Spiel gesteigert. Woran machst du diese Leistungsexplosion fest?

Jessica Jochims:
Für uns war das Weiterkommen in der Vorrunde recht leicht. Ab dem Achtelfinale war der große Druck da, gewinnen zu müssen. Der sensationelle Sieg gegen Portugal war der perfekter Einstieg in die Ko-Runde, hat uns gezeigt, was wir als Team imstand sind zu leisten. Dieses Spiel wollten wir um jeden Preis gewinnen und wir haben hier gemerkt: Da geht noch mehr!

Wann ist im Turnier der Knoten für dich geplatzt?

Jessica Jochims:
Drucksituationen liegen mir, insofern war das Achtelfinale mit dem Druck unbedingt gewinnen zu müssen genau das richtige für mich. Die Unterstützung durch das Trainerteam gibt viel Vertrauen für die wichtigen Spiele.

Nun trefft ihr zum zweiten Mal im Turnierverauf auf Rumänien, in der Vorrunde habt ihr eine Niederlage kassiert. Spielt das in den Köpfen noch eine Rolle?

Jessica Jochims:
Ja, natürlich haben wir das nicht vergessen. Aber die Niederlage ist Motivation für eine Revanche und treibt uns extrem an, es im Finale besser zu machen.

In den letzten beiden Testspielen vor der WM habt ihr gegen Rumänien das erste Match verloren, das zweite mit einer starken Leistung gewonnen. Wiederholt sich die Geschichte hier in Mazedonien?

Jessica Jochims:
Ich war bei den Spielen nicht dabei, weil ich bei der Schüler WM in der Türkei war. Doch ich glaube, es hat sich eingeprägt, dass Rumänien schlagbar ist. Wenn wir auf unsere Trainer hören und das umsetzen, was sie uns an Aufgaben an die Hand geben, dann ist es machbar.

Hättest du euch im Vorfeld zugetraut, dass ihr das Finale erreichen könnt?

Jessica Jochims:
Ich habe vorher immer ans Achtelfinale gedacht. Aber nach diesem unglaublichen Sieg gegen Portugal habe ich angefangen zu glauben, dass wir hier was Großes schaffen können.

Wie bereitest du dich auf diese Partie morgen vor?

Jessica Jochims:
Ich werde mir das Vorrundenspiel gegen Rumänien mit Dana anschauen, die Wurfbilder der Rumänien mit Co-Trainer Nico Kiener besprechen und einzelne Spielerinnen und Spielszenen analysieren. Dann werde ich mit einem guten Gefühl in das Spiel gehen!!

Quelle: www.dhb.de