02.05.2014 14:48 Uhr - 3. Liga Nord-West - Markus Hausdorf

Kerstin Reckenthäler im Gespräch: Nach der Meisterschaft soll Aufstieg in Liga 3 realisiert werden

Kerstin Reckenthäler gewann mit Leverkusen gerade die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft...Kerstin Reckenthäler gewann mit Leverkusen gerade die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft...
Quelle: Jörg Zehrfeld


... am Sonntag tritt sie mit ihrer Truppe in den Relegationsspielen bei Fortuna Düsseldorf an... am Sonntag tritt sie mit ihrer Truppe in den Relegationsspielen bei Fortuna Düsseldorf an
Quelle:
Kerstin Reckenthäler (31) hat mit der weiblichen A-Jugend des TSV Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende den Deutschen Meistertitel im Rahmen des Final Four in Leipzig verteidigt. Wenige Tage nach diesem Höhepunkt, steht bereits das nächste Highlight an: Mit der Zweitvertretung vom TSV Bayer Leverkusen als souverän Mittelrheinmeister steht für Reckenthäler am Sonntagmittag (14 Uhr, Sporthalle an der Graf-Recke-Straße, Düsseldorf) das Relegationshinspiel um den Aufstieg in die 3. Liga West beim Niederrheinmeister Fortuna Düsseldorf an. Markus Hausdorf sprach mit Kerstin Reckenthäler über die Titelverteidigung in Leipzig und die Relegationsspiele.

Am Wochenende konntest du mit der A-Jugend des TSV Bayer Leverkusen den Deutschen Meistertitel im Rahmen des Final Four in Leipzig verteidigen. Welchen Stellenwert hat dieser zweite Titel für dich?

Kerstin Reckenthäler:
Ich kann ehrlich gesagt nicht sagen, welcher dieser beiden Titel letztlich schöner oder wichtiger war. Mit der ersten Deutschen Meisterschaft ging sicherlich für alle ein Traum in Erfüllung. Das wir den Titel überhaupt wiederholen konnten, ist eine tolle Sache. Zwar glauben viele, dass es einfach war, aber wir hatten auch mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. So standen mir ganz oft viele Spielerinnen im Training nicht zur Verfügung, mussten improvisieren. Aber ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft.

Das Finale konntet ihr mit 28:27 gegen die HSG Badenstedt für euch entscheiden. Was gab am Ende deiner Meinung nach letztlich den Ausschlag?

Kerstin Reckenthäler:
Gegen Badenstedt hatten wir sehr schwierige Phasen in unserem Spiel. Ganz gleich ob wir zu Beginn der Partie mit 4:8 im Rückstand lagen oder in der Schlussphase eine Zeitstrafe gegen Anna Seidel kassiert haben, wollte meine Mannschaft dieses Spiel unbedingt gewinnen. Dieser unbedingte Siegeswille bei meiner Mannschaft sehe ich letztlich als ausschlaggebend an.

Zum 1. Mal wurde die Deutsche Meisterschaft der weiblichen A-Jugend im Rahmen des Frauen Final Four ausgetragen. Alle acht Mannschaften wurden freitags in Leipziger Rathaus eingeladen, die Siegerehrung fand zum Schluss mit den großen Vorbildern statt. Wie hat dir dieses Event gefallen?

Kerstin Reckenthäler:
Dieses Event war sicherlich mit dem ganzen Drum und Dran etwas besonderes für alle Spielerinnen aller vier A-Jugend-Teams. Im Endspiel konnten wir gegen Badenstedt vor 3.600 Zuschauern spielen. Vielleicht werden einige Spielerinnen nie wieder vor einer solchen Kulisse spielen. Das ganze Wochenende war ein absolutes Highlight und das Event in Leipzig ist perfekt durchgeführt und organisiert worden.

Das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft liegt nicht einmal eine Woche zurück, da steht bereits das nächste Highlight an. Am Sonntag steigt das erste Relegationsspiel um den Aufstieg in die 3. Liga, ihr gastiert als Mittelrheinmeister um 14 Uhr in der Sporthalle an der Graf-Recke-Straße beim Niederrheinmeister Fortuna Düsseldorf. Will der TSV mit der 2. Mannschaft auf jeden Fall hoch?

Kerstin Reckenthäler:
Sicherlich ist diese Situation sehr schwierig. Am Sonntag standen wir noch im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Wenige Tage später geht es nun für uns um den Aufstieg in die 3. Liga. Wir mussten im Laufe der Woche die Spannung wieder aufbauen. Wir haben aber einen Auftrag, den wir erfüllen wollen, und dieser lautet den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen.

Welche personellen Unterschiede gibt es zwischen der A-Jugend und der 2. Mannschaft des TSV Bayer Leverkusen?

Kerstin Reckenthäler:
Im Endeffekt ist die A-Jugend-Mannschaft fast mit dem Kader der 2. Mannschaft identisch. Spielerinnen wie Annika Ingenpass, die für den HSV Solingen-Gräfrath III in der 3. Liga West spielt, fehlen in der 2. Mannschaft. Aber auch Anna Seidel, die im Bundesliga-Team zum Einsatz kommt, kommen seltener bei uns zum Einsatz. Am Sonntag spielt unsere Erste auch zeitlich zur Partie in Düsseldorf.

Die Favoritenrolle schreiben die Experten, aber auch die Fortuna Düsseldorf, dem TSV Bayer Leverkusen II zu. Wie siehst du dies?

Kerstin Reckenthäler:
Wir sind in der gesamten Saison immer wieder zum Favoriten erklärt worden. Auch diesmal nehmen wir diese Rolle an. Aber man muss immer wieder bedenken, dass bei mir in der Mannschaft Spielerinnen im Alter von 16 bis 18 Jahren zum Einsatz kommen. Gegen Fortuna Düsseldorf treffen sie auf jeden Fall auf eine Truppe mit viel Erfahrung.

Fortuna wurde souverän Niederrheinmeister. Welche Stärken konntest du bei der Mannschaft aus der Landeshauptstadt ausmachen?

Kerstin Reckenthäler:
Um die Stärken von Fortuna Düsseldorf wissen. Wir müssen vor allem hochkonzentriert zur Sache gehen und spielen.

Du wirst dein Engagement in Leverkusen zum Saisonende beenden. Welche Pläne für die Zukunft hast du aktuell?

Kerstin Reckenthäler:
Ich hatte in Leverkusen eine wunderschöne Zeit, die nun zu Ende geht. Ich konnte mit dieser Mannschaft zweimal die Meisterschaft gewinnen und habe ein besonderes Verhältnis zu diesen Spielerinnen aufgebaut. Mir liegen zwar für die neue Saison einige Angebote vor, aber ich werde nach den Relegationsspielen in Ruhe in mich gehen und überlegen, ob ich direkt für etwas neues bereit bin.

Vielen Dank für das Gespräch.