06.03.2014 10:17 Uhr - 2. Bundesliga - Christoph Zimmer - Cellesche Zeitung

Dybul und Sobiech mit Liebeserklärung an Celle

Bogna Dybul vor dem Celler SchlossBogna Dybul vor dem Celler Schloss
Quelle: Benjamin Westhoff, SVG
Liebe und Leistung: Linksaußen Bogna Dybul vom SVG Celle und den aktuell verletzten polnischen Nationalstürmer Artur Sobiech von Hannover 96 feiern in ihren Sportarten große Erfolge. Wenn es die Zeit zulässt, unterstützen sie sich gegenseitig. Bei den Heimspielen des Zweitligisten in Celle schätzen sie vor allem die gute Atmosphäre.

Wenn sie in ihrer 160 Quadratmeter großen Wohnung in Hannover mit Blick auf den Maschsee aus Spaß gegeneinander Handball spielen, nutzen sie die Türen als Tore. „Das ist manchmal ganz schön knapp. Ich gewinne nicht immer“, sagt Bogna Dybul vom SVG Celle mit einem Lächeln. Aber auch Fußball spielt die 23 Jahre alte Linksaußenspielerin des Zweitligisten hin und wieder mit ihrem Lebensgefährten über den Dächern der Landeshauptstadt. Da sind die Ergebnisse etwas deutlicher. Dybul ist mit dem 23 Jahre alten Angreifer Artur Sobiech von Bundesligist Hannover 96 zusammen. In ihrer Freizeit dreht sich bei dem prominenten polnischen Sportlerpaar also auch viel um die kleinen und großen Bälle.

Dybul hat ihren Vertrag beim Aufstiegskandidaten vor zwei Wochen um ein Jahr bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Die genauen Gründe für die Vertragsverlängerung klangen wie eine Liebeserklärung an Celle. „Ich fühle mich sehr wohl in der Stadt. Die Menschen sind sehr nett und die Stimmung in der Halle ist fantastisch“, sagte Dybul. Bei der Entscheidung spielte auch die Meinung von Sobiech eine große Rolle. „Sie fragt mich immer nach meiner Meinung“, sagte der Stürmer, dessen Kontrakt beim Bundesligisten bis 2017 läuft, in einem Interview mit der Neuen Presse.

Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass Dybul auch über die nächste Saison hinaus in Celle spielt. „Sie kann in die Bundesliga aufsteigen und hat gute Perspektiven in Celle“, sagte Sobiech.Wenn es die engen Terminkalender der beiden zulassen, unterstützen sie sich gegenseitig und feuern sich in der Halle oder im Stadion an. „Wenn ich es schaffe, schaue ich zu“, sagte Sobiech. Bei seinen Besuchen war er vor allem von der guten Stimmung in der Halle angetan. „Da sind wirklich viele Zuschauer, die Halle ist voll.“ Er glaubt sogar, dass Dybul bald auch in der polnischen Nationalmannschaft auf Torejagd geht. Bei der letzten Weltmeisterschaft war sie zwar nicht dabei. „Aber sie hat einen Anruf vom Nationaltrainer bekommen. Ich glaube, sie wird jetzt ab und zu dabei sein“, verriet Sobiech.

Mit einer möglichen Nominierung für die Nationalmannschaft will sich Dybul im Moment nicht beschäftigen. „Das spielt gerade keine Rolle. Ich konzentriere mich nur auf die nächsten Aufgaben mit Celle“, sagte Dybul. Und die haben es in sich. Im April geht es in den Wochen der Wahrheit mit Sachsen Zwickau und Bad Wildungen gegen die direkten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga. „Es wäre schön, mit Celle in der Bundesliga zu spielen. Aber es wird nicht leicht für uns“, sagte Dybul.

Auch in ihrer Freizeit dreht sich fast alles um Sport. „Wenn ich Zeit habe, fahren wir Fahrrad und gehen ab und zu ins Schwimmbad“, sagte Sobiech, „wir haben schöne sportliche Fahrräder.“ Dybul pendelt zum Training nach Celle. „Das ist einfacher als für Artur mit seinen vielen Terminen“, sagte die Linksaußenspielerin. Die knappe halbe Stunde mit dem Auto nimmt sie gerne in Kauf. „Wir haben eine tolle Mannschaft und verstehen uns gut.“ Trainer Christian Hungerecker setzt voll auf Dybul. „Mit ihrer Schnelligkeit, ihrer Nervenstärke und ihrem besonnenen Abschluss hat sie eine extrem wichtige Bedeutung für uns“, sagte er nach der Vertragsunterschrift.“

Auf das gemeinsame Handballspiel in ihrer Wohnung wird Dybul erst einmal verzichten müssen. Sobiech wird nach seinem am Dienstag erlittenen Außenbandriss im linken Knie am Donnerstag operiert und fällt für den Rest der Saison aus. Dafür will Dybul weiter durchstarten – und mit der Unterstützung ihres Lebensgefährten in die Bundesliga aufsteigen.