30.11.2013 16:31 Uhr - Länderspiele - chs

Deutsche Frauen: Sieg im ersten WM-Test, aber zittern um Wohlbold

Susann Müller im Duell mit SchwedenSusann Müller im Duell mit Schweden
Quelle: Michael Heuberger
Anfangs mit Schwierigkeiten, dann souverän und am Ende doch mit ein wenig Mühe. Deutschlands Handball-Frauen feierten gegen Schweden im ersten von zwei Vergleichen einen 30:28-(15:12)-Erfolg. Susann Müller war vor 1.086 Zuschauern mit sieben Toren erfolgreichste Werferin im DHB-Team, das früh auf Kerstin Wohlbold verzichten musste. Erster WM-Gegner in Novi Sad ist am 7. Dezember Australien, am morgigen Sonntag erfolgt ein zweiter Test gegen Schweden in Leverkusen.

Keine Überraschung war die Startformation, die Bundestrainer Heine Jensen auf das Parkett schickte. Auf den Außen scheinen die beiden Außen Natalie Augsburg und Marlene Zapf bereits durch den WM-Kader alternativlos und in der zentralen Achse vertraute der Däne dann dem eingespielten THC-Trio Nadgornaja, Wohlbold und Althaus. Dazu bekam Susann Müller dann den Vorzug gegenüber ihrer noch nicht vollständig genesenen Vereinskollegin Anne Hubinger und im Tor durfte Clara Woltering beginnen.

Trotz allem verlief der Start zunächst schleppend, die schwedische Abwehr ging gewohnt aggressiv zu Werke und spielte mit hohem Druck nach vorne. Es waren keine neun Minuten gespielt, da musste das DHB-Team einen Rückschlag verkraften, denn Kerstin Wohlbold verletzte sich beim Versuch einen Konter zu unterbinden am rechten Knie und konnte nicht mehr mitwirken. Das Loch auf der Gegenseite nutzte vor der Behandlungspause Natalie Hagman zum 2:4. Schwerer als Gegentreffer würde aber ein Ausfall von Wohlbold wiegen, die noch während des Spiels zu weiteren Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Kim Naidzinavicius kam unterdessen in der Folge gut in die Partie, schloss selbst zum Anschlusstreffer ab und bediente auch Althaus am Kreis mustergültig zum 6:5 (14.). Um die Belastung auf den Linkshänderpositionen zu verteilen, brachte Jensen auch Anna Loerper und Christine Beier für die Defensive in den ersten 30 Minuten mit dem kurzen Weg zur Auswechselbank. Müller musste wenig später auch offensiv aufgrunf einer Oberschenkelblessur passen und Hubinger übernehmen.

Deutschland hatte den Gegner dennoch im Griff, das Jensen-Team hatte nun offensiv den Rhythmus gefunden und gab den Tre-Kronor auch in der Defensive nur noch wenige Gelegenheiten. Und was dann doch mal durchkam, war sichere Beute von Clara Woltering. Bis auf fünf Tore (12:7) war man bereits enteilt, ehe sich die Schwedinnen nach der Einwechslung von Ulrika Agren wieder etwas herankämpften. Dank einer guten mannschaftlichen Leistung, in der sechs Spielerinnen entweder zwei oder drei Treffer erzielten, wurden mit einem 15:12 für Deutschland die Seiten gewechselt.

Während sich Kerstin Wohlbold bereits auf dem Weg zum MRT befand, konnte Susann Müller in Halbzeit zwei mit bandagiertem Oberschenkel mitwirken. Nachdem man zunächst gut startete und nun auch durch zwei Treffer von Angie Geschke vom linken Flügel Torgefahr ausstrahlte, kam nach dem 18:14 ein kleiner Bruch ins Spiel, die Skandinavier nutzten die kurze Schwächephase mit schnellen Kontern von Hagman und Dafe und glichen mit vier Toren in Serie aus.

Deutschland legte aber weiter vor, auch dank der weiterhin herausragenden Woltering und der Durchschlagskraft Müllers. Heine Jensen hatte nach 50 Minuten bereits seinen komplettenWM-Kader Einsatzzeiten gegeben, lediglich Debütantin Julia Behnke musste dann noch auf ihre ersten Länderspielminuten auf der Platte warten. Das DHB-Team schien sich beim 27:23 (52.) wieder Luft verschafft zu haben und hatte sich auf vier Tore abgesetzt. Allerdings kämpften sich die Schwedinnen dann aufgrund einer Zeitstrafe gegen Nadgornaja und einer kurzen Deckung gegen Müller in die Schlagdistanz.

Doch mehr als Alms Anschlusstreffer zum 27:26 gelang nicht mehr, weil die deutsche Auswahl in Gleichzahl dann wieder dorthin ging, wo es im Allgemeinen wehtut und so Siebenmeter erzwang. Da Zapf von der Strafwurfmarke keine Nerven zeigte, wuchs der Abstand wieder an. Das zwischenzeitlich 29:26 war zwar noch nicht die Vorentscheidung, Schweden kam noch einmal auf, doch das DHB-Team brachte den Vorsrpung am Ende auch dank großem Einsatz über die Zeit.

Bundestrainer Heine Jensen befürchtet das WM-Aus für Wohlbold: "Der erste Schock ist: Was ist mit Kerstin? Das ist ein harter Schlag für uns alle. Wir drücken die Daumen, aber das sah nicht gut aus." zum Spiel erklärte Jensen: "Positiv ist, dass wir gewonnen haben. Aber wir haben Abwehr nicht auf dem Niveau gespielt, was wir können. 28 Gegentore ist eindeutig zu viel", sagte der Bundestrainer und lobte Torhüterin Clara Woltering: "Sie hat uns ein paar Mal gerettet."

Deutschland - Schweden 30 : 28 (15:12)

Deutschland:
Woltering, Krause
Zapf 5, Kethorn 1, Minevskaja 1, Naidzinavicius 3, Hubinger 2, Steinbach 1, Althaus 4, Nadgornaja 4, Müller 6, Geschke 3, Wohlbold, Beier, Loerper, Augsburg, Behnke (n.e.)

Schweden:
Idehn, Grubbström
Agren 1, Tegstedt 2, Fogelström, Strömberg, Roberts, Sand 1, Torstenson 4, Dafe 4, Hagman 4, Wallen, Oden 7, Alm 3, Johansson 2

Kurze Videoimpression vom Spiel in Hamm: