31.05.2014 08:50 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm, VfL Oldenburg

Oldenburg: Sechs Abgänge wollen sich auf Platz 5 verabschieden

Leszek KrowickiLeszek Krowicki
Quelle: VfL Oldenburg
2005 übernahm Trainer Leszek Krowicki die Handball-Bundesligamannschaft des VfL Oldenburg, seit spätestens 2008 begann die erfolgreichste Ära der Vereinshistorie: Challenge-Cup-Sieg 2008, DHB-Pokal-Sieg 2009, Supercupsieg 2009, Halbfinalteilnahmen in Pokalsiegercup und EHF-Pokal 2010 und 2011, der erneute Triumph im DHB-Pokal 2012. In der Liga wurde der VfL seitdem mal Dritter, mal Vierter oder Fünfter, schloss aber bis jetzt nie schlechter ab. Sechs Spielerinnen dieser Ära verlassen nun das Team. Am morgigen Samstag (31.8.2014, 18 Uhr, EWE Arena) werden sie das letzte Mal in einem Punktspiel für den VfL auflaufen. Gegner im letzten Saisonspiel – für beide eine Partie um Platz 5 – ist der TuS Metzingen.

Kein Wunder, dass – vielleicht mehr noch als der sportliche Vergleich – der Abschied von diesen Spielerinnen im Mittelpunkt der Partie steht. Obwohl das eine auch das andere bedingt: Für eine gute Abschiedsfeier wäre natürlich auch ein Sieg wichtig, sagt Krowicki: „Die Mannschaft brennt. Wir sind sehr fokussiert auf diese Partie.“ Oldenburg reicht wegen des besseren Torverhältnisses auch schon ein Remis.

Nach dem Spiel gibt es Sträuße, Präsente, warme Worte, ein von der Mannschaft organisiertes Programm auf der Platte, nach der Verabschiedung Freigetränke und Feier mit der Mannschaft im Arena-Foyer. Verabschiedet werden Anna Loerper (seit 2013 beim VfL; mit inzwischen 185 Länderspielen eine der prominentesten Spielerinnen der Vereinshistorie; wechselt nach Metzingen), Rabea Neßlage (seit 2011; pendelte zwischen Erster und Zweiter und feierte mit dem VfL-Unterbau zwei Meisterschaften in der Regionalliga/Dritten Liga; geht zu Werder Bremen), Lois Abbingh (seit 2010; zurzeit verletzt, eine Spielerin mit dem Potenzial, mal bei einem richtig großen Verein überragende Erfolge zu feiern; noch ohne neuen Verein), Laura van der Heijden (seit 2010; hat in vier Jahren kein Pflichtspiel verpasst, bezüglich ihrer sportlichen Perspektive gilt für sie das gleiche wie für Abbingh; geht nach Dänemark zu Team Esbjerg), Maike Schirmer (seit 2008; schaffte es in ihrer Oldenburger Zeit in die Nationalmannschaft; geht für ein Jahr beruflich nach Kolumbien) und Wiebke Kethorn (seit 2002; Nationalspielerin, Spielführerin und das prägende Gesicht dieser Ära; Karriereende).

Es ist nun nicht so, dass das komplette VfL-Team aufhört – Krowicki wird weiter auf Größen vergangener Jahre bauen können (Thalke Bitter/seit 2003 beim VfL, Julia Renner/seit 2005, Kim Birke/seit 2005, Julia Wenzl/2007, Angie Geschke/seit 2008 mit Unterbrechung, Tess Wester/2012), hat zudem in Kira Schnack und Annika Meyer zwei Spielerinnen erfolgreich einbauen können, die erst im vergangenen Sommer nach Oldenburg kamen. Alina Otto (ebenfalls seit 2013) muss in diesem Kalenderjahr wegen eines Kreuzbandrisses noch passen.

Mit 13 bis 15 Spielerinnen will Krowicki auch in der kommenden Serie einen Platz in der oberen Tabellenhälfte angreifen: Fix sind bekanntlich die Zugänge Caroline Müller (Rückraum Mitte, von Ringkobing Handball/Dänemark), Silje Katrine Svendsen (Rückraum Rechts, von Levanger HK/Norwegen) und Kjersti Salberg (Linksaußen, von Levanger HK/Norwegen). Noch mindestens eine Spielerin soll in den kommenden Tagen präsentiert werden. Ziel ist, quasi auf jeder Position doppelt besetzt zu sein.

Zum erweiterten Kader werden mindestens in die Trainingsarbeit der Saisonvorbereitung VfL-Jugendspielerinnen eingebunden werden, kündigte Krowicki kürzlich an. Die VfL-A-Jugend will sich in dieser Saison erstmals für die Bundesliga qualifizieren. Noch als B-Jugend nahm das Team zuletzt an der Deutschen Meisterschaft teil, scheiterte in der Vorrunde mit einem zweiten Platz an der HSG Blomberg. Das Qualifikationsturnier mit dem VfL, Rostocker HC, Neusser HV, Germania Kaiserau und Gastgeber VfL Bad Schwartau findet an diesem Wochenende statt. Die ersten beiden Mannschaften qualifizieren sich direkt für die Bundesliga.