20.12.2013 22:14 Uhr - Weltmeisterschaft - Jonathan Curry, dsc

Premiere: Brasilien zieht als erster Panamerika-Vertreter ins WM-Finale ein

Daniela PiedadeDaniela Piedade
Quelle: Michael Heuberger
Brasilien ist Gastgeber Serbien bei der Handball-WM der Frauen ins Finale gefolgt. Der Panamerika-Meister gewann am Freitag in Belgrad sein Halbfinale gegen Deutschland-Bezwinger Dänemark unerwartet deutlich mit 27:21 (14:10). Brasilien ist nach Südkorea 1995 erst das zweite nicht-europäische Team in einem WM-Endspiel. Die Partie findet am Sonntag um 17.15 Uhr statt. Dänemark und Polen spielen um 14.30 Uhr um Platz drei. Olympia-Gastgeber Brasilien dominierte die Partie gegen die Däninnen, die die deutsche Mannschaft im Viertelfinale mit 31:28 ausgeschaltet hatten, schon in der ersten Halbzeit. Zwar schmolz der 14:9-Vorsprung (28.) vorübergehend, doch mit einem Zwischenspurt auf 19:12 (37.) setzte sich der WM-Fünfte vorentscheidend ab.

Den ersten Treffer der Partie hatte Mette Gravholt für Dänemark erzielt, den besseren Start aber erwischten die Brasilianerinnen. Diese glichen durch einen von Alexandra do Nascimento verwandelten Strafwurf aus und gingen über Fabiana Diniz in Führung. Dänemark vergab mehrere Möglichkeiten in Folge, Ana Rodrigues konnte in der temporeichen Startphase in der dritten Minute so auf 3:1 erhöhen. Nach dem 5:2 von Cavaleiro nach gut sechs Minuten beruhigte sich die Partie dann aber zunächst. Brasilien bewegte sich gut in der Deckung, bremste den dänischen Aufbau immer wieder erfolgreich aus. Zudem verbuchte Barbara Arenhart in der Anfangsphase einige Paraden.

Dänemark hatte große Probleme im Rückraum, lediglich zwei Treffer aus der Distanz sollten in den gesamten sechzig Minuten gelingen. In der Nahdistanz war das Spiel über den Kreis mehrfach erfolgreich, allerdings wurden die risikobehafteten Anspiele auch immer wieder Beute der brasilianischen Deckung. Da die Außen mehrere gute Einwurfgelegenheiten vergaben und Brasilien mit einem guten Rückzug die gegen Deutschland so effektiven Gegenstöße immer wieder erfolgreich verhinderte, versuchten es die Europäerinnen in der Folge mit Durchbrüchen - Brasiliens Deckung aber bot nur selten die dafür nötigen Lücken. Die dänischen Angriffe endeten so immer wieder in technischen Fehlern.

Auch bei Brasilien gelang in der Offensive nicht alles, doch in den entscheidenden Situationen zeigten sich die Südamerikanerinnen treffsicher. Ein Doppelschlag sorgte beim 8:4 für die erste Vier-Tore-Führung und nach dem dritten Treffer von Nascimento waren es beim 10:5 sogar fünf Tore. Dänemark kämpfte um den Anschluss und konnte in Überzahl etwas Boden gut machen. Während Brasilien gut acht Minuten ohne Treffer blieb, kamen die Däninnen auf 10:8 heran. Rodrigues aber antwortete und noch vor dem Seitenwechsel betrug die Differenz wieder fünf Tore - Hansen konnte vor dem Seitenwechsel noch für den 14:10-Pausenstand sorgen.

Brasilien fand gegen die löchrige dänische Deckung auch im zweiten Abschnitt immer wieder Lösungen, ein Doppelschlag von Piedade und Nascimento sorgte nach Wiederbeginn für das 16:10. Bereits nach vier Minuten der zweiten Hälfte nahm Jan Pytlick die Auszeit, doch Brasilien marschierte weiter davon. Die Südamerikanerinnen vertrauten dabei größtenteils auf ihre Stammsieben, in dieser aber zeigten sich alle Spielerinnen torgefährlich: Cavaleiro erhöhte mit zwei Treffern auf 19:12 und holte danach den Strafwurf heraus, den Nascimento zum 20:13 verwandelte - die Weichen schienen bereits kurz nach Wiederbeginn gestellt: Brasilien hatte das Spiel im Griff.

Dänemark stemmte sich gegen die Niederlage, Maria Fisker und Mette Gravholt sorgten für etwas Hoffnung bei den dänischen Fans. Die Europäerinnen legten nach, in Überzahl gelangen zwei Treffer und Fisker sorgte im Gegenstoß für das 22:19. Doch Brasilien hielt stand, Rocha setzte von Außen einen wichtigen Treffer und auch auf das 23:20 von Kristiansen hatten die Südamerikanerinnen eine Antwort: In Überzahl konnten Nascimento und Amorim für die Vorentscheidung sorgen. Piedade und Rodrigues bauten die Serie auf vier Tore aus und entfernten mit dem 27:20 die letzten Fragezeichen auf dem Weg zum 27:21-Erfolg. Brasilien tanzte auf dem Parkett, der Olympiagastgeber schaffte erstmals in seiner Historie den Finaleinzug.