08.02.2014 17:25 Uhr - Champions League - S. Lapp - THC, dpa

Starker Auftritt: Thüringer HC schlägt vor 2.200 Zuschauern den dänischen Meister

Sechs Treffer: Alexandrina BarbosaSechs Treffer: Alexandrina Barbosa
Quelle: Mario Gentzel
Die Handballerinnen des Thüringer HC haben am Samstag im zweiten Hauptrundenspiel der Champions League ihren ersten Erfolg eingefahren. Der 26:24 (10:14)-Heimsieg gegen den dänischen Meister FC Midtjylland war lange in Gefahr. In den letzten fünf Minuten drehte die Mannschaft von Trainer Herbert Müller die Partie vor 2200 Zuschauern noch zu ihren Gunsten. Svenja Huber und Alexandrina Barbosa waren mit jeweils sechs Treffern die erfolgreichsten Torschützinnen beim deutschen Meister.

Der Thüringer HC startete optimal in die Partie und führte schnell mit 3:1 durch Treffer von Barbosa, Huber und einen klasse Rückraumtreffer von Katrin Engel. Im Anschluss wurden aber erneut mehrere Großchancen liegen gelassen und so konnte die Däninnen ausgleichen. In den nächsten Minuten war das Spiel ausgeglichen, Midtjylland legte vor und der THC glich aus. Beim deutschen Meister bekamen dann aber Franziska Mietzner und Alexandrina Barbosa innerhalb weniger Sekunden jeweils eine Zeitstrafe, in dieser doppelten Überzahl konnte der dänische Meister auf 11:8 davon ziehen. Die letzten Minuten der zweiten Halbzeit spielten die Gäste ganz cool herunter und so gingen sie mit einer 14:10-Führung in die Pause.

Der Thüringer HC stand nach Wiederbeginn in der Abwehr unsicher und die in Diensten von Midtjylland stehende deutsche Torhüterin Sabine Englert hielt auf der Gegenseite einfach alles. Der Rückstand betrug in der 37. Minute bereits sechs Tore (12:18). In der Halle glaubte wohl keiner mehr an die ersten zwei Punkte in der Hauptrunde. Doch die Thüringerinnen fassten sich nun endlich ein Herz und ihr Kampfgeist kehrte zurück.

Vier Tore in Folge durch zweimal Snelder, Mietzner und Nadgornaja veränderten die Körpersprache der Gastgeberinnen komplett. Die Faust ging jetzt bei jeder guten Aktion nach oben, das was Trainer Herbert Müller vor dem Spiel noch als dänische Stärke beschrieben hatte. Die Wiedigsburghalle stand Kopf und die Atmosphäre war Gänsehaut-Feeling pur. Bei Rückraumspielerin Franziska Mietzner war der Knoten geplatzt. Und, vierzehn Minuten vor dem Ende traf auch Kreisspielerin Danick Snelder mit einem Hammer aus dem Rückraum zum 19:20.

Eigentlich eine Schlüsselaktion, doch die Däninnen ließen sich nicht beeindrucken. Drei Tore in Folge brachten Midtjylland erneut eine komfortable Vier-Tore-Führung. Noch acht Minuten zeigte die Hallenuhr an - für den Bundesligisten wurde es eng. Doch die THC-Spielerinnen ließen sich nicht entmutigen, sie fassten sich nochmal ein Herz, erkämpften sich Tor um Tor und wurden belohnt: Die überragende Alexandrina Barbosa traf in der 56. Minute zum nie mehr für möglich gehaltenen Ausgleich (24:24).

Maike März, die die ganze Partie schon grandiose Paraden gezeigt hatte, hielt auch jetzt wieder. Im Gegenangriff bescherte Außenspielerin Svenja Huber die 25:24 Führung. Der Neuzugang ist mit diesem Spiel nun wirklich endlich im Team angekommen. Sie erreichte eine 100 Prozent-Quote von der Strafwurflinie, zuletzt eines der Probleme des THC. Doch, noch waren zwei Minuten zu spielen.

Midtjylland probierte viel, doch Maike März war einfach nicht mehr zu überwinden. Der THC nun wieder im Angriff – ein Treffer und das Spiel wäre entschieden. Die französischen Schiedsrichter entschieden auf Zeitspiel, Nadja Nadgornaja stand zum Freiwurf bereit. Barbosa kam die zündende Idee: Sie nahm den Ball von Nadja und passte auf die außen startende Sonja Frey, diese netzte freistehend zum 26:24 ein. Was blieb, war grenzenloser Jubel in der gesamten Wiedigsburghalle über einen historischen Sieg.

Thüringer HC - FC Midtjylland 26 : 24 (10:14)

Thüringer HC:
Jana Krause, Maike März; Nadja Nadgornaja (3), Sonja Frey (2), Martine Smeets, Danick Snelder (3), Iveta Luzumova (1), Katrin Engel, Franziska Mietzner (4), Svenja Huber (6), Alexandrina Cabral Barbosa (6).

FC Midtjylland:
Anne Hansen, Louise Egestorp, Sabine Englert, Louise Spellerberg, Stine Jørgensen (3), Mette Bejder, Kristina Sommer, Simone Rasmussen, Susan Thorsgaard (2), Line Anna Jørgensen (3), Fie Woller (2), Trine Trølsen (4), Trine Jensen Østergaard (6), Cornelia Nycke Groot (4).