12.01.2014 17:28 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Göppingen dominiert Bensheim über weite Strecken

Marlene Windisch erzielte den 30. TrefferMarlene Windisch erzielte den 30. Treffer
Quelle: Stephan Weber
Sowohl die HSG Bensheim-Auerbach als auch Frisch Auf Göppingen kämpfen derzeit mit Verletzungsproblemen. Die Gäste müssen derzeit mit Pia Hildebrand (Oberschenkel), Martha Logdanidou (Nasenbeinbruch) und Ingrida Bartaseviciene (Muskelfaserriss) auf wichtige Rückraumspielerinnen verzichten. Bei Göppingen fallen Jenny Karolius (Mittelhandbruch) und Birute Stellbrink (Kreuzbandriss) aus, Alena Vojtiskova ist nur eingeschränkt einsatzfähig. Zuletzt erhöhte die Niederlage in Weibern den Druck auf die Frisch Auf Frauen, während Bensheim gegen Bietigheim ein Befreiungsschlag gelang. Vor 950 Zuschauern konnte Göppingen allerdings seiner Favoritenrolle am Sonntag weitgehend gerecht werden und besiegte den abstiegsbedrohten Aufsteiger mit 31:24 (17:9).

Göppingen hatte wie schon in den vergangenen Wochen Schwierigkeiten in der Abwehr, die vor allem anfangs große Abstimmungsprobleme offenbarte. Dank der Paraden von Jasmina Jankovic gelang aber, die Schwächen der abstiegsbedrohten Gäste ausnutzend, dennoch ein 7:3-Start. Schon nach zehn Minuten benötigte die neue Flames-Trainerin Gordana Covic daher eine Auszeit. Bereits in vier Angriffen war ihr Team an Jankovic gescheitert. Die Göppinger Abwehr hatte sich nach den anfänglichen Problemen gut auf die Gäste eingestellt, während sich Bensheim viele individuelle Fehler leistete. Diese konnten die Südhessinnen nach der Unterbrechung etwas eindämmen.

Bensheim profitierte im Offensivspiel nun vor allem von Annika Hermenau und der antrittsstarken Helena Hertlein. So wurde aus einem 8:3 schnell ein 9:6. Doch Göppingen konnte über dynamische Abläufe im Angriff den Fünf-Tore-Vorsprung schnell wieder einheimsen, zumal Alena Vojtiskova in der Abwehr helfen konnte und Beate Scheffknecht Pausen ermöglichte. Scheffknechte zeigte sich dabei wie üblich in Torlaune, bis zum 12:7 hatte die Österreicherin binnen zwanzig Minuten bereits fünfmal eingenetzt. Auch Karin Weigelt, die mit ihrem vierten Treffer für das 15:8 verantwortlich zeichnete, machte ein gutes Spiel. Bis zum 17:9-Halbzeitstand spielte Göppingen aus einem Guss.

Bensheim kam bisher nicht richtig zum Zug. Bei einigen der gegen Jankovic hoch angesetzten Würfe touchierte das Spielgerät die Latte und sprang ins Aus statt ins Tor zu gehen. In der letzten Aktion hatten die Gäste zudem Pech, dass der Ball nach einem Freiwurf erst nach der Sirene im Tor war. Zudem funktionierte die Abwehr nur unzureichend, was Göppingen zu leichten Treffern nutzte. Kaum verwunderlich starteten die Flames daher mit einer veränderten Abwehr-Aufstellung und versuchten es mit einer offensiven Variante. Schon nach drei Minuten wurde aber Kaja Diehl mit einer Zeitstrafe heruntergestellt und Karin Weigelt erhöhte beim 19:9 Sekunden später auf zehn Tore Unterschied.

Kurz darauf drohte im Bensheimer Rückraum auch noch Annika Hermenau auszufallen, die sich bei einer Aktion in der Abwehr eine Blessur zuzog. Die Leistungsträgerin konnte aber weiter mitwirken. Die Flames zeigten trotz des hohen Rückstands große Moral und rückten vor allem in der Abwehr zusammen. Das Engagement erschwerte Göppingen das Spiel, die Gastgeberinnen behielten aber Nerven und Vorsprung. Weigelt schraubte diesen nach 43 Minuten beim 24:13 sogar erstmals auf elf Tore. Die HSG Bensheim-Auerbach benötigte abermals eine Besprechung, um das sich andeutende Debakel in der Göppinger EWS Arena abzuwenden.

Alena Vojtiskova sorgte mit ihrer Routine dafür, dass der Vorsprung bis zum 27:16 bei elf Toren blieb. Nach einer Dreiviertelstunde schlichen sich indes nach einigen Auswechslungen Unkonzentriertheiten ins Spiel der Grün-Weißen. Technische Fehler und ein schwaches Rückzugsverhalten nutzten die Flames bis zur 50. Spielminute mit einem 4:0-Lauf zu einer 27:20-Ergebniskorrektur, ehe Anja Brugger die Göppinger Torflaute beendete und Göppingen wieder zu einer überlegten Spielweise fand. So geriet der Heimsieg letztlich nicht mehr in Gefahr. An der 24:31-Niederlage der Flames änderten auch sieben Treffer von Helena Hertlein nichts. Scheffknecht, Weigelt und Dinkel trafen für Göppingen insgesamt 20 Mal.