21.08.2006 13:24 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Reiner Jäckle und PM HSG Sulzbach/Leidersbach

HSG Sulzbach/Leidersbach holt sich den Skoda-Cup in Allensbach

Raissa Tichonowitsch (hier noch im Trikot des FHC) wurde beste Torschützin des TurniersRaissa Tichonowitsch (hier noch im Trikot des FHC) wurde beste Torschützin des Turniers
Quelle: sportseye.de
Mit einem Erfolgserlebnis ist Zweitligaaufsteiger HSG Sulzbach/Leidersbach vom Skoda-Cup in Allensbach zurückgekehrt. Im Finale setzte sich die HSG dabei gegen Gastgeber SV Allensbach dank einer überzeugenden kämpferischen Leistung mit 18:15 durch. Auf den Plätzen folgten der SC Markranstädt, Frisch Auf Göppingen, Hypo Niederösterreich II, TSG Ketsch, TuS Metzingen, HSG Albstadt, St. Gallen und Ehingen.

Bereits im ersten Spiel zeigten die Frauen der HSG Sulzbach/Leidersbach, dass sie in der bevorstehenden Zweitligasaison ein gewichtiges Wort mitsprechen wollen. Nach einem zwischenzeitlichen 9:9 setzte sich die HSG auf 14:11 ab, doch in der Schlußphase zeigte Markranstädt dann seine Routine und gewann am Ende noch mit 16:15. Im zweiten Vorbereitungsspiel hatte Sulzbach mit dem Regionalligisten HSG Albstadt nur in der Anfangsphase Probleme, als das Team mit 2:5 in Rückstand geriet. Beim 10:6 waren wenig später die Kräfteverhältnisse aber wieder zurecht gerückt, am Ende stand ein verdientes 18:13 für das Team von Peter David zu Buche. Im letzten Spiel des ersten Tages ging es für die HSG dann gegen die bis dato überzeugenden Schweizerinnen von LC Brühl St. Gallen, dank der überragenden Raissa Tichonwitsch stand am Ende ein 18:14-Erfolg zu Buche.

Im abschließenden Vorrundenspiel am Sonntag überraschte Sulzbach dann mit einem ausgeglichenen Spiel gegen den Erstligisten und Titelverteidiger TSG Ketsch. Der Zweitligist führte sogar zwischenzeitlich mit 12:9, doch Ketsch gelang beim 13:13 wieder der Ausgleich. Nach abgelaufener Spielzeit behielt jedoch Martina Halasova die Nerven und verwandelte den nach einem Foul an Raissa Tichonowitsch gegebenen Siebenmeter sicher zum 14:13 Endstand und sorgte so für den Halbfinaleinzug der HSG. In der zweiten Gruppe hatten sich Bundesligaaufsteiger Frisch Auf Göppingen und Gastgeber SV Allensbach durchgesetzt und die zweite Mannschaft von Hypo Niederösterreich, den TuS Metzingen und den TV Ehingen auf die Plätze verwiesen.

Im Halbfinale zeigte sich die HSG Sulzbach/Leidersbach dann auch mit Erstligaaufsteiger Frisch Auf Göppingen zunächst auf Augenhöhe, dann aber schien sich der Favorit mit drei Toren in Folge zum 9:6 entscheidend absetzen zu können. Aber die Sulzbacherinnen kämpften sich wieder heran und mit einem Doppelschlag gelang beim 14:14 der erneute Ausgleich. Wieder war es dann Martina Halasova, die sich von der Siebenmeterlinie Sekunden vor Spielende nervenstark zeigte und so den Außenseiter in das Finale warf. Zuvor hatte sich Gastgeber Allensbach mit 14:12 gegen den SC Markranstädt durchgesetzt, wobei vor allem Kira Eickhoff, Babsi Harter und Dagmar Gekeler vor heimischem Publikum zu überzeugen wussten und dafür sorgten, dass der Gastgeber sich bei der achten Turnierauflage erstmals für das Finale qualifizieren konnte. Im Spiel um Platz unterlag Frisch Auf Göppingen dann dem SC Markranstädt mit 16:18.

