09.03.2014 19:15 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine

Leverkusen gelingt erster Saisonsieg über Oldenburg

Kim Naidzinavicius bekam Oldenburg nicht in den GriffKim Naidzinavicius bekam Oldenburg nicht in den Griff
Quelle: Hermann Jack
Der VfL Oldenburg ist am heutigen Sonntag (9.3.2014) mit einer 29:32 (14:21)-Niederlage bei Bayer Leverkusen in die Meisterrunde der Handball-Bundesliga gestartet. Echte Hoffnungen auf Punkte konnten sich die Oldenburgerinnen dabei nur in der ersten Viertelstunde machen.

Irgendwann in der ersten Halbzeit sah es so aus, als wollten die Leverkusener Handball-Elfen den VfL Oldenburg einfach aus der Halle fegen. Dass es am Ende mit 32:29 (21:14) dann doch noch ein bisschen knapper wurde, hatte damit zu tun, dass sich die Oldenburger Spielerinnen nach der Pause auf ihre Fähigkeiten besannen und sich im Leverkusener Spiel die eine oder andere Nachlässigkeit einschlich. Unter dem Strich bleibt dennoch die Tatsache, dass es ein hochverdienter Sieg der Gastgeberinnen war, die zum ersten Mal im dritten Saisonspiel gegen Oldenburg gewannen und mit enorm viel Selbstvertrauen am Mittwoch zum Spitzenspiel beim Thüringer HC fahren können.

Sieben aus VfL-Sicht fürchterliche Minuten – eingeleitet durch einen Pfostentreffer Kim Birkes – machten aus einer ausgeglichenen Partie eine deutliche: Von der 15. bis zur 22. Minute zog der Tabellendritte Bayer 04 von 8:7 auf 15:7 davon. Drei dieser sieben Tore warf Kim Naidzinavicius – „immer nach dem gleichen Muster, und obwohl wir uns darauf speziell vorbereitet hatten“, ärgerte sich VfL-Trainer Leszek Krowicki, der Leverkusen neidlos zum"absolut verdienten Sieg" gratulierte, über eine vor allem in dieser Phase schwache Oldenburger Defensive. In diesen Minuten produzierte der VfL zudem vier Fehlpässe – meist im Versuch, den Kreis anzuspielen und meist in die Hände der sicher treffenden „Elfen“ – und vergab eine große Konterchance. Krowicki nahm bereits jetzt seine zweite Auszeit (22.).

Nach der Auszeit und der Umstellung von einer 5:1- auf eine 6:0-Abwehr traf Oldenburg zwar wieder, kam aber bis zur Pause nicht mehr entscheidend heran. Symptomatisch für die verkorkste erste Hälfte: Julia Wenzl hatte Sekunden vor der Pausensirene das 14:20 erzielt, doch Leverkusen antwortete per Schneller Mitte und einem Treffer von Naidzinavicius aus fast unmöglicher Entfernung (knapp 15 Meter).

Nach der Pause war dann etwas die Luft raus im Spiel der Elfen, Trainerin Heike Ahlgrimm hatte schon geahnt, "dass wir das Programm der ersten Halbzeit keine 60 Minuten durchziehen werden". Und aufgegeben hatte sich der VfL allerdings noch nicht. Mit einer guten Annika Meyer am Kreis (Wiebke Kethorn war in der 20. Minute umgeknickt und ausgewechselt worden, zog sich aber keine Verletzung zu) kämpfte sich der in der Abwehr und Angriff klar verbesserte Tabellenfünfte in die Partie, vor allem Lois Abbingh machte sich im Spielaufbau und als Torschützin verdient.

Als Kim Naidzinavicius in der 47. Minute von der Platte ging, kam ein kleiner Bruch ins Leverkusener Spiel und Oldenburg lief endlich erfolgreiche Gegenstöße und kam zunächst mehrmals auf fünf Tore heran (19:24, 20:25, 21:36, 22:27/42.). Zwischen der 46. und 50. Minute verringerte sich der Abstand durch vier Oldenburger Tore in Folge auf 26:29. Vier Minuten vor Schluss stand es 28:31. Die Hoffnungen der knapp 40 Gästefans zerstörte Marlene Zapf knapp drei Minuten vor dem Ende mit dem 32:28. Oldenburg erzielte in schneller Folge drei Treffer und kam bis auf vier Tore heran, dennoch war der Sieg nie ernsthaft in Gefahr. "Ich bin total froh über diese zwei Punkte", sagte Heike Ahlgrimm, "ich glaube, sie waren wirklich verdient, und vor allem waren sie sehr wichtig."

Gegen die seit Weihnachten in nur einem einzigen Bundesligaspiel unterlegenen Leverkusenerinnen hätte der VfL mit der Leistung der zweiten Hälfte durchaus punkten können. Einen „Unterschied wie Tag und Nacht“ machte Coach Krowicki zwischen den Halbzeiten aus. Nach der schwachen ersten Hälfte habe seine Mannschaft engagiert gespielt, Moral bewiesen und gute Aktionen gezeigt, aber „eine Halbzeit reicht einfach nicht“.

Krowickis Leverkusener Kollegin Heike Ahlgrimm sagte: „Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt und Oldenburg zu Fehlern gezwungen. Aber wir haben die Ruhe bewahrt und verhindert, dass das Spiel noch gekippt ist.“

Bayer 04 bleibt Tabellendritter mit nunmehr drei Punkten Vorsprung auf den Buxtehuder SV und fünf auf Oldenburg. Für den VfL geht es am Mittwoch (12.3., 16.30 Uhr, EWE Arena) mit seinem ersten Meisterrunden-Heimspiel weiter. Gegner ist der Tabellenzweite HC Leipzig. Leverkusen spielt parallel bei Spitzenreiter Thüringer HC, den die Elfen als bisher einzige deutsche Mannschaft in dieser Saison schon bezwungen haben - im Viertelfinale des DHB-Pokals in der Salza-Halle. "Wir fahren auch dieses Mal nicht hin, um die beiden Punkte abzuliefern", sagte Ahlgrimm, "wir wollen wie immer sehen, was geht." Vielleicht geht ja wieder was. Dass es geht, hat man ja in diesem Jahr schon gesehen.