badfetish.org tryfist.net trydildo.net

13.04.2014 10:41 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm, VfL

Klasse-Spiel, knappe Niederlage: VfL Oldenburg fehlt ein Tor zur Überraschung

Angie GeschkeAngie Geschke
Quelle: Hermann Jack
Auch der VfL Oldenburg kann den Thüringer HC nicht stoppen. In der Meisterrunde der Handball-Bundesliga setzte sich der Serienmeister am gestrigen Samstagabend (12.4.2014) in einem starken Spiel beider Mannschaften mit 32:31 (17:17) durch und benötigt nun nur noch drei Punkte in den rechtlichen fünf Partien zum vierten Titelgewinn in Folge. Angesichts eines Vorsprungs von 133 in der Tordifferenz gegenüber dem Tabellenzweiten HC Leipzig wird dem THC wohl ein Sieg im Spiel gegen Buxtehude am 4. Mai reichen. „Wir werden nichts planen. Aber wenn wir gewinnen, werden wir feiern“, kündigte THC-Trainer Herbert Müller nach der Partie in Oldenburg an.

Für den vorletzten Schritt mussten die Gäste lange kämpfen. Nach 40 Minuten lag der VfL noch 25:24 vorne, hatte dann aber über zehn Minuten keine Erfolge zu verzeichnen und kassierte in dieser Zeit spielentscheidende sieben Treffer. Die anschließende Oldenburger Aufholjagd kam etwas zu spät. Alexandrina Barbosa entschied die Partie 39 Sekunden vor Schluss mit ihrem Tor zum 32:30.

VfL spielte ohne die am Knie verletzten Lois Abbingh und Alina Otto (wird Mitte nächster Woche operiert), hatte aber immerhin noch einen größeren Kader als der nur mit acht Feldspielerinnen angereiste Gast: Lydia Jakubisova und Kerstin Wohlbold fehlen wegen Kreuzbandrissen, Anja Althaus leidet unter einem Knöchelödem, Franziska Mietzner unter einem Nasenbeinbruch, und Sonja Frey wird demnächst ein gutartiger Tumor im Schienbein entfernt.

Es entwickelte sich das erwartet schnelle Spiel – die nur 915 Zuschauer sahen Abschlüsse teils im Zehn-Sekunden-Takt. Allerdings rannte erst der THC vorneweg, führte in der achten Minute mit 6:2. Bis der VfL in Fahrt kam, dauerte es zehn Minuten.

Über Kampf, schnelles Spiel und tolle Abschlüsse fand Oldenburg ins Spiel zurück. Barbosas Unterlattenknaller nahm Maike Schirmer auf und schickte Kim Birke zum 7:9 (13.). In der 16. Minute verwandelte Angie Geschke einen Strafwurf zum 9:10 – jetzt war es spannend in der EWE Arena.

Herausgeholt hatte den Siebenmeter die gerade zuvor eingewechselte Anna Loerper, mit der das Oldenburger Angriffsspiel zusätzliche Kreativität und Durchschlagskraft bekam. Fünf Minuten vor der Pause glich Annika Meyer per Gegenstoß aus, Geschke legte nach: 17:16 (28.).

Barbosa, THC-Spielmacherin Iveta Luzumova und Nadja Nadgornaja hatten es mit der offensiven Oldenburger Abwehr oft zu einfach, trafen aus dem Rückraum oder hebelten mit Körpertäuschungen vielmals die Deckung aus – so blieben die Gäste auch in den stärksten Oldenburger Phasen in der Partie. Ärgerlich auch: Die mögliche Führung zur Pause verpasste Loerper, die per Strafwurf an Jana Krause hängenblieb. Am Gesamteindruck der ersten Hälfte änderte das nichts: Der noch ungeschlagene THC hatte es mit einem verbissen kämpfenden und mannschaftlich geschlossenen VfL zu tun. Stellvertretend für den Kampf darf einmal mehr Wiebke Kethorn genannt werden, die allein fünf der sechs Strafwürfe in der ersten Hälfte herausholte, von ihrer guten Rückraumreihe aber auch bedient wurde.

Nach der Pause blieb es zunächst spannend, blieb es das begeisternde Spiel mit hohem Tempo auf sehr gutem Niveau. Die Führung wechselte mehrfach – bis zum Bruch im Spiel der Gastgeberinnen, den der THC mit Positionswechseln, mehr Bewegung und besseren Abschlüssen unterstützte: Nadgornaja und Barbosa aus der zweiten Reihe, Luzumova nach einer verwirrenden Kombination vom Kreis, Danick Snelder vom Kreis – in der 47. Minute lag der VfL 25:29 hinten. Und es wurde noch schlimmer: Nadgornaja warf Tess Wester den Ball durch die Beine und Barbosa spazierte abermals durch die Deckung – 31:25 (51.).

Uneinholbar? Nein. „Ich dachte, das Ding ist durch, aber in Oldenburg wird nie aufgegeben“, sagte Müller später. Ein Doppelschlag Laura van der Heijdens (51. und 52.) fungierte als Weckruf für den VfL, der nun seine Abwehr auf eine 6-0-Formation umstellte und Oberwasser bekam. Kira Schnack traf von der rechten Seite (53.), Julia Wenzl besorgte aus der zweiten Welle das 29:31 (55.), abermals Schnack konterte zum Anschlusstreffer (58.). Dann entschärfte Wester auch noch einen Siebenmeter Luzumovas – jetzt stand das Publikum und feuerte das Team mit Sprechchören an.

Doch der VfL verpasste im Gegenzug den Ausgleich und wieder auf der anderen Seite provozierte Nadgornaja gekonnt ein Foul Thalke Bitters, die mit Zeitstrafe und Siebenmeter bestraft wurde. Barbosa, die wieder mit spektakulären Aktionen auch das Oldenburger Publikum begeisterte, verwandelte. 39 Sekunden vor Schluss hatte der THC einen weiteren Schritt zum Titel zurückgelegt. „Heute war mehr möglich“, sagte Krowicki. „Wir haben lange richtig gut gespielt, aber in der Phase nach dem 25:24 aufgehört, uns zu bewegen.“ Unglücklich sei er über das Spiel gegen diese Mannschaft mit Weltklassespielerinnen aber nicht.

Zwei freie Wochen warten nun auf die Oldenburgerinnen, bis mit dem Auswärtsspiel beim TuS Metzingen am Samstag, 26. April, 19 Uhr, die letzte Saisonphase eingeläutet wird. Im Mai spielt der VfL an den fünf Wochenenden die letzten fünf Partien der Saison 2013/14.







cs