Das Endspiel bot so eine überraschende Paarung und gegen den Zweitligaaufsteiger wollte Gastgeber Allensbach die Chance auf den ersten Sieg beim eigenen Turnier nutzen. Schnell gingen die Allensbacherinnen mit 2:0 in Führung, doch Sulzbach gelang beim 3:3 bereits der Ausgleich und, auch dank der treffsicheren Raissa Tichonwitsch, setzte sich der Zweitligaaufsteiger in der Folge schnell auf 9:5 ab. Allensbach kämpfte sich noch einmal auf 8:9 heran und auch beim 12:13 und 14:15 bot sich noch einmal die Chance zum Ausgleich, doch die Angriffe wurden zu überhastet abgeschlossen. Mit drei Toren in Folge zum 18:14 sorgte Sulzbach für die Entscheidung, dem Gastgeber blieb aber zumindest der letzte Turniertreffer zum 15:18-Endstand vorbehalten.

"Wir sind auf dem richtigen Weg! Die Vorbereitung verläuft für uns absolut zufriedenstellend, obwohl wir durch den Ausfall von Aida Jusiene sehr geschwächt wurden. Ich bin erstaunt, wie gut und schnell die Mädels zu einer Mannschaft zusammengewachsen sind. Natürlich gibt es noch Feinheiten, an denen zu feilen ist, wenn wir die lange Bundesligasaison unbeschadet überleben wollen, aber wir werden im abschließenden Trainingslager an diesen arbeiten", freute sich HSG-Coach Peter David und auch Team-Manager Matthias Suffel konstatierte: "Die Saison kann kommen, wir sind bereit für die Zweite Bundesliga!"

Zufrieden zeigte sich auch der gastgebende SV Allensbach, nicht nur aufgrund der eigenen Finalteilnahme, sondern auch aufgrund des guten Zuschauerzuspruchs von über 600 zahlenden Besuchern. "Die Resonanz war besser wie im Vorjahr. Wir sind absolut zufrieden damit, denn man darf nicht vergessen, dass Ferienzeit ist", resümierte SVA-Manager Manfred Lüttin. "Natürlich war es auch sehr erfreulich, dass wir es erneut unter die besten Vier und sogar ins Finale geschafft haben."

Auch SVA-Trainer Oliver Lebherz zog ein "absolut positives" Fazit des Turniers: "Mein Team hat sich sehr ordentlich präsentiert und mit zunehmendem Verlauf immer besser zu sich gefunden." Der Skoda-Cup lasse zwar positiv hoffen, doch sei er keinesfalls ein Maßstab für die anstehende Saison, betonte Lebherz. "Wir müssen weiter an unserem Tempohandball arbeiten, damit wir mehr Alternativen in unserem Spiel haben", so der SVA-Trainer. "Selbstvertrauen haben wir am Wochenende auf jeden Fall getankt."

"Wir haben es geschafft, in beiden Gruppen ein ausgeglichenes Teilnehmerfeld zu haben", so Lüttin zum wachsenden Stellenwert des Turniers. "Die Trainer vieler Mannschaften haben mir bestätigt, dass das Turnier in der heißen Vorbereitungsphase eine große Qualität hatte." Mittlerweile hat der Skoda-Cup einen großen Bekanntheitsgrad. Drei Teams verlegten ihre Saisonvorbereitung länger als nur zwei Tage an den Bodensee. "In Allensbach stimmen einfach die Voraussetzungen und die Kontakte zu international guten Mannschaften sind auch da", begründet der SVA-Manager die Beliebtheit der Veranstaltung.

Abschlussklassement:

1.)  HSG Sulzbach/Leidersbach
2.)  SV Allensbach
3.)  SC Markranstädt
4.)  Frisch Auf Göppingen
5.)  Hypo Niederösterreich II
6.)  TSG Ketsch
7.)  TuS Metzingen
8.)  HSG Albstadt
9.)  LC Brühl St. Gallen
10.)  TV Ehingen