10.05.2014 20:58 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Buxtehude dreht nach der Pause auf und festigt mit Sieg über Metzingen Rang vier

Nach der Partie wurde die Verlängerung des Vertrags mit Isabell Klein bekanntgegebenNach der Partie wurde die Verlängerung des Vertrags mit Isabell Klein bekanntgegeben
Quelle: Hermann Jack
Vor etwa 1100 Zuschauern gelang dem Buxtehuder SV am Samstagabend ein wichtiger Sieg. Mit dem insgesamt souveränen 29:19-Erfolg über die TuS Metzingen konnte das Team von Dirk Leun Rang vier festigen und hat nun fünf Zähler Vorsprung auf die unterlegenen Gäste. Der vierte Platz berechtigt zur Teilnahme am EHF-Pokal. Die TuS Metzingen war vor allem in der Phase nach dem 12:9-Halbzeitstand nicht auf der Platte und büßte innerhalb weniger Minuten die Chance auf Punkte im Norden ein. Vor dem Anpfiff wurden die Lieblingsspielerinnen der Fans aus 25 Jahren Buxtehuder Bundesligageschichte geehrt: Susanne Petersen, Steffi Melbeck und Andrea Bölk.

Sowohl der Buxtehuder SV als auch die TuS Metzingen zeigte schon in der frühen Phase der Partie, dass sie das Spiel ernstnahmen. Recht solide Abwehrreihen und einige beherzte Aktionen der Defensivkräfte prägten die Szenerie. Die Gastgeberinnen gaben dabei von Beginn an den Ton an und legten ein 2:0 vor. Metzingen gelang zwar der Ausgleich, aber Friederike Gubernatis führte den BSV nach neun Minuten beim Stand von 4:2 abermals zwei Tore in Vorlage. Die TusSies haderten immer wieder mit ihrer schwachen Effektivität im Angriff, zu oft ging der Ball verloren. Auch im Rückzug ließ sich der Tabellenfünfte mehrmals von den schnellen Angriffen der Gastgeberinnen überraschen.

Doch auch Metzingen stellte eine ordentliche Abwehr und blieb auch wegen der Paraden von Edit Legyel, die der guten Antje Lenz anfangs kaum nachstand, in der Partie. Die Bedeutung der Partie war groß, mit einem Sieg konnten sie bis auf einen Punkt an Buxtehude herankommen. Die kleinen Fehler in der Offensive schienen sie diese Möglichkeit frühzeitig zu kosten. Doch auch Buxtehude fehlte immer wieder das Timing in den Spielzügen. Shenia Minevskaja rächte dies beim 5:4-Anschlusstreffer nach einer Viertelstunde. Doch die folgende Auszeit von Dirk Leun einen Moment später veränderte den weiteren Verlauf der Partie nicht. Nach 20 Minuten hieß es in der abwehrbetonten Partie 6:5.

Danach war es Antje Lenz, die ihrem Team die Vorlagen zur 9:5-Führung lieferte. Randy Bülau netzte ein und Jessica Oldenburg legte nach. Fünf Minuten vor der Pause hatte Alexander Job dann Gesprächsbedarf. Mit deutlichen Worten schilderte er seine Erwartungen an den weiteren Spielverlauf, vor allem forderte er offenbar mehr Körpereinsatz im Angriff. Dirk Leun hatte nach dem Zwischenspurt hingegen weniger zu bemängeln, sein Team ließ sich von der Unterbrechung jedoch etwas aus dem Rhythmus bringen. Minevskaja nutzte nach 28 Spielminuten einen Strafwurf zum 11:9, doch als Buxtehude einen weiteren Angriff vergeben hatte, fehlte im Angriff die zündende Idee.

So blieb vor dem Seitenwechsel der nochmalige Anschlusstreffer der Gäste aus, vielmehr sorgte Randy Bülau für die 12:9-Pausenführung. Und nach Wiederanpfiff setzte Buxtehude sein druckvolles Spiel nahtlos fort. Bülau stellte nach drei Minuten auf 15:10, Metzingens Stefani erhielt zudem kurz darauf eine Strafzeit und Bülau sorgte für die erste Sechs-Tore-Führung. Metzingen schien nichts mehr zu gelingen. Das Team von Alexander Job hatte den Start in die zweite Halbzeit verschlafen und steuerte nun unvermittelt auf einer schmerzhafte Niederlage zu. Nach 37 Minuten wollte der TusSies-Trainer angesichts eines auf 10:18 angewachsenen Rückstands auch nicht länger zusehen.

Buxtehude hatte offenbar eine zur lethargischen Vorstellung der ersten Halbzeit passende Ansprache in der Kabine erhalten und machte nun nicht nur Ernst: Es gelang auch fast alles. Die noch kurz vor Ende der ersten Halbzeit bestehende Chance für Metzingen den Anschlusstreffer zu erzielen, war nach acht Minuten ohne Treffer in weite Ferne gerückt. Den Rückstand konnten sie auch nicht mehr wettmachen, zumal Buxtehude hinten dichtmachte. Beherzt aufspielend verhinderten die Gäste aber zumindest ein Debakel. Nach einer Dreiviertelstunde hieß es 22:14. Mit tollen Treffern wie dem 26:16 von Maxi Hayn unterstrich der BSV dann seine Klasseleistung und siegte souverän mit 29:19.

Alexander Job, Trainer TuS Metzingen
Das letzte Mal als ich hier war, habe ich mich gefreut, hier wieder herzukommen. Heute ist das Gefühl anders. Was wir heute gezeigt haben, war nicht das, was wir uns vorgenommen haben. Der BSV hat heute eindrucksvoll beiwesen mit Abwehr, Gegenstoß, und Angriff, was Handball ausmacht. Wir haben uns in diesem Jahr überraschend schnell entwickelt, haben auch verdient die Meisterrunde erreicht. Aber wie man heute gesehen hat, haben wie viel zu viele Schwankungen, wir haben auch einige Spielerinnen, die nicht konstant ihre Leistungen zeigen. Wir haben auch Bernadett Temes noch nicht integriert. Wir müssen auch in der kommenden Saison neue Spielerinnen integrieren. Wir wollen keine neue Großmacht im deutschen Frauenhandball werden, aber wir wollen mit unseren Möglichkeiten das Maximale erreichen.

Dirk Leun, Trainer Buxtehuder SV
Ich bin sehr zufrieden. Wir haben nicht nur dreimal die Grenzen aufgezeigt bekommen und mussten wichtige personelle Rückschläge hinnehmen. Herz und Leidenschaft in der Deckung mit Antje Lenz in Topform waren der Schlüssel dafür, dass wir deses Spiel unerwartet hoch gewonnen haben. Wir haben heute nicht so viel zugelassen, nach 22 Minuten hatten wir sechs Gegentore. Ich bin ziemlich erleichtert und glücklich, dass wir einen wichtigen Schritt in Richtung Europacup-Teilnahme gemacht haben. Ich muss wirklich den Hut ziehen vor den Mädels, wie sie heute auf die Zähne gebissen haben, davor kann ich mich nur verneigen. Ohne Techert und Agren mussten wir einen weiteren Aderlass verkraften und haben toll aufgespielt. Jetzt haben wir sogar noch die Chance Dritter zu werden. Am Ende dieser langen Runde auf dem Treppchen zu stehen, wäre angesichts des Umbruchs und der vielen Verletzungen eine Sensation. Das wollem wir möglich machen.