20.08.2006 07:44 Uhr - Länderspiele - Ole Rosenbohm

"Manchmal hart, nein zu sagen" - Maura Visser im Gespräch

Maura VisserMaura Visser
Quelle: Hermann Jack
Dass Maura Visser noch beim holländischen Doublegewinner Voort Quintus Den Haag spielt, ist trotz ihrer erst 21 Jahre keine Selbstverständlichkeit. Ihre Kolleginnen in der inzwischen ziemlich geachteten holländischen Nationalmannschaft spielen alle im Ausland. Visser, die auch Krowicki als Riesentalent bezeichnet, hängt noch eine weitere Saison in den Niederlanden dran. Auslandserfahrung macht sie aber trotzdem: Beim Wunderhorn, in der Champions League und im Dezember bei der EM in Schweden.

Maura, bisher hat Quintus noch keinen Punkt geholt. Enttäuscht?

Maura Visser:
Nein, hier beim Turnier spielen die Mannschaften auf hohem Level, wir treffen hier auf gute Gegner. Auch sind wir erst seit zwei Wochen im Training und haben einige Ausfälle. Dass wir hier Schwierigkeiten haben ist keine Überraschung.

Sie spielen ja auch in der Champions-League und nicht zuletzt bei der EM im Dezember international. Kann Holland in Schweden noch mal so überraschen wie in St. Petersburg?

Maura Visser:
Ja, das war ziemlich gut bei der WM. Aber nun erwarten die Leute in Holland in Schweden sehr viel. Es wird nicht leicht, das zu erfüllen. Losglück hatten wir ja auch nicht. Dänemark, Frankreich und Spanien sind schwere Gegner.

Die meisten guten Handballer in Holland zieht es ins Ausland. Wann gehen Sie?

Maura Visser:
Nächstes Jahr! Ich will aber erst meine Ausbildung beenden. Das ist für mich wichtig. Eine Verletzung hat man sich ganz schnell zugezogen. Ich will abgesichert sein.

Und wohin?

Maura Visser:
Nach Dänemark oder Spanien. Ich mag den schnellen Handball, der da gespielt wird, sehr. In Holland haben wir keine Perspektive, da ist Handball höchstens die Sportart Nummer zehn - in Dänemark aber die Nummer eins.

Wie oft rufen eigentlich Manager im Hause Visser an, die Sie zu ihrem Club locken wollen?

Maura Visser:
Gar nicht so oft, einmal die Woche vielleicht. Aber die meisten versuchen es auf anderen Wegen. Der Bondscoach wird gefragt oder wenn wir im Ausland spielen, werde ich schon häufig angesprochen. Manchmal hört es sich ziemlich gut an, da ist es fast hart, nein zu sagen.