22.04.2014 15:29 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm

Oldenburg verliert weitere Nationalspielerin

Anna LoerperAnna Loerper
Quelle: Hermann Jack
Der Handball-Bundesligist VfL Oldenburg wird am Ende der aktuellen Saison seine Spielmacherin Anna Loerper verabschieden. Der Tabellensechste der laufenden Meisterrunde will sich künftig auf der Mittelposition neu orientieren und seine Mannschaft weiter verjüngen. Eine Nachfolgerin wird der Klub bereits am morgigen Mittwoch (23.4.2014) im Rahmen einer Pressekonferenz präsentieren.

„Wir bauen neu auf und gehen in der kommenden Saison mit einer stark verjüngten Mannschaft an den Start“, sagt Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL Oldenburg GmbH. „Dazu gehört auch eine Neubesetzung auf der Schaltposition in der Mitte.“

Wohin die 29 Jahre alte Loerper, deren Vertrag beim VfL ausläuft, wechseln wird, steht nicht fest. „Wir verlieren sicherlich eine gute Spielerin“, sagt Trainer Leszek Krowicki. „Es hat mir viel Spaß gemacht, mit Anna zu arbeiten.“

Neben Loerper verlassen eine ganze Reihe von Leistungsträgerinnen den VfL: Lois Abbingh (Ziel unbekannt), Laura van der Heijden (Team Esbjerg/Dänemark), Wiebke Kethorn (Karriereende), Maike Schirmer (beruflich nach Kolumbien). Die Mission für die kommende Saison lautet also Neuaufbau: „Ich will beim VfL noch einmal eine Mannschaft an die Bundesligaspitze führen“, sagt Krowicki. „Dafür planen wir langfristig auch mit jungen, neuen Spielerinnen.“

Schon vor ihrem ersten Spiel war klar, dass sich Loerper einen Platz in den Annalen des VfL gesichert hat: So viele Länderspiele wie sie hatte noch keine Handballerin im Verein – 172 waren es bei ihrer Ankunft im vergangenen Sommer, als sie vom dänischen EHF-Pokalsieger Team Tvis Holstebro nach Oldenburg wechselte.

In der DHB-Auswahl spielt Loerper immer noch eine Rolle – zuletzt erlebt bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Dezember in Serbien: Loerper hatte bei der WM hohe Spielanteile und folgerichtig großen Anteil daran, dass die DHB-Auswahl die ersten sechs Partien gewann und erst im Viertelfinale vom späteren Dritten Dänemark gestoppt wurde. Inzwischen stehen 185 Partien mit der deutschen Nationalmannschaft in Anna Loerpers Vita.

Loerpers Jahr beim VfL kann nicht als das erfolgreichste ihrer Vereinskarriere gelten. Die Bedingungen waren allerdings auch nicht gut: Nach dem Weggang der langjährigen Spielführerin Sabrina Neuendorf (ein ganz anderer Spielertyp als Loerper) musste sich der VfL taktisch neu orientieren. In der Sommerpause fiel dann auch noch Lois Abbingh aus (bis Jahresende), im September – also nach Saisonbeginn – kam Angie Geschke. Abbingh hat sich inzwischen bekanntlich erneut schwer verletzt. Die Folge: Wirklich eingespielt hat sich so der VfL-Rückraum nicht.