06.10.2013 15:27 Uhr - DHB-Pokal - Ole Rosenbohm, Lars Gutsche

Aus im Pokal: Oldenburg scheitert an Außenseiter Blomberg

Torhüterin Anna Monz war ein wichtiger Faktor für den Blomberger Sieg. Torhüterin Anna Monz war ein wichtiger Faktor für den Blomberger Sieg.
Quelle: HSG Blomberg-Lippe


Peter Görgen: "Ohne Geschke wäre es ein Klassenunterschied gewesen"Peter Görgen: "Ohne Geschke wäre es ein Klassenunterschied gewesen"
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Das war mal eine gute Woche für die HSG Blomberg-Lippe: Drei Tage nach dem Sieg im Bundesligaspiel bei der DJK/MJC Trier und zwei Tage nach den Feiern zum 20-jährigen Bestehen der Spielgemeinschaft hat die jüngste Mannschaft der Bundesliga am Samstag noch eins draufgesetzt und den favorisierten, dreimaligen Titelträger VfL Oldenburg aus dem Pokalwettbewerb geworfen. In der Cloppenburger Halle an der Leharstraße siegte die HSG mit 34:28 (15:13) und zog damit ins Achtelfinale ein.

324 zahlende Zuschauer – etwa jeweils die Hälfte aus Oldenburg und Cloppenburg – sahen einen verdienten Sieg der in Spielanlage, Treffsicherheit und Defensivleistung überlegenen Gäste. Oldenburg hielt die Partie nur in zwei Phasen offen: Bis zur eigenen 4:3-Führung (7. Minute) und nach dem 7:14-Rückstand (24.) bis zum knappen Pausenrückstand (13:15). Danach marschierte Blomberg über die Zwischenstände 20:15 (37.), 25:18 (44.) und 31:23 (54.) einem überlegenen Sieg entgegen.

HSG-Trainer André Fuhr war sich dennoch lange unsicher: „Ehrlich – bis vier Minuten vor Schluss habe ich gezittert.“ Dann sorgte Linksaußen Franziska Müller nach den Oldenburger Treffern durch Kim Birke und Anna Loerper für das 32:25 und die endgültige Entscheidung. „Eindeutig unsere beste Saisonleistung“, konstatierte Fuhr. Kollege Leszek Krowicki, der schon nach 20 Minuten seine zweite Auszeit genommen hatte, blieb nur die Gratulation: „Wir haben verdient verloren, zu viele einfache Situationen nicht genutzt. Bei all unseren Fehlern muss man aber auch sehen, dass Blomberg heute sehr stark war.“

Und die Gäste schienen den entscheidenden Tick wacher zu sein – so etwa beim 10:6 (18.): Müller hatte einen Konter von links an den Pfosten gesetzt, aber von rechts verwandelte Angela Malestein unter starker Bedrängnis per Dreher gegen die den Winkel verkürzende Julia Renner im VfL-Tor. Oder fünf Minuten später als Malestein einen langen Geschke-Pass auf Kim Birke per Flugeinlage verhinderte: „Wir waren konzentriert von Anfang an“, sagte die 20-jährige Rechtsaußen: „Mangelnde Erfahrung haben wir heute mit Talent kompensiert.“

In Zahlen drückt sich die Blomberger Überlegenheit gut in der Leistung der Torhüterinnen aus. Denn Anna Monz erwischte einen hervorragenden Tag, parierte doppelt so viel Würfe wie die Oldenburgerinnen Julia Renner und Tess Wester und wurde zudem zwischen der elften und 20. Minute zur viermaligen Siebenmeterhelden: Loerper (11.), Julia Wenzl (12.), Laura van der Heijden (15.) und Maike Schirmer (20.) scheiterten allesamt an Monz.

Die Probleme in der Defensive ließen sich auch nicht abstellen, als die Oldenburgerinnen begannen, ab der zweiten Hälfte Blombergs starke Halblinke Xenia Smits per kurzer Deckung aus dem Spiel zu nehmen. Smits" Mitspielerinnen waren zu kombinationsstark, trafen aus allen Positionen und nutzten mit vielen Anspielen zum Kreis und Durchbrüchen klug die bisweilen zu offene 3-2-1-Deckung Oldenburgs.

Nicht bei der HSG dabei war die Ex-Oldenburgerin Barbara Hetmanek, die sich den Sieg ihrer neuen Mannschaft gegen ihre alte von der Tribüne aus ansah. Fuhr: „Barbara hat erst einmal mit uns trainiert. Ihre Zeit wird kommen. Ich hätte ihr natürlich einen Einsatz gegönnt – vor allem, wenn ich gewusst hätte, dass wir hier gewinnen.“

Hoffnung kam beim Oldenburger Anhang mit der Einwechselung Angie Geschkes in der 15. Minute auf. Die Rückkehrerin traf schnell (6:8/17., 7:10/18.), insgesamt zehn Mal und beendete auch die Flaute von der Siebenmeterlinie. Eine Wendung konnte aber auch Geschke dem Spiel nicht geben. „Jetzt müssen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren“, sagte Geschke nach dem Ausscheiden aus „unserem Lieblingspokal“. Es sei in dieser Saison aber noch viel möglich: „Jetzt müssen wir jedes Spiel auf unserem höchsten Level spielen, um noch etwas zu erreichen.“ Ohne Geschke, sagte VfL-GmbH-Geschäftsführer Peter Görgen, wäre es ein Klassenunterschied gewesen: „ Es war schon bedenklich, wie kopf- und planlos gegen die jüngste Bundesligamannschaft agiert wurde. Blomberg hat auch in der Höhe verdient gewonnen.“

Für den VfL geht es in der Liga am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr) mit dem Gastspiel beim bisher verlustpunktfreien Spitzenreiter HC Leipzig weiter. Ihr nächstes Heimspiel bestreiten die Oldenburgerinnen am Dienstag, 15. Oktober, 19.30 Uhr, gegen die DJK/MJC Trier – dann wieder in der EWE Arena, die dieses Mal wegen des noch bis heute laufenden Kramermarktes nicht zur Verfügung stand. Blomberg empfängt am 13. Oktober (16 Uhr) die SG BBM Bietigheim. Der Blomberger Pokalgegner wird heute gegen 19 Uhr nach der Partie zwischen Zweitligist TSG Ober-Eschbach und Trier ausgelost. Terminiert ist das Achtelfinale für den 2. und 3. November. Ziel aller Mannschaften ist das Final Four am 26. und 27. April 2014. Der Austragungsort dieses Endturniers mit Halbfinale und Finale wird erst nach dem Viertelfinale (25./26.1.2014) festgelegt.

Statistik

VfL Oldenburg: Renner (2 Paraden), Wester (ab 20.; 7 Paraden) - Birke 7 Tore, Wenzl 1, Loerper 3, van der Heijden 4, Schirmer 1, Kethorn 2; Geschke 10/3, Schnack, Bitter, Otto n.e., Neßlage n.e., Meyer n.e.
HSG Blomberg-Lippe: Monz (20/4 Paraden), Roch (bei einem Siebenmeter) - Müller 9, Smits 5, Magelinskas 6, Jongenelen 4, Malestein 5, Frey 4; Berndt 1, Großheim, Wahle n.e., Rueffieux n.e., Klaunig n.e., Bormann-Rajes n.e.