12.12.2013 18:32 Uhr - Weltmeisterschaft - chs, dpa

Vierter Sieg - Deutsche Frauen weiterhin mit weißer Weste

starke Leistungen von Clara Woltering und Anna Loerperstarke Leistungen von Clara Woltering und Anna Loerper
Quelle: Michael Heuberger
Das deutsche Team ist bei der Weltmeisterschaft in Serbien weiterhin ungeschlagen. Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit war es die Erfahrung und Wendigkeit von Anna Loerper, die mit fünf Toren zwischen dem 8:7 (22.) und dem 14:11 (37.) die DHB-Auswahl auf Kurs brachte. Mit sechs Toren war am Ende Wiebke Kethorn die Toptorschützin der deutschen Auswahl beim 26:20 (10:11) gegen Tunesienm, auch wenn Kethorns Treffer zum 25:18 für Loerper gewertet wurde. Für die Nordafrikanerinnen traf Mouna Chebbah (6/2) am häufigsten. In der abschließenden Partie der Vorrunde an diesem Freitag (17.00 Uhr/Sport1) spielt die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen Ungarn um den Gruppensieg und die vermeintlich leichtere Aufgabe im Viertelfinale. «Ich freue mich jetzt auf das Spiel gegen Ungarn», sagte Bundestrainer Heine Jensen.

Mit Wiebke Kethorn und Angie Geschke in der Anfangsformation im Angriff startete Deutschland in seine vierte Vorrundenpartie. Die beiden quirligen sollten die offensive Defensivformation beschäftigen und somit auch Räume für den Rückraum kreieren, in dem Jensen den Stammkräften Nadgornaja, Naidzinavicius und Müller vertraute.

Die Nordafrikanerinnen, die bislang noch keine Pluspunkte gesammelt haben, aber unter anderem gegen Ungarn und Tschechien schon ihre Klasse zeigten, gestalteten die Begegnung entsprechend offen. Einmal mehr prägte Susann Müller die Partie auf deutscher Seite. Nach zwei selbst erzielten Treffern konnte die Leipziger Linkshänderin dann mit einem starken Rückhandanspiel auf Kethorn die erste Führung beim 4:3 (9.) einleiten und legte mit einem Konter gleich ihren dritten Treffer nach.

Bei den Tunesierinnen drehte sich das Offensivspiel vor allem um Viborg-Legionärin Mouna Chebbah, die entweder selbst abschloss oder ebenfalls ihre Mitspielerinnen in Szene setzte. Auch aufgrund der zeitweise überhasteten Abschlüsse und Anspielversuche in der deutschen Offensive blieben die Tunesierinnen in der Partie und glichen durch Toumi um 6:6 (17.) aus. Heine Jensen wechselte bereits in dieser Phase durch, Hubinger sammelte ebenfalls die ersten Einsatzminuten, wie auch Saskia Lang, die mit einemm Schlagwurf und etwas Fortune die achtminütige Torflaute beendete.

Aber Tunesiens Torfrau Echraf Abdallah überzeugte mit guten Paraden und ermöglichte so die tunesische Führung durch Toumi (9:10), die Heine Jensen drei Minuten vor der Pause zur Auszeit bewegte. Doch die DHB-Auswahl fand nicht wieder den Spielfluss. Während Tunesien erhöhte, warf Kethorn frei vom Kreis über das Tor - der einzige Fehlwurf der am Ende sechsmal erfolgreichen Oldenburgerin. Anna Loerper konnte aber immerhin noch vor der Pause die tunesische Deckung auswackeln und mit einem Aufsetzer den Anschlusstreffer (10:11) erzielen.

Die Oldenburgerin nutzte ihre Wendigkeit, um gegen die offensive Formation erfolgreich zum Abschluss zu kommen und nach dem Seitenwechsel prompt mit ihrem dritten Treffer auszugleichen und mit dem vierten und vierten dann die Führung beim 12:11 (33.) zurückzuerobern. Ihre Sicherheit schien aber nicht auf ihre Mitspielerinnen abzufärben, Geschke scheiterte aus guter Position an Abdallah und Woltering musste frei gegen Yahiaoui klären. Erneut war Loerper zur Stelle und tankte sich zum 13. und 14. deutschen Treffer durch.

Das DHB-Team musste aber derweil auch den Ausfall von Kreisläuferin Anja Althaus verkraften, die sich bei einer Abwehraktion an der Nase verletzte. In Abwehr und Angriff musste nun Naidzinavicius die Lücke der Thüringerin schließen. Vorbei lief hingegen weiterhin das Spiel an Nadja Nadgornaja, die möglicherweise durch den Gesichtstreffer bei einer Abwehraktion doch mehr beeinträchtigt wurde. Tunesien kam nach einer Auszeit und einem Fangfehlers Nadgornaja noch einmal auf zwei Tore heran, doch dann rissen die deutschen Damen die Kontrolle endgültig an sich und auch die Thüringer Rückraumspielerin konnte eine Viertelstunde vor Schluss mit dem 19:13 ihren ersten Treffer erzielen.

Ebenfalls noch nicht im Turnier angekommen ist Anne Hubinger, die in Halbzeit eins Susann Müller und in Halbzeit zwei nun Marlene Zapf die Verschnaufpause verschaffte. Dafür stand die Deckung nun mit Christine Beier auf der halbrechten Abwehrposition deutlich kompakter und Geschke konnte ihre zweite Möglichkeit zum 21:14 (50.) nutzen. Die Partie war entschieden, Jensen ließ nun bis auf Steinbach und Augsburg alle Sipelerinnen ihre Einsatzzeit sammeln. Deutschland spielte den vierten Sieg sicher nach Hause und gewann am Ende mit 26:20.

«Wir sind glücklich über die zwei Punkte», sagte Anna Loerper und analysierte: «Wir haben in der zweiten Halbzeit mehr Tempo gemacht als in der ersten Halbzeit, aber da haben die Tunesierinnen auch sehr viel Druck gemacht, so dass wir gar nicht zur Entfaltung kommen konnten.»