13.10.2013 20:44 Uhr - 1. Bundesliga - chs und PM Leverkusen

Leverkusen mit drittem Sieg in Serie

11/5 Tore: Anne Jochin11/5 Tore: Anne Jochin
Quelle: Ralf Kardes
Am Ende der Partie gegen die TuS Metzingen standen mit einem 27:23 (12:13) der dritte Saisonsieg und eine ganz eindeutige Erkenntnis: Anne Jochin ist im Spiel der Elfen von überragender Bedeutung. Als die Frau mit dem schwarzen Haarzopf und dem schwarz-rot-goldenen Mundschutz die Regie übernahm und wie ein Uhrwerk ihre Tore - elf waren es am Ende - aus dem Spiel und vom Punkt machte, hatten die Gastgeberinnen in einer fast schon verloren geglaubten Partie endlich Oberwasser. Die große Erleichterung über den Sieg stand Heike Ahlgrimm ins Gesicht geschrieben, als sie Spielerinnen und Betreuer nach dem Schlusspfiff umarmte und einmal ganz tief von unten durchatmete.

Dabei hatte es in der ersten Halbzeit ganz und gar nicht danach ausgesehen, als sollten nach 60 Minuten die Elfen jubeln. Das Spiel war erst wenige Sekunden alt, da hatte die TuS Metzingen durch ein Tor von Cassandra Engel auch schon die Führung übernommen, und die Gäste gaben sie im gesamten Verlauf der ersten Halbzeit nur ein einziges Mal ab. In der sechsten Minute erzielte Anne Jochin per Siebenmeter das 4:3 für die Elfen, doch danach riss zunächst der Faden im Spiel der Gastgeberinnen. Zu ungenau die Ballstaffetten im gebundenen Spiel offensiv, die Abwehr hinten nicht aggressiv.

Bis zur 13. Minute zog Metzingen auf 10:5 davon - dann kam erst Valentyna Salamakha ins Tor und auch auf dem Feld tat sich einiges. Ahlgrimm schickte nach einer ersten Auszeit gleich vier neue Spielerinnen aufs Parkett, alle voran Neuzugang Kristina Logvin. Die kleine Österreicherin überzeugte als Ideengeberin, als Vollstreckerin und vor allem als Sonderbewacherin für Metzingens Nationalspielerin Shenia Minevskaja. Diese hatte in der ersten Halbzeit allein durch ihre Präsenz große Lücken in die Leverkusener Abwehr gerissen, weil sie zumeist zwei Gegenspielerinnen auf sich zog. "Das war der entscheidende Schachzug", sagte Metzingens Trainer Alexander Job: "Durch die enge Bewachung von Shenia hat meine Mannschaft den Faden verloren, das war der Knackpunkt." Nur fünf Treffer erzielte Minevskaja, die ansonsten mit schöner Regelmäßigkeit zehn und mehr Tore pro Spiel für die TuSsies macht.

Es schien, als würde sich die gesamte Mannschaft an Jochin und der nur 1,68 m großen Logvin aufrichten, es ging ein Ruck durch die Reihen der Elfen. Logvin, Zapf, Comans und Jochin mit einem Siebenmeter vier Sekunden vor dem Pausenpfiff brachten die Gastgeberinnen bis auf 12:13 heran, und hinter der nun fester zupackenden Abwehr erwies sich Valentyna Salamakha schon in der Endphase der ersten Hälfte im Tor als sicherer Rückhalt.

Deutlich verändert, entschlossener kamen die Elfen aus der Kabine, über den schnellen Ausgleich zum 13:13 ergriffen die Gastgeberinnen nun endlich die Initiative gegen die bisherige Überraschungsmannschaft aus Metzingen. Die TuSsies hielten die Partie bis zum 15:15 ausgeglichen, danach übernahmen die Elfen die Führung und gaben sie nicht mehr aus der Hand. Kristina Logvin, Valentyna Salamakha und Nationalspielerin Marlene Zapf auf Rechtsaußen waren die Aktivposten neben Jochin, und auch die zuletzt angeschlagene Naiara Egozkue Extremado auf Linksaußen machte die Abwehr der Gäste hier und da nervös und traf bei ihren sporadischen Einsätzen dreimal. Heike Ahlgrimm lobte ihre Mannschaft, durch die in der zweiten Halbzeit ein Ruck gegangen sei: "Uns war klar, dass wir diese zwei Punkte behalten wollten und mussten. Shenia aus dem Spiel zu nehmen, war dafür richtungsweisend."