10.12.2013 18:27 Uhr - Weltmeisterschaft - cie

Deutsche Frauen schlagen Rumänien und stehen im Achtelfinale

Susann Müller traf erneut zweistelligSusann Müller traf erneut zweistellig
Quelle: Michael Heuberger
Eine wechselhafte Partie nahm für die deutsche Auswahl nach sechzig Minuten ein gutes Ende. In beiden Hälften führte die deutsche Auswahl bereits mit fünf oder mehr Toren, doch jedesmal kämpfte sich der Gegner aus Rumänien wieder heran. Das Team von Heine Jensen aber behielt die Ruhe, konnte sich auf eine gute Deckung und auf die Paraden der starken Clara Woltering verlassen - in der Offensive war die elffach erfolgreiche Susann Müller erneut eine Bank. Der dritte Sieg beschert vorzeitig den Einzug in das Achtelfinale. In den folgenden Spielen gegen Tunesien und Ungarn geht es aber um eine möglichst gute Ausgangsposition und einen vermeintlich einfacheren Gegner in der ersten K.O.-Runde.

Die Ausgangslage vor dem heutigen dritten Gruppenspiel war klar: Der Sieger oder bei einem Unentschieden sogar beide Teams würden vorzeitig das Ticket in Richtung Achtelfinale lösen. Unabhängig vom vorzeitigen Erreichen des Minimalziels ging es zudem um Punkte im Kampf um eine gute Ausgangslage und einen vermeintlich leichteren Gegner in der ersten K.O.-Runde. Geprägt waren die Anfangsminuten unterdessen von den Deckungsreihen, Rumänien versuchte dabei vor allem die Räume des deutschen Rückraums einzuschränken. Doch nach drei Minuten konnte Susann Müller dann aus der Distanz den ersten Treffer der Partie setzen.

Rumänien gelang durch Nechita zwar der Ausgleich, doch gut drei Minuten später sollte es dann laut werden - Trainer Gehorghe Tadici hatte die Grüne Karte auf den Tisch gelegt. Er hatte am Vortag im Spiel gegen Australien einige Leistungsträgerinnen schonen können, das deutsche Team, das gestern gegen das Tschechien über sechzig Minuten gefordert war, schien aber wacher: Althaus hatte über den Kreis für das 2:1 gesorgt und während Woltering einen Strafwurf abwehrte, setzte erst Müller nach einer Kreuzung das 3:1 und Naidzinavicius mit dem Schlagwurf das 4:1. Die deutsche Offensive hatte Mittel gegen die rumänische Deckung zur Hand.

Die Rumäninnen traten in der Folge aber noch früher heraus und dies sorgte im deutschen Aufbau für die ersten Fehler: Ein Doppelschlag brachte Rumänien den Anschlusstreffer zum 4:3. Natalie Augsburg sorgte im Nachwurf dann aber für einen wichtigen Treffer und in der Folge sorgte vor allem Kim Naidzinavicius aus der Mitte für Torgefahr. Trotz eines vergebenen Gegenstoßes zog die deutsche Auswahl so auf 8:4 davon, auch weil Rumänien einen zweiten Strafwurf vergab, die deutsche Deckung sicher stand und Woltering weitere Paraden auf der Habenseite verbuchte.

Der Respekt vor Woltering war auch beim dritten Siebenmeter der Rumäninnen zu sehen, dieser landete am Pfosten. Kurz zuvor hatte Susann Müller das 10:5 erzielt und Deutschland schien die Begegnung im Griff zu haben. Allerdings nutzte Rumänien die sich an den Siebenmeter anfügende Überzahl konsequent, mehrfach zeigte das Tadici-Team nun seine Stärke im Gegenstoß und beim 10:8 durch Marin war der deutsche Vorsprung auf zwei Tore geschrumpft. Müller blieb für das deutsche Team aber zunächst eine Bank und auch Woltering war in den wichtigen Momenten zur Stelle, so dass die Führung des DHB-Teams zunächst Bestand hatte.

Doch Rumänien fand nun auch im Positionsangriff Lösungen und während das DHB-Team einige Chancen ungenutzt ließ, kam Rumänien auf - ein Gegenstoß von Nechita brachte den Anschlusstreffer zum 12:11. Heine Jensen reagierte mit der Auszeit und danach hämmerte Laura Steinbach trotz Bedrängnis den Ball unter die Latte. Die deutsche Rückraumspielerin war bei ihrem Wurf in der Luft gestoßen worden und die rumänische Spielerin kassierte dafür eine Strafzeit. Doch das DHB-Team vergab in Überzahl mehrere gute Einwurfmöglichkeiten und verpasste so die Chance, sich vor der Pause doch wieder etwas abzusetzen. Mit einem 13:12 wurden die Seiten gewechselt.

Die deutsche Auswahl erwischte einen glänzenden Start in die zweite Hälfte, Rumänien hatte zwar den ersten Angriff, doch für die ersten Treffer sorgte das DHB-Team. Woltering schickte mit einem sehenswerten Gegenstoßpass Augsburg auf die Reise und diese sorgte drei Minuten nach Wiederbeginn mit dem 16:12 für die erneute Vier-Tore-Führung. Danach folgten einige unruhige Minuten mit Fehlern auf beiden Seiten, lediglich ein Siebenmetertreffer sollte in den nächsten fünf Minuten für etwas Bewegung auf der Anzeigetafel sorgen. Das deutsche Team fand eher wieder zu seinem Spiel, Naidzinavicius und Nadgornaja sorgten beim 18:13 wieder für eine Fünf-Tore-Führung.

Als Susann Müller den nächsten Treffer der Rumäninnen umgehend beantwortete, nahm Tadici auch im zweiten Abschnitt eine frühe Auszeit. Wie im ersten Abschnitt sollte sich diese auch in der zweiten Halbzeit mit etwas Verzögerung auswirken. Zunächst hielt das deutsche Team die Führung und konnte beim 21:15 durch Laura Steinbach die Differenz sogar auf sechs Tore ausbauen. Danach aber klemmte es erneut in der deutschen Defensive, auf der Gegenseite führte Aurelia Bradeanu die Rumäninnen wieder heran. Beim 21:18 waren es nur noch drei Treffer. Steinbach gelang dann aber ein wichtiger Treffer und nach einer Müller-Parade konnte Loerper auf Pass von Müller durch die gegnerische Deckung brechen und das 23:19 erzielen.

Rumänien war immer wieder mit Gegenstößen erfolgreich, gegen den Positionsangriff hingegen stand die deutsche Deckung weiterhin gut. Und auch Rumänien agierte nicht fehlerfrei, beim Stand von 23:20 wurde beispielsweise im Gegenstoß der Ball verloren. Doch auf der Gegenseite scheiterte das deutsche Team zum wiederholten Male an Ungureanu und so konnte Nechita mit dem nächsten Schnellangriff den Abstand beim 23:21 auf zwei Tore verkürzen. Susann Müller traf auf der Gegenseite, zunächst sehenswert zum 24:21 und dann mit Glück zum 25:22. Mit dem Fuß war dann Clara Woltering zur Stelle, die Zeit lief vier Minuten vor dem Ende bereits für die deutsche Auswahl. Nechita verwandelte den nächsten Siebenmeter zwar im Nachwurf, doch das elfte Tor von Müller zum 26:23 stellte endgültig die Weichen zum Sieg, der das Achtelfinale bedeutet.