16.02.2014 17:35 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Bei Karolius-Comeback: Göppingen wühlt sich gegen Bietigheim aus dem Tief

Jenny KaroliusJenny Karolius
Quelle: groundshots.de
950 Zuschauer in der EWS Arena sahen zunächst ein niveauarmes Derby, bei dem nach zahlreichen Fehlversuchen Bietigheim zur Pause mit 12:9 vorne lag. Jenny Karolius kam nach ihrem Mittelhandbruch stark getaped zu ihrem Comeback und war nicht nur in der Abwehr die entscheidende Stütze Göppingens. Bietigheim geriet nach dem frühzeitige Ausfall von Ilyes wegen Disqualifikation in der zweiten Halbzeit unter Druck und konnte in der Schlussphase einen 19:18-Vorsprung trotz Überzahl nicht über die Zeit bringen. Göppingen beendet das neuerliche Zwischentief trotz eines schwachen Überzahlspiels mit einem 22:20-Erfolg und überzeugte kämpferisch.

Das Spiel zwischen den beiden württembergischen Tabellennachbarn Frisch Auf Göppingen und SG BBM Bietigheim begann mit zahlreichen ausgelassenen Chancen. Beide Teams brachten das Spielgerät bei mehreren freien Versuchen nicht im gegnerischen Tor unter und vergaben in der frühen Phase unter anderem jeweils einen Strafwurf. Beide Teams zeigten dabei auch immer wieder Schwächen in der Abwehr, wodurch sich ein ziemlich chaotisches Hin und Her entwickelte. Bietigheim konnte sich von der Nervosität als erstes befreien: Als Ilyes zum 1:4 netzte, zückte FAG-Trainer Vasile Oprea in der achten Spielminute die grüne Karte und nahm die erste Auszeit.

Frisch Auf schien genau da weiterzumachen, wo man in Kopenhagen und Blomberg unter der Woche aufgehört hatte. Einzig Karin Weigelt nahm sich den Ball und warf ins Tor. Um wenigstens die Abwehr zu stärken, kam nach zehn Minuten Jenny Karolius nach kuriertem Mittelhandbruch aufs Feld. Sie konnte zwar nicht verhindern, dass Ania Rösler zum 2:6 netzte, und doch schien mit ihr ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen. Daniels und Dinkel brachten Göppingen auf 4:6 heran. BBM-Trainer Bo Andersen reagierte sofort und holte sein Team zu einer Besprechung an die Seitenlinie. Sein Team hatte in der Startphase geschickt attackiert, das wollte der dänische Coach weiterhin sehen.

Bietigheim behielt das Heft in der Hand, Covic und Ilyes erhöhten. Währenddessen briefte Andersen seine Rückraumspielerinnen Bagocsi und Rösler, wie weiter zu spielen sei. Göppingen fand zwar gegen die Angriffe Lösungen und kam in den Gegenstoß, die Würfe gingen aber allesamt am Bietigheimer Tor vorbei, Giegerich parierte oder die BBM-Abwehr blockte. Im Abschluss flatterten die Nerven der Göppingerinnen, die Abwehr funktionierte hingegen teilweise gut. So konnte Bietigheim binnen zehn Minuten nur zwei Treffer erzielen. Nach drei schnellen Treffern stand es fünf Minuten vor der Pause aber 11:7 für die Gäste. Offensivfehler verbreiteten neue Hektik bei den Grün-Weißen.

Dinkel schien die Nerven zu behalten und hielt die Filstälerinnen im Spiel. Bietigheim musste zudem kurz vor der Pause auf seine bis dahin wertvollste Werferin Annamaria Ilyes verzichten, die nach einem Kopftreffer von Anika Leppert disqualifiziert wurde. Göppingen vergab in dieser Phase 90 Sekunden vor der Sirene zweimal die Chance zum 10:11, ehe Covic auf drei Tore erhöhte. Göppingen blieb bei 15 Fehlwürfen die Vorgabe von Kapitänin Karin Weigelt schuldig, zu „zeigen, dass wir zu Unrecht auf Platz neun stehen“. Die Gäste waren indes nicht routiniert genug, die Göppinger Fehler vorentscheidend zu nutzen. Vor allem Ania Röslers Effektivität war mit sechs Fehlwürfen mangelhaft.

Nachdem die erste Halbzeit mit insgesamt 25 vergebenen Chancen einem Fehlwurffestival geglichen hatte, konnte Göppingen mit einer offensiveren Abwehrvariante Bietigheim vor Probleme stellen. Weitere Fehler im Aufbauspiel ließen es zwar fünf Minuten dauern, bis der 12:12-Ausgleich fiel, Bietigheim schien den Ausfall von Ilyes derweil nicht kompensieren zu können und lief immer wieder in technische Fehler. Die Göppinger Defensive erschien nun als Team und doch das Offensivspiel wirkte weiterhin unruhig. So leicht ließ Bietigheim den Rückstand nicht zu. Vielmehr erzielte Ania Rösler nach 40 Minuten den ersten Treffer der Blau-Roten in der zweiten Halbzeit zum 12:13.

Angesichts des engen Spielstands entwickelte sich danach ein kampfbetontes Spiel, bei dem beide Teams unbedingt nach dem Sieg strebten und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten zeigten. Göppingen verpasste es jedoch abermals eine Überzahl zu gestalten, während Bietigheim Strafwürfe erzwang. Ania Rösler verpasste dabei aber nach 45 Minuten an Dragica Tatalovic das 14:16 und Vojtiskova glich wieder aus. Beate Scheffknecht setzte drei Minuten später das 16:15. Zwölf Minuten vor Schluss lag Göppingen erstmals vorn und kam kurz darauf wieder in Überzahl. Bis zum 18:16 sah es gut aus für die Grün-Weißen, doch Frank und Rösler zwangen Oprea beim 18:19 zur Auszeit.

Siebeneinhalb Minuten waren noch zu spielen, Bietigheim hatte den Vorsprung zurückerkämpft. Doch Vojtiskova und Scheffknecht konnten das Spiel wieder drehen und die Österreicherin schien Göppingen mit dem 21:19 in Unterzahl auf die Siegerstraße zu führen. Da Covic allzu schnell den Anschlusstreffer setzte, entschied sich Oprea frühzeitig zu einer Auszeit. Eickhoff nahm nun Scheffknecht in Sonderbehandlung, sie scheiterte aber im Gegenzug an Jankovic. Die Niederländerin verhinderte mit ihrer zwölften Parade, dass Göppingen den Chancentod starb. Karolius rettete dann nach dem dritten Ballverlust in Serie den Ballbesitz, und Scheffknecht netzte zum 22:20. Bietigheim unterlag im Kampfspiel.



cs