29.05.2014 19:04 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vulkan-Ladies, red

Grob rettet Vulkan-Ladies - Trier verliert Spiel und Pilmayer

Evelien GrobEvelien Grob
Quelle: Vulkan-Ladies
Die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern haben das prestigeträchtige Derby gegen die DJK MJC Trier mit 30:27 (13:16) gewonnen. Die Partie musste nachgeholt werden, weil am 10. Mai ein Dachdefekt in der Koblenzer Conlog-Arena beim Stand von 20:18 aus Sicht der Hausherrinnen einen Spielabbruch verursacht hatte.

Lange Zeit liefen die Gastgeberinnen im Wiederholungsspiel des 30. Spieltags irgendwie der Musik hinterher und als die stark ersatzgeschwächten Trierer Miezen nach 38 Minuten durch das 16:21 von Franziska Garcia Alemendaris erstmals auf fünf Tore davonzogen, konnten sie von ihrem ersten Sieg überhaupt in Koblenz träumen. In einer bis dahin sehr hektischen, von technischen Fehlern geprägten Partie war bis auf diese Hektik erstaunlich wenig Leben drin.

Das Ganze mutete phasenweise eher an, wie ein gemütlicher Tanztee. Doch eben nur bis zur 38. Minute, denn dann betrat quasi eine Akteurin die Bühne, die den Charakter der Partie komplett drehte. „Licht aus, Spot an“; so hätte eventuell Hallensprecher Thomas Weber den „Star des Abends“ ankündigen können, wenn er hellseherische Fähigkeiten gehabt hätte. So aber „rockte“ ab da die schon früh für die diesmal blass gebliebene Branka Zec ins VL-Gehäuse gekommene Evelien Grob die Arena ohne Vorankündigung.

Das niederländische Nachwuchstalent, welches sich im Saisonverlauf immer mehr als echte Alternative zu Zec entwickelt hat, hauchte mit einer Glanzparade nach der anderen dem zuvor unkonzentrierten Spiel der Vulkan-Ladies Leben ein. Fünfmal in Folge zog sie den frei vor ihr auftauchenden Miezen die Krallen. Jungtalent Grob gab hinten den Ton an und vorne spielte mit der zur Pause gekommenen Eva Frank ein Routinier mit nun vier Treffern ein beherztes Solo. Über 19:21 fanden auch die Mitspielerinnen der Beiden nun zu ihrer Sicherheit zurück, unterstützt vom nun frenetisch mitgehenden Publikum.

Als Koblenz/Weibern dann ein 19:22 dank weiterer Glanztaten von Grob zur ersten VL-Führung (23:22) überhaupt drehte, leitete dies die endgültige Wende ein. Plötzlich hatte der Auftritt der Mannschaft von Trainer Christoph Barthel etwas von Spielfreude und Leichtigkeit, während die Miezen wie gelähmt wirkten. Dabei hatten sie doch zuvor größtenteils alles im Griff gehabt. Schon vor der Pause lagen sie mit 12:8 vorne. Katrin Schneider, aktuell Zweitplatzierte in der Bundesliga-Torschützenliste, hatte schon siebenmal eingenetzt (18. Minute) als es VL-Trainer Barthel endgültig zu bunt wurde und er sie erfolgreich von Prudence Kinlend in Sonderbewachung nehmen ließ. „Vor dem Spiel haben wir uns gesagt, lasst die Schneider ruhig sieben, acht Tore werfen, solange wir ihre Nebenspielerinnen dann ausschalten. Das ist aber dann nicht aufgegangen und deshalb musste ich umstellen“, räumte Barthel ein.

Bereits vor der Pause lief es damit zunächst besser bei den Vulkan-Ladies, ehe ausgerechnet ein Verletzung von Triers Rechtsaußenspielerin Marta Pilmayer Koblenz stärker aus dem Tritt brachte, als ihre Mitspielerinnen. Pilmayer, verdrehte sich bei einem Sprungwurf ohne Fremdeinwirkung das Knie dermaßen unglücklich, dass ihre Schmerzschreie selbst auf der Tribüne durch Mark und Bein gingen und sie mit Verdacht auf schwere Knieverletzung (Kreuzbandriss) abtransportiert werden musste. Bei den Einheimischen trat dann wieder einmal die bekannte Schwäche im Überzahlspiel zu Tage, als sie durch Fahrlässigkeiten beim Torwurf nach dem 12:13 wieder auf drei Treffer zurückfielen.

All das war aber vergessen, nachdem die Ladies ihrem Publikum mit fulminantem Schlussspurt doch noch emotionale Glücksmomente bescherten und den Sieg am Ende sicher in trockene Tücher brachten. „Die taktischen Umstellungen haben gefruchtet und Evelien ein großartiges Spiel gemacht. Nun wollen wir am Samstag im letzten Heimspiel gegen Bietigheim nachlegen um den Spielerinnen die uns verlassen einen schönen Abschied zu bereiten und den Fans Lust auf die kommende Saison mit in die Sommerpause zu geben,“ meinte VL-Trainer Barthel nach Spielende.