04.01.2014 19:37 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Leverkusen aus einem Guss, Buxtehude mit Fehlstart ins neue Jahr

Starke Leistung: Valentyna SalamakhaStarke Leistung: Valentyna Salamakha
Quelle: Heinz J. Zaunbrecher
Die Achterbahnfahrt des Buxtehuder SV in der Handball-Bundesliga Frauen geht weiter. Nur vier Tage nach dem grandiosen Derby-Sieg (38:33) gegen Oldenburg verlor die Mannschaft von Dirk Leun auch in der Höhe verdient mit 25:35 (9:20) gegen Bayer Leverkusen und legte einen klassischen Fehlstart ins neue Jahr hin. „Das war enttäuschend und indiskutabel“, befand Trainer Dirk Leun nach dem Spiel. Die Elfen von Bayer 04 Leverkusen überraschten unterdessen mit dem starken und disziplinierten Auftritt sogar ihre Trainerin: „Ich habe mir zwischendurch wirklich mal verwundert die Augen gerieben“, gestand Heike Ahlgrimm. Ein Grund für den ungefährdeten Erfolg war dabei die starke Valentyna Salamakha zwischen den Pfosten der Gäste.

Erneut waren 1.600 Zuschauer in die Halle Nord gekommen, um ein weiteres Handball-Spektakel zu erleben. Das konnten sie auch, allerdings nur von den Gästen aus Leverkusen. „Wir haben von Beginn an gezeigt, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen und alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Bayer-Trainerin Heike Ahlgrimm. Entsprechend führte Leverkusen nach nur sechs Minuten bereits mit 5:0, beim Stand von 6:1 nahm BSV-Trainer Dirk Leun die erste Auszeit. Doch auch die fruchtete nicht, der kollektive BSV-Blackout hielt an. Fehlwürfe, technische Fehler und verlorene Zweikämpfte reihten sich aneinander, sodass der BSV nach 21 Minuten erstmals mit zehn Toren im Rückstand lag (5:15). In die Kabine ging es schließlich beim Stand von 9:20.

Aus einer überdurchschnittlich guten und stets hellwachen Deckung heraus gelang den Gästen im Angriff nahezu jeder Spielzug. Immer wieder führte der Weg zum Tor über den Kreis, wo sich Kapitän Desiree Comans und Anna Seidel mit insgesamt 13 Toren bedankten. Im Spielaufbau dosierte unter anderem die routinierte Anne Jochin neben Nationalspielerin Kim Naidzinavicius klug das Tempo, und hinter der Abwehr entschärfte Valentyna Salamakha die meisten Angriffsbemühungen der Gastgeberinnen.

Die zweite Halbzeit begannen die Buxtehuderinnen schwungvoller, Friederike Gubernatis und Jana Stapelfeldt verkürzten auf 11:20 (33.). Kurzzeitig keimte unter den Zuschauern Hoffnung auf, dass einmal mehr ein BSV-Wunder geschehen möge. Doch die stark aufspielenden Werks-Elfen rissen die Partie sofort wieder an sich und erhöhten zwischenzeitlich sogar auf 29:14 (49.). In den letzten 15 Minuten der Partie gönnte Heike Ahlgrimm ihrer ersten Garde eine Pause, doch auch der zweite Anzug passte. Ob Renee Verschuren, die Münch-Zwillinge Sandra und Mandy oder die junge Kristina Logvin – fast jede Elfe trug sich in die Torschützenliste ein. Ein 5:0-Lauf des Buxtehude SV zum 19:29 verhinderte zumindest das totale Debakel, denn bei der Tordifferenz blieb es auch bis zum Schlusspfiff (25:35).

Schon am nächsten Sonntag (12, Februar, 15 Uhr) hat der Buxtehuder SV die Chance, sich gegen die Überraschungsmannschaft der Saison, TuS Metzingen, zu rehabilitieren. Vorher geht es aber noch zum „leichtesten Spiel der Saison“ zum Meister und Pokalsieger Thüringer HC (Mittwoch, 8. Januar, 19.30 Uhr, Livestream im Internet). „Wir werden das heutige Spiel analysieren und hoffentlich schon am Mittwoch eine Steigerung zeigen.“ Für Leverkusen geht es am Wochenende dann gegen den Thüringer HC, a Mittwoch steht das Heimspiel gegen Trier auf dem Programm. Heike Ahlgrimm und ihrer Mannschaft macht das keine Angst. „Wir sind endlich alle zusammen und alle topfit“, sagte die Trainerin: „Jetzt kann es so weitergehen, wir werde jedenfalls nicht nachlassen.“

Stimmen zum Spiel:

Heike Ahlgrimm:
Wer mir vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir hier mit 10 Toren gewinnen, den hätte ich für verrückt erklärt. Wir haben heute zum ersten Mal in der Saison gegen ein Spitzenteam über 60 Minuten super Handball gespielt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft und blicke optimistisch nach vorne.

Dirk Leun:
Heute hat nicht nur die bessere Mannschaft gewonnen, sondern auch die Mannschaft, die die grundlegenden Tugenden gelebt hat. Wir haben das kleine Einmaleins des Handballs komplett vermissen lassen, das war enttäuschend und indiskutabel. Ich bin jetzt sechs Jahre hier, aber so ein Spiel haben wir hier noch nie abgeliefert. Das soll die gute Leistung von Leverkusen nicht schmälern, aber mit 70 % Einsatzwillen kann man in der Bundesliga nicht gewinnen. Aber auch das sind nur 60 Minuten und ich werde versprechen, dass wir auch wieder andere Spiele zeigen werden.