30.03.2014 18:58 Uhr - Europameisterschaft - Felix Buß - handball-world.com

Polen feiert bei Heimsieg über Portugal Handballfest und wichtigen Befreiungsschlag

Spielmacherin Karolina SiodmiakSpielmacherin Karolina Siodmiak
Quelle: sportseye.de
Polen fand in einer nervösen Begegung erst während einer Überzahl-Situation am Ende der ersten Halbzeit ins Spiel fand. Nach dem 14:8-Halbzeitstand, den sich das Team von Kim Rasmussen in dieser Phase erarbeitete, geriet es abermals unter Druck. Portugal kam engagiert aus der Kabine und setzte Polen bis zum 17:13 wiederum unter Druck. Portugal konnten aber in der Handballfest-Atmosphäre von Zielona Gora erneut nicht über dreißig Minuten mithalten. Polen erringt bei dem 29:21-Sieg die Zähler drei und vier und schließt nach Punkten zu Tschechien auf. Iwona Niedzwiedz und Kinga Byzdra waren vor Anpfiff für ihren 150. bzw. 100. Einsatz im Nationaldress geehrt worden.

Vor der Rekordkulisse von 4500 Zuschauern - mehr gab es bei einem Heimspiel der polnischen Frauen-Nationalmannschaft noch nie - gingen die Polinnen im Spiel gegen Portugal zunächst höchst fahrlässig mit ihren Torchancen um. Die Niederlagen in Montenegro und gegen Tschechien hatten Polen unter Druck gebracht und diesen merkte man dem Team von Kim Rasmussen an. Mehrere Gegenstöße wurden vergeben, gleich fünf Chancen benötigten die Gastgeberinnen, um ihren ersten Treffer zu erzielen. Dann war es nach fünf Minuten Semeniuk-Olchawa, die einen Strafwurf zum 1:2-Anschluss versenkte. Dieser Torerfolg wirkte dann sichtlich beruhigend auf Team Polska, das nun vor allem über den Kreis Akzente setzen konnte. Weiterhin haperte es aber am Abschlussverhalten der Gastgeberinnen.

Die Portugiesinnen, die vor dem Spiel noch ohne Zählbares in der Qualifikation waren, beschäftigten derweil Polen mit ihrem quirligen Spiel. Zwei technische Fehler konnte das Team von Kim Rasmussen dabei nicht nutzen, um nach dem 4:4 erstmals in Vorlage zu gehen. Daher nahm der Däne nach 13 Minuten die Auszeit. Dann hatte sein Team Glück, nach einem weiteren Ballverlust Portugals kam der Ball durch einen riskanten Pass auf Sylwia Matuszczyk, die im Gegenstoß zum 5:4 netzte. Weiterhin bekam Polen die gewieften gegnerischen Werferinnen aber nicht in den Griff. Beide Teams agierten daher nach einer Viertelstunde in einer fehlerreichen Begegnung weiter auf Augenhöhe.

Vor allem Maria Silva Pereira und ihre Hüftwürfe bereiteten Polen Probleme. Beim 6:6 erzielte sie nach 19 Minuten bereits ihren dritten Treffer. Polens Positionsangriff war weniger solide. Portugal schadete sich aber mit weiteren Ballverlusten, da Polens Gegenstoßmaschine allmählich ins Laufen kam. Dadurch tankten die Gastgeberinnen sichtlich Selbstbewusstsein, die nach einer Strafzeit gegen Bebiana Sabino zudem in Überzahl agieren konnten. Leipzigs Karolina Kudlacz, die bereits siebte Parade der starken Izabela Czarna im polnischen Tor und der Kreistreffer der Lubinerin Drabik, nach Zuspiel von Kudlacz, bedeuteten nach 25 Minuten die 10:7-Führung der Weiß-Roten.

Portugal zeigte zwar weiterhin ein beeindruckendes Rückzugsverhalten nach Fehlern, brachte aber in den letzten sechs Minuten den Ball nicht mehr im Tor unter. Karolina Siodmiak war es derweil gelungen, sowohl die Defensive als auch die Offensive der Gastgeber zu ordnen, wobei im Angriff Karolina Kudlacz ebenfalls für entscheidende Akzente sorgte und Sekunden vor der Sirene mit ihrem dritten Treffer auf 14:8 stellte. Portugal achtete hingegen im letzten Angriff nicht auf die Uhr und ließ wertvolle Sekunden verstreichen. Ein Torwurf war daher nicht mehr möglich. Die größere Routine sprach nach dreißig Minuten eindeutig für einen Sieg der polnischen Mannschaft.

Portugal schien sich auch von der Kulisse in der mit 4500 Zuschauern nahezu ausverkauften Arena von Zielona Gora beeindrucken zu lassen. Die Südwesteuropäerinnen konnten sich aber offenbar in der Kabine sammeln und traten mit neuem Selbstbewusstsein nach dem Wechsel an, um den Spielstand zu korrigieren. Drei schnelle Treffer bedeuteten den 14:11-Zwischenstand und dass Kim Ramussen schon nach 215 Sekunden zur grünen Karte greifen musste. Seinem Team mangelte es am Spieltempo und auch an der Einstellung. Polen schien das Spiel aufgrund der guten Schlussphase der ersten Halbzeit schon als Sieg verbucht zu haben. Wie schon zu Beginn stockte das Spiel gewaltig.

Doch nach vierzig Minuten fand Polen nach dem Konter von Iwona Niedzwiedz zum 17:13 zurück ins Spiel. Beim Gastgeber übernahmen nun Spielerinnen Verantwortung, die bisher noch keinen Torerfolg gehabt hatten. Dadurch konnte der Versuch von Portugal, den Rückstand abzutragen, abgewehrt werden. Unter dem rhythmischen Applaus der Fans behielt Polen das Spiel im Griff. Iwona Niedzwiedz stellte dabei nach 50 Minuten beim 23:17 wieder auf sechs Tore Vorsprung. Portugal gelang es wiederum nicht, über eine gesamte Halbzeit Paroli zu bieten. Eine Auszeit änderte nichts mehr. Beim 29:21-Endstand traf Jochymek per Kempa. Nur Stasiak blieb bei Polen ohne Treffer.