06.04.2014 17:50 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Trier bringt Göppingen erste Heimniederlage in Abstiegsrunde bei

Natalie Adeberg steuerte 5/1 Treffer zum Sieg der "Miezen" beiNatalie Adeberg steuerte 5/1 Treffer zum Sieg der "Miezen" bei
Quelle: groundshots.de
Göppingen hatte die Gäste offenbar unterschätzt. Die DJK/MJC Trier machte lange Zeit Druck. Die Gäste lagen nach 18 Minuten mit 9:6 vorne und nahmen eine 14:11-Führung in die Kabine mit. 400 Zuschauer in der EWS Arena verfolgten auch in der zweiten Halbzeit eine Vorstellung ihrer Mannschaft, die der der kämpferischen Miezen in allen Belangen unterlegen war. Die Kräfte der Gäste ließen in der Schlussphase der Partie nach. Der 22:17-Vorsprung schrumpfte bis auf ein Tor zusammen. Letztlich spielte aber auch die Zeit für Trier: Die Miezen erhöhen mit dem umjubelten 24:22-Erfolg den Vorsprung auf den Tabellenletzten HSG Bensheim/Auerbach auf acht Zähler.

Unzufrieden: Maike DanielsUnzufrieden: Maike Daniels
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Nach zwei Wochen ohne Ligaspiel, die EM-Qualifikation hatte die Lücke in den Spielplan gerissen, hatten die Göppingerinnen große Anlaufschwierigkeiten. Erst im dritten Versuch gelang ihnen der erste Treffer, wenig lief zusammen. Die „Miezen“ spielten hingegen selbstbewusst auf und profitierten von der starken Leistung von Jessica Kockler im Gästetor. Trier spielte diszipliniert, zeigte sich zäh und suchte den Zweikampf, während Göppingen sich schwache Abschlüsse leistete und in der Abwehr unsortiert wirkte. Trotz ihres niedrigen Spieltempos legten die Gäste daher nach sechs Minuten eine 3:1-Führung vor. Vor allem die Trierer Rückraum-Werferinnen konnten dabei glänzen.

Trier profitierte zunächst kaum von dem flüssigen Offensivspiel, da Göppingen nachsetzte und Vojtiskova und Dinkel bis zum 4:5 nach zehn Minuten jeweils den Anschlusstreffer verantworteten. Zwischenzeitlich bewegte sich auch die Göppinger Abwehr besser, wobei Trier nicht mehr ganz so konzentriert wirkte. Alles zusammen führte nach zwölf Minuten zum 5:5-Ausgleichstreffer: Beate Scheffknecht netzte vom linken Flügel. Die Wende schien bevorzustehen, Göppingen ins Spiel zu kommen.

Doch es kam anders, da Göppingen weiterhin beste Torchancen ausließ und überhastet spielte, während Trier das Tief überwand: Karin Schneider mit ihrem dritten Treffer von Andrea Czanik vom Kreis distanzierten Göppingen beim 5:7 abermals auf zwei Tore und Trier hatte anschließend sogar Gelegenheit, den Vorsprung auf drei Treffer zu erhöhen. Gegen Beate Scheffknecht attackierte die Defensive der Moselanerinnen zwar abermals zu spät, aber auch eine Parade von Dragica Tatalovic gegen Czanik nutzte Göppingen nichts, denn die Grün-Weißen scheiterten erneut. Nach dem 6:9 war Opreas Auszeit nach 17 Spielminuten bitter nötig, Göppingen hatte Trier offenbar völlig unterschätzt.

Maike Daniels kam für Beate Scheffknecht auf die Position im linken Rückraum, später ermöglichte sie Nicole Dinkel, die auf der Spielmacherposition begonnen hatte, eine Pause. Nach der Umstellung wirkte Göppingen im Angriff aktiver, fand aber in der Abwehr noch immer nicht die nötige Einstellung, während Trier druckvoll und kämpferisch spielte. So lief die 33 Jahre alte Marta Pilmayer einen Gegenstoß von Maria Kiedrowski ab und schnappte ihr den Ball weg. Normalform errichte auf Göppinger Seite nur Alena Vojtiskova, die mit ihrem fünftem Treffer beim 11:12 nach 27 Minuten den Anschluss wieder herstellte. Zur Pause führte Trier dennoch mit 14:11 und stand vor dem Coup.

Dreizehnmal hatte Göppingen in der ersten Halbzeit den Ball nicht im Tor untergebracht. Elf dieser Versuche hatte Miezen-Torfrau Jessica Kockler abgewehrt, die auch den ersten Göppinger Wurf nach Wiederanpfiff parierte. Das Spiel ging genau dort weiter, wo es nach dreißig Minuten unterbrochen worden war. Trier nutzte die Chance sich weiter abzusetzen und lag nach 35 Minuten bereits mit 17:12 vorn. Mit einer weiteren Umstellung reagierte Vasile Oprea erst nach 39 Minuten, als Marlene Windisch Triers beste Werferin Katrin Schneider aus dem Spiel zu nehmen versuchte. Diese verletzte sich nach 42 Minuten beim Versuch, einen Gegenstoßtreffer von Jenny Karolius zu verhindern.

Zu diesem Zeitpunkt lagen beim Stand von 16:21 noch immer fünf Tore Differenz zwischen Trier und Göppingen. Den Ausfall von Schneider, die an der Wade getaped wurde, konnte Göppingen anschließend nicht nutzen. Dinkel und Windisch vergaben zwei Chancen, die das 19:22 bedeutet hätten. Brugger prallte der Ball beim Gegenstoßpass an den Fuß, einen weiteren fing Trier ab. Schneider war derweil wieder aufs Feld zurückgekehrt.

Göppingen kam noch einmal in Schlagdistanz, doch zwei Tore in 18 Minuten genügten Trier letztlich zum Sieg. Dinkel verwandelte zwei Strafwürfe zum 20:22, während Trier mit ungenauen Zuspielen und Würfen Göppingen und die eingewechselte Jasmina Jankovic nur noch selten in Verlegenheit brachten. Trier blieb aber im Rückzug engagiert und verhinderte, dass Göppingen das Spiel allzu leicht vollends an sich reißen konnte. Erst nach 56 Minuten netzte Scheffknecht zum 21.22. Die Miezen spielten auf Zeit und waren dem Sieg nah, als Derbach ihren siebten Treffer zum 21:23 setzte. Zweieinhalb Minuten verblieben, in denen Trier den späteren 24:22-Sieg letztlich erzwang